Vergiss deine Bucketlist: In Yverdon-les-Bains lässt du dich eh treiben
Wer für einen sommerlichen Citytrip zuerst an Zürich, Basel oder Lugano denkt, … verständlich! Aber auch viel zu naheliegend. Stichwort: Been there, done that. Deshalb ein sanfter Schubs Richtung Westschweiz: Yverdon-les-Bains! Die beschauliche Nordwaadtländer Kleinstadt hat keine grosse Welle nötig, sie fliesst lieber natürlich und facettenreich. Das kühle Nass gluckst aus historischen Brunnen, zieht sich im Kanal durch das Zentrum und glitzert im Neuenburgersee. Ganz ehrlich: Wer hier trockenen Fusses bleibt, macht irgendetwas falsch.
Neue geheimnisvolle Route
Gut, bloss wohin den ersten Fuss setzen? Die neueste Antwort lautet: auf die Tour «Circuit des Fontaines». Dieser gerade lancierte Rundgang ist ein idealer Einstieg für Neugierige und Wasserratten. Statt trockener Stadtführungen lockt der Brunnen-Rundgang, der etwa 1,5 Stunden dauert, durch die autofreie Altstadt.
18 Schilder mit QR-Codes verraten Geschichten über Brunnen, Kanäle und versteckte Winkel. Man folgt dem Wasser – und lernt leicht nebenbei, dass Yverdon-les-Bains viel mehr ist als ein Thermalbad mit hübscher Fassade. So weiss der kühle Kopf nun, dass Wasser in Yverdon-les-Bains schon immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Bereits die Römer schätzten die heilsame Wirkung der schwefel- und natriumreichen Thermalquelle, die mit 28 °C aus dem Boden sprudelt. Das Thermalbadwesen erreichte schliesslich im 18. Jahrhundert seine Blütezeit.
Sinnbildlich den Bademantel gegen die Ritterrüstung tauscht man aus, indem man als nächste Sehenswürdigkeit das Schloss von Yverdon-les-Bains anpeilt. Das älteste erhaltene «Savoyer Viereck» beherbergt das regionale Museum. Hinter den dicken Mauern reicht die Zeitreise von archäologischen Funden bis zu den Spuren des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi. Das Boot aus der Römerzeit im Schlossmuseum gehört zu den spektakulärsten Fundstücken der Stadt.
Sogar das Wasser im Mund läuft
Nach fast 8000 Jahren Geschichte meldet sich eine ganz aktuelle Frage: Wo gibt es etwas Leckeres zu essen? Zum Glück muss man in Yverdon-les-Bains nicht auf eine Einladung zur Tafelrunde hoffen: Nur wenige Schritte reichen aus, schon stolpert man über zig Food-Spots.
Die Manufaktur «L’Espace Chocolat», die Bäckerei Gerber-Wyss und andere Delikatessenläden verführen mit regionalen Spezialitäten. Ein frisches Sauerteigbrot, eine Tafel handgemachte Schokolade, Käse oder Trockenfleisch – und schon ist das Picknick für das Seeufer komplett.
Wer lieber nach Lust und Laune bestellt, bruncht im «Le Ravito», verweilt auf der Terrasse des «Le Botanik» direkt am Kanal oder lässt beim Apéro im «Black Lodge» mit Blick auf den Fluss Thièle mediterrane Feriengefühle aufkommen.
Schlusspunkt am Sandstrand
Wo könnte es besser gelingen, dieses Feeling Wassertropf für Wassertropf einzusaugen, als an dem Ort, der «les Bains» im Namen trägt? Dieser Zusatz wurde übrigens 1982 offiziell ergänzt, um die Identität als Bade- und Kurort zu unterstreichen.
Nach See, Schloss und Schokolade ist der Tag eigentlich schon ziemlich gelungen. Aber Yverdon-les-Bains wäre nicht Yverdon-les-Bains, wenn es nicht noch eine spritzige Zugabe gäbe: Ein Sprung in den meerblauen Neuenburgersee. Danach lässt man den Citytrip, der sich nun gar nicht mehr nach City anfühlt, am feinen Sandstrand ausklingen – und verinnerlicht: Yverdon-les-Bains ist ein Ort für Menschen, die sich gerne treiben lassen.
