Schweiz
Armee

Die P-26 meldet sich zurück: Eine andere Zeit, eine andere Welt

Dezember 1990: Ein Soldat steht anlässlich einer Presseführung zur Information über die Geheimarmee P-26 vor der unterirdischen Bunkeranlage bei Gstaad im Berner Oberland. Der Stützpunkt diente der Ge ...
Dezember 1990: Ein Soldat steht anlässlich einer Presseführung zur Information über die Geheimarmee P-26 vor der unterirdischen Bunkeranlage bei Gstaad im Berner Oberland. Der Stützpunkt diente der Geheimorganisation als Waffenlager und Ausbildungsanlage.Bild: keystone

Die P-26 meldet sich zurück: Eine andere Zeit, eine andere Welt

Heute würde wohl «Staatsterroristen» stehen in den Schlagzeilen. Die Hysterie Ende der 1980er-Jahre aber ist nachvollziehbar. Kopp-Rücktritt, Fichenaffäre und auch noch die P-26- Geheimarmee – ausreichend Futter für skandalfreudige Medien.
12.07.2016, 10:3212.07.2016, 11:27
Christoph Bopp
Mehr «Schweiz»

Für die Mitglieder war das hart. Bei der P-26 gab es zwar die «Pioniere», die im Umgang mit Sprengstoff ausgebildet wurden, und den Teilnehmern wurde eine Schnellbleiche mit der Pistole zur Selbstverteidigung verpasst. Aber der Hauptzweck lag auf der Beschaffung und Weitergabe von Informationen. Und die Beteiligten durften die Schlagzeilen nicht richtigstellen. Schweigepflicht. Erst später gab es staatlichen Dank und Anerkennung wie bei der Entlassung aus der Dienstpflicht üblich.

Der verstorbene Hans-Rudolf Strasser.
Der verstorbene Hans-Rudolf Strasser.
Bild: KEYSTONE

Sogenannte «Stay-behind»-Organisationen gab es auch andere in Europa. Geheim mussten sie natürlich sein. Und was geheim ist, erregt Argwohn. Nicht immer zu Unrecht. Geheimdienste sind ein ideales Feld für krumme Spielchen. Was wäre ein angemessener Umgang? Ist die Akribie im Aufstellen und das hartnäckige Pochen auf die Bundesverfassung bei der Verteidigung der P-26 ein Zeichen für den «Widerstandswillen» der Schweiz, ein Exzess bornierter Kalter Krieger oder ein nostalgischer Rückfall in Pfadi- oder Bubenromantik? Die Mitglieder waren integer, sie taten das professionell mit allen Opfern, die damit verbunden waren, und dachten, sie handelten im Auftrag und Interesse des Staates. Das muss man respektieren. Und über die staatlichen Absichten darf man denken, was man will.

Jetzt auf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
150'000 Franken mit neuer Betrugsmasche in Basel ergaunert

Bei zwei Betrugsdelikten sind in Basel-Stadt in den letzten Tagen 150'000 Franken ergaunert worden. Betrüger gelangten über das Telefon an Kontozugangsdaten, wie die Basler Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Zur Story