Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Eine Kartoffel-Lieferung aus Frankreich sorgte für Aufregung: Eine Handgranate wurde wohl aus der Erde mitausgegraben. 
Bild: Getty Images/iStockphoto/Aargauer Zeitung

Dickes Ding: Zweifel-Mitarbeiter entdecken in Chips-Fabrik Handgranate zwischen Kartoffeln

In der Fabrik von Zweifel Chips ist in einer Lieferung Kartoffeln aus Frankreich eine Handgranate entdeckt worden. Doch Fachleute gaben bald Entwarnung. Die Granate war nicht gefährlich. Sie dürfte aus dem Ersten Weltkrieg stammen.

Martin Rupf / Aargauer Zeitung



Der Mitarbeiter in der Zweifel-Chips-Fabrik in Spreitenbach staunte wohl nicht schlecht, als er Kartoffeln aussortierte. Plötzlich lag da eine Handgranate vor ihm. Sofort informierte er seinen Vorgesetzten, der wiederum die Polizei alarmierte.

Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau, bestätigt den Vorfall: «Es erreichte uns eine Meldung aus Spreitenbach, wonach in der der Pommes-Chips-Fabrik in einer Kartoffelkiste eine Handgranate entdeckt worden sei.» Sofort seien Einsatzkräfte der Kantonspolizei nach Spreitenbach ausgerückt. «Vor Ort haben wir Fotos der Handgranate gemacht und dem Forensischen Institut Zürich übermittelt», so Pfister.

Die Fachleute des Instituts hätten dann anhand der Fotos sehr schnell erkannt, dass von der Handgranate keine Gefahr mehr ausgeht, weshalb man die Fabrik und die Umgebung auch nicht habe sichern müssen. «Die Fachleute sind dann nach Spreitenbach ausgerückt, um das Objekt vor Ort zu bergen und anschliessend zu vernichten. Eine Gefahr hat zu keiner Zeit bestanden», sagt Pfister. Auch sei kein Strafverfahren eingeleitet worden, da kein Straftatbestand vorliege.

Deutsches Exemplar aus dem 1. Weltkrieg

Zufällig an diesem Tag in der Fabrik anwesend, war auch Mathias Adank (63), seit 2002 Chef der Zweifel Pomy-Chips AG. Er bestätigt den Handgranaten-Fund: «Als wir von diesem erfuhren, haben wir so gehandelt, wie man das auch im Militär lernt: Bei Sprengsätzen auf keinen Fall etwas anfassen.»

Sofort habe man die Kantonspolizei Aargau informiert, die dann auch rasch angerückt sei. «Schnell stellte sich heraus, dass von der Handgranate keine Gefahr ausgeht. Sie war schliesslich auch lange genug in der feuchten Erde», sagt Adank lachend. Tatsächlich gehen die Experten von einem deutschen Exemplar aus dem Ersten Weltkrieg aus. Während der ganzen Bergung und Entsorgung sei die Situation ruhig geblieben.

Steine und Golfbälle sind Klassiker

Dass sich hin und wieder Fremdkörper wie Steine oder auch Golfbälle unter die Kartoffeln verirren, passiert immer wieder. «Doch in all den Jahren seit ich hier Firmenchef bin, hat es noch nie eine Handgranate bis nach Spreitenbach geschafft. Und auch unser Kartoffelchef Ernst Wullschlegel, der schon knapp 30 Jahre für uns arbeitet, hat hier noch nie eine solche zu Gesicht bekommen», sagt Adank.

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? «Die Kartoffelernte ist ein automatisierter Prozess mit grossen Maschinen. Natürlich werden Fremdköper – allen voran Steine – aussortiert. Doch irgendwie muss es die Handgranate doch in die Kiste geschafft haben», so Adank. Besagte Handgranate versteckte sich in einer Lieferung aus Frankreich. «Dort tobten ja im Ersten Weltkrieg einige Schlachten», folgert Adank. Die Reklamation an den Kartoffellieferanten sei umgehend erfolgt.

Auf die Frage, ob die Firma den Handgranatenfund zum Anlass nimmt, eine neue Sorte wie etwa «besonders explosive Chips» zu kreieren, antwortet Adank lachend: «Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder neue, originelle Chips-Kreationen auf den Markt gebracht und werden dies auch künftig tun.» Doch «Handgranaten-Chips» werde es vorläufig keine geben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wieder eine Handgranate in Spreitenbach auftaucht, ist eher klein. Denn rund 97 Prozent der hier verarbeiteten Kartoffeln stammen aus der Schweiz. «Nur wenn es hierzulande aufgrund schlechter Ernten zu wenige Kartoffeln gibt, importieren wir aus dem Ausland», sagte Adank kürzlich in einem Interview. «Das könnte dieses Jahr aufgrund des heissen Sommers der Fall sein. Wir werden wohl bald Kartoffeln importieren müssen.» Kartoffeln ja, nicht aber Handgranaten. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • kiwitage 26.11.2015 12:04
    Highlight Highlight min Cousin schaffet det, anschiinend send sogar 7 Granate gsi (us Holland und Frankriich)
  • Tschowanni 26.11.2015 11:45
    Highlight Highlight erst jetzt kracken die Zweifel Chips so richtig
  • Finöggeli 26.11.2015 10:07
    Highlight Highlight soviel zum Thema Schweizer Kartoffeln
  • Brandroid 26.11.2015 08:11
    Highlight Highlight Zweifel Chips waren schon immer eine Geschmacksexplosion^^
    • panaap 26.11.2015 10:39
      Highlight Highlight Oder doch nur eine Kalorienbombe...
  • fischbrot 26.11.2015 07:51
    Highlight Highlight Viel erstaunlicher als die Granatengeschichte ist die Tatsache, dass es auf Getty tatsächlich Bilder mit Granaten und Kartoffeln gibt :)
    • Olaf 26.11.2015 07:59
      Highlight Highlight Richtig, tschoo. Allerdings hat auch Fischbrot einen Punkt. Denn zunächst stand da tatsächlich nur Getty. Habs gerade mit istockphoto und Aargauer Zeitung ergänzt.

Untersuchung: In Kantonsspitälern Aarau und Baden wurde falsch abgerechnet

In den staatseigenen Kantonsspitälern Aarau und Baden ist es zu falschen Abrechnungen durch Chefärzte gekommen. Dieses Fazit hat die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates nach einer Untersuchung gezogen. Um welche Summen es sich handelt, bleibt ungeklärt.

Auch seien der betroffene Zeitraum und die beteiligten Personen beziehungsweise die betroffenen Kliniken und Abteilungen weiterhin genauso wenig klar, heisst es im am Donnerstag vorgestellten Bericht einer Arbeitsgruppe der …

Artikel lesen
Link zum Artikel