Leben
TV

Schweizer Kandidatin verweigert «Ave Maria» bei «The Voice of Germany»

Schweizer Kandidatin verweigert «Ave Maria» bei «The Voice of Germany»

Zwei Talente sollen bei «The Voice of Germany» gemeinsam «Ave Maria» singen. Doch eine Kandidatin lehnt den Klassiker ab. Das steckt dahinter.
24.10.2026, 15:4924.10.2026, 15:49
Maria Bode / t-online
Ein Artikel von
t-online

Bei «The Voice of Germany» finden aktuell die Battles statt. Wie die neueste Folge zeigte, lief es im Team von Coach Shirin David dabei anders als geplant. Bevor das Publikum zu sehen bekam, weshalb, erfuhren die Fans von der Rapperin: «So ein Coaching habe ich auch noch nicht erlebt bei 'The Voice of Germany' in meinen drei Staffeln. Aber für alles gibt es ein erstes Mal und da mussten wir jetzt durch.»

Shirin David hatte sich für eines ihrer Battleduos die Arie «Ave Maria» ausgesucht – da Kandidat Hank ein klassischer Sänger ist und Kandidatin Jessica Paulo gerne christliche Lieder singt. Doch die 20-jährige Teilnehmerin weigerte sich, dieses zu singen, nachdem sie erfahren hatte, dass es sich dabei um ein katholisches Gebet handelt, mit dem Maria, die Mutter Gottes, angebetet wird.

Die Bernerin Jessica Paulo bei «The Voice of Germany»
Die Bernerin Jessica Paulo bei «The Voice of Germany»

Jessica Paulo begründete ihre Ablehnung so: «Dieser Song geht direkt an Maria. Es ist ein Gebet zu ihr. Wir beten Maria nicht an. Ich bete nur Jesus Christus an.» Auch einen nicht christlichen Titel schloss sie aus. Stattdessen äusserte sie einen klaren Wunsch: «Ich fände es am schönsten, wenn wir ein Lied finden könnten, in dem es einfach grundsätzlich um Gott geht.» Ihr Duettpartner, der 46 Jahre alte Tenor Hank, sah das anders: «Ich will einfach nur Musiker sein und kein Prediger. Ich will keine Predigten halten und ich möchte nicht über meinen Glauben singen. Das ist etwas sehr Persönliches für mich», sagte er im Gespräch mit Jessica Paulo. Er hatte sich sehr darauf gefreut, mit der Popsängerin zusammenzuarbeiten, doch nun sah er sich «in einer ausweglosen Situation».

«Das ist eine vollkommen neue Situation»

Beim ersten Coaching erfuhr schliesslich Shirin David – zuvor noch voller Vorfreude – von dem Konflikt. Die Rapperin zeigte sich überrascht: «Ich bin einfach komplett schockiert, dass die diesen Song nicht singen wollen. Das ist eine vollkommen neue Situation für mich. Ich muss mich jetzt erst mal sortieren.» Doch für sie war auch klar, dass die Battles sowohl für Jessica Paulo als auch für Hank funktionieren und sie sich dabei wohlfühlen müssen.

Schliesslich fand sie eine Lösung – «eine absolute Ausnahme»: Hank und Jessica traten nicht bei einem Duett gegeneinander an, sondern nacheinander. Hank sang «The Sound of Silence» von Simon & Garfunkel, Jessica «Gratitude» von Brandon Lake. Shirin David sagte hinterher, sie habe beide Male Gänsehaut gehabt.

Bei den anderen Coaches stiess das Vorgehen jedoch auf geteilte Meinungen. Michi Beck von den Fantastischen Vier sagte etwa: «Ich finde es nicht okay. […] Wir haben Battles gehabt, da hat sich einer nicht wohlgefühlt. Da mussten wir einen anderen Song finden, wo sich beide wohlfühlen.» Shirin David respektierte die Meinung. Nico Santos sagte noch: «Glaube sollte nicht trennen, sondern Menschen zusammenbringen. Das fand ich hier sehr schade.» Für Jessica und Hank endete der Abend trotzdem positiv: Shirin David nahm beide mit in die nächste Runde.

Verwendete Quellen:

  • Sat.1: "The Voice of Germany" vom 23. Oktober 2026
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Jennifer Bosshard moderiert die Swiss Music Awards 2027 – das bedeutet Musik für sie
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Diese Mission soll ein kosmisches Rätsel lösen
Phobos und Deimos sind wenig erforscht. Eine Sonde soll jetzt die Geheimnisse der beiden Marsmonde lüften und etwas schaffen, das noch keiner Raumfahrtmission gelungen ist.
Wie sind die Marsmonde Phobos und Deimos entstanden? Und was verraten sie über die Geschichte des Roten Planeten? Eine japanische Raumsonde soll Antworten auf diese Fragen liefern. Am 19. Oktober 2026 soll die Mission Martian Moons Exploration (MMX) mit deutscher Technik an Bord starten.
Zur Story