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US-Raumfrachter explodiert beim Start

Wie ein Atombomben-Test – so sah der «Cygnus»-Feuerball aus einem Flugzeug aus



Eine Rakete mit dem unbemannten privaten US-Raumfrachter «Cygnus» ist beim Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Nach Aufnahmen der US-Weltraumbehörde NASA kam es sechs Sekunden nach dem Start im US-Bundesstaat Virginia zur Explosion.

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Wenn der Abend zum Tag wird: Der verunglückte «Cygnus»-Start von einem Flugzeug aus gesehen. video: youtube/last vids

Die Antares-Rakete hob um 18.22 Uhr (Ortstzeit, 23.22 Uhr MEZ) vom Weltraumbahnhof Walllops kurz ab, bevor sie explodierte und zur Erde stürzte. Es habe weder Tote noch Verletzte gegeben, berichteten TV-Sender unter Berufung auf die NASA. Die Rakete war von der Orbital Sciences Corp gebaut worden.

Die Ursache des Unglücks war zunächst völlig unklar. Die NASA teilte mit, man sei dabei, Daten über das Unglück zu sammeln. Ein NASA-Kontroller rief dazu auf, das Gelände zu sichern. Von einer absichtlichen Zerstörung der Rakete, um etwa ein Einschlag in bewohntes Gebiet zu verhindern, war zunächst keine Rede.

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Ein monströser Feuerball: Die Explosion vom Boden aus gesehen. video: youtube/spacevids.tv

«Es handelte sich um keine unbedingt notwendige Fracht.»

Laut NASA-Topmanager William Gerstenmaier hat «Cygnus» keine unbedingt notwendigen Versorgungsgüter für die Besatzung der ISS an Bord gehabt. «Es handelte sich um keine unbedingt notwendige Fracht», sagte Gerstenmaier. «Die Mannschaft ist in keiner Gefahr.» Auf der ISS befinden sich derzeit sechs Astronauten aus den USA, Russland und Deutschland

Spectators in Chincoteague, Va. watch the fireball from the explosion of the unmanned Orbital Sciences Corp.'s Antares rocket and Cygnus cargo capsule seconds after liftoff from Wallops Island, Va. on Tuesday, Oct. 28, 2014. No injuries were reported following the first catastrophic launch in NASA's commercial spaceflight effort. (AP Photo/The Virginian-Pilot, Rich-Joseph Facun)

Zuschauer werden Zeugen der Explosion. Bild: AP/The Virginian-Pilot

Schweigen – selbst auf Twitter 

Schockiert und beinahe sprachlos reagierte die US-Weltraumbehörde Nasa. Selbst auf Twitter herrschte minutenlang Schweigen. «Der Unfall ereignete sich kurz nach dem Abheben», hiess es kryptisch. Später hiess es, es sei sechs Sekunden nach dem Start gewesen. 

Raketenunglücke wecken unwillkürlich böse Erinnerungen in den USA. Zwar war diesmal niemand an Bord des Frachters, auch sonst habe es keinen Toten gegeben am Startplatz, hiess es. Doch kaum ein Raumfahrt-Fan kommt umhin, an die Explosion des Shuttle «Challenger» 1986 zurückzudenken. 

Damals kamen alle sieben Astronauten vor den Augen von Millionen Amerikanern ums Leben. Auch diesmal zeigten US-Fernsehsender Amateur-Videoaufnahmen – auf denen die Zuschauer beim Anblick der Katastrophe laut aufstöhnten. 

Mittel gegen hohe Ausgaben 

Der von der privaten Firma Orbital Sciences entwickelte «Cygnus» hätte rund 2300 Kilogramm Vorräte und wissenschaftliches Material zur ISS bringen sollen. Es war der vierte Flug eines «Cygnus»-Frachters. 

Erst am Montag musste ein Countdown nur zehn Minuten vor dem Start abgebrochen werden – nach Angaben der NASA war ein Boot der Abschussrampe am Atlantikufer zu nahe gekommen. Auch zuvor hatte es Verzögerungen gegeben.

This image provided by NASA shows the Orbital Sciences Corporation Antares rocket, with the Cygnus spacecraft onboard, on launch Pad-0A after the launch attempt was scrubbed because of a boat down range in the trajectory Antares would have flown had it lifted off, Monday, Oct. 27, 2014, at NASA's Wallops Flight Facility in Wallops Island, Va. The Antares will launch with the Cygnus spacecraft filled with over 5,000 pounds of supplies for the International Space Station, including science experiments, experiment hardware, spare parts, and crew provisions. The Orbital-3 mission is Orbital Sciences' third contracted cargo delivery flight to the space station for NASA.  The next launch attempt will be made on Tuesday. (AP Photo/NASA, Joel Kowsky)

Der Frachter am Montag, bevor der Start verschoben wurde. Bild: AP/NASA

«Cygnus» ist ein unbemanntes Fluggerät, das nach einem Flug nicht wiederverwendet wird. Der Raumfrachter, der auf dem Rückweg meist Müll befördert, verglüht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Unabhängigkeit von Russland angestrebt

Die NASA hatte 2011 ihr Shuttle-Programm beendet – mit «Cygnus» wollten sich die USA bei der Versorgung der ISS unabhängig von russischen Flügen machen. Im Rahmen des knapp zwei Milliarden Dollar schweren Vertrags sollte es bis 2016 mindestens sieben weitere Flüge geben. (rey/sda/dpa)

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