Leben
TV

Hat RTL den Dschungelcamp-Sieg von Gil Ofarim manipuliert?

Gil Ofarim
Gil Ofarim ist Dschungelkönig 2026. Für viele ist der Sieg unverständlich.Bild: rtl

Manipulationsvorwürfe gegen RTL: Fans sind nach Ofarims Dschungelcamp-Sieg empört

Der Musiker wurde mit grossem Abstand zum König der diesjährigen Dschungelcamp-Staffel gewählt. Die Reaktionen darauf sind heftig.
09.02.2026, 11:5009.02.2026, 14:12

Gil Ofarim hat die 19. Staffel von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» gewonnen. Damit ist er der König von der wohl meistdiskutiertesten Staffel seit Anbeginn der Sendung. Der Grund dafür ist der Musiker selbst. So hat der 43-Jährige in der Vergangenheit für einen Skandal gesorgt, der ihn bis heute verfolgt. Sein Sieg kommt nun auf Social Media nicht gut an.

Der Fall Gil Ofarim ist bekannt als der Davidstern-Skandal und ereignete sich im Oktober 2021. Der Musiker behauptete damals in einem selbsveröffentlichten Instagram-Video, dass ein Hotelmitarbeiter (als Herr W. bezeichnet) ihn aufgrund seiner Davidstern-Kette diskriminiert habe. Er meinte, dass er beim Anstehen übergangen worden sei und als er nachfragte, wieso, sagte man ihm: «Pack den Stern ein, dann können wir dich einchecken».

Video: watson

Das Video ging nach der Veröffentlichung sofort viral und löste eine Welle der Empörung aus. Kurz darauf nahmen Hunderte Menschen an einer Solidaritätskundgebung mit Jüdinnen und Juden in Deutschland vor dem Hotel teil, zu der das Bündnis «Leipzig nimmt Platz» aufgerufen hatte.

People gather in front of the "Westin Hotel" in Leipzig, Germany, Tuesday, Oct. 5, 2021 to show solidarity with the musician Gil Ofarim. A leading Jewish group in Germany says it's shoc ...
Demonstrierende vor dem «The Westing Leipzig» im Jahr 2021.Bild: keystone

Neben unzähligen Reaktionen in den sozialen Netzwerken schaltete sich auch die Polizei und Staatsanwaltschaft ein. Olaf Hoppe, Sprecher der Leipziger Polizei, sagte, dass die mutmassliche Aussage des Hotelangestellten «klar antisemitisch» sei. Der Angeklagte bestritt die Anschuldigungen Ofarims stets. Das Hotel verkündete daraufhin, dass das Hotelmanagement den «betreffenden Mitarbeiter» beurlaubt hätte und den Fall sehr ernst nehmen würde.

Doch dann kam die plötzliche Wende: Noch im selben Monat wurden die Aufnahmen der Überwachungskameras während Ofarims Besuch untersucht. Dabei stellte man fest, dass die Sternkette, wegen der Ofarim angefeindet worden sein soll, während seines Gesprächs mit dem Hotelpersonal gar nicht zu sehen war.

Im November 2023 stand Ofarim dann wegen Verleumdung vor Gericht. Es dauerte nicht lange, bis er gestand, dass er gelogen hatte. «Herr W., ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen, es tut mir leid, ich habe das Video gelöscht», zitiert das deutsche Nachrichtenportal «Focus» Ofarim damals aus dem Gerichtssaal. Der Hotelangestellte akzeptierte die Entschuldigung. Der Richter hat den Musiker zudem dazu verurteilt, 10'000 Euro an zwei israelitische Religionsgemeinden in Deutschland zu spenden.

Ofarim behauptet in Folge, dass Beweise manipuliert waren

Seit diesem Skandal hat sich Ofarims Karriere drastisch verändert. Er wurde zum Lügner der Nation und Tausende seiner Fans wandten sich von ihm ab. Gleichwohl wurde er dieses Jahr für die 19. Staffel des Dschungelcamps gecastet, was für grosse Empörung sorgte. Tausende Fans riefen auf Social Media zum Boykott der Sendung auf und kritisierten RTL heftig für die Ausstrahlung.

@katha_lino_rina Auch wenn es für mich als Einzel Person keine Auswirkung haben wird, aber ich kann es moralisch nicht vertreten. #dschungelcamp #dschungelcampboykott ♬ original sound - 𝑮𝒂𝒃𝒓𝒊𝒆𝒍𝒍𝒆😾😮‍💨

Als der Musiker in der Folge am Freitag dann auch noch behauptete, dass die Beweis-Videos in seinem Skandal damals manipuliert worden seien, war für viele klar, dass der Musiker sich nun endgültig ins Aus der Sendung katapuliert hatte.

Aber falsch gedacht. Trotz allem lag der 43-Jährige seit Anfang der Staffel bei den Votings ganz vorne. Die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten keine Chance gegen ihn und Ofarim wurde am Sonntag zum König der diesjährigen Staffel gekrönt.

30'000 Kommentare in 30 Minuten

Entsprechend heftig waren die Reaktionen Online. 30 Minuten nach der Verkündung von RTL auf Instagram hatte der Post bereits über 30'000 Kommentare. Darin waren Statements für beide Seiten zu lesen. «Ich freue mich so, dass er gewonnen hat», schrieb etwa ein Fan, während ein anderer meinte: «Die Leute mit Moral haben die Sendung boykottiert. Einfach nur grässlich.»

Neben der heftigen Kritik an RTL wurden zudem nach dem Sieg von Ofarim auch Manipulationsvorwürfe laut. «90 Prozent der Leute, die ich kenne, sind gegen Gil. Wie kann dieser Typ dann gewonnen haben?», fragt sich etwa eine Nutzerin auf Instagram, während eine zweite schrieb: «Ok RTL, da wurde gepfuscht. Bye RTL+-Abo.» Diese Vorwürfe hat RTL unterdessen dementiert. Ob die Aussage vom Freitag für Ofarim nun weitere Konsequenzen hat ist laut ZDF noch nicht klar.

Was hältst du vom Sieg von Gil Ofarim?
An dieser Umfrage haben insgesamt 3686 Personen teilgenommen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Islamwissenschaftler über Antisemitismus 2.0
1 / 12
Islamwissenschaftler über Antisemitismus 2.0
Pro-palästinensische Kundgebungen entsprechen dem Kalkül der Hamas und fördern einen Antisemitismus 2.0, wie ein renommierter Schweizer Islamwissenschaftler gegenüber SRF erklärt.
quelle: keystone / monirul alam
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So erleben junge jüdische Schweizer Antisemitismus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Brot-Ranking: Die Schweiz schafft es nur auf Platz 99
Skandal! Der Schweizer Butterzopf landet im internationalen Brot-Ranking weit abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze. Dafür schafft es ein Nachbarland aufs Treppchen.
Die Food-Plattform «Taste Atlas» hat die besten Brote und Fladenbrote gekürt. Auch der Butterzopf wurde gerankt, landet jedoch auf einem enttäuschenden 99. Platz. Weiter vorne sind dagegen unsere Nachbarländer.
Zur Story