Schweiz
Armee

Präventive Drogentests in der Armee scheitern hochkant im Nationalrat

Armeeangehoerige vor einem EXIT Signet waehrend dem Festakt bei der Entlassungsinspektion in der Kaserne Rappischtal in Birmensdorf, am Dienstag, 15. September 2015. Vom Dienstag, 15. bis Freitag, 25. ...
Kein Antreten zum Drogentest.Bild: KEYSTONE

Präventive Drogentests in der Armee scheitern hochkant im Nationalrat

14.12.2016, 10:1414.12.2016, 11:17

Armeeangehörige sollen nicht präventiv auf Drogen getestet werden dürfen. Der Nationalrat hat eine Motion aus dem Ständerat mit dieser Forderung am Mittwoch mit 158 zu 6 Stimmen abgelehnt.

Der Vorstoss stammte vom Zürcher SP-Ständerat Daniel Jositsch. Dieser verlangte eine rechtliche Grundlage für verdachtsunabhängige Drogentests in der Armee. Jositsch hält solche Kontrollen für dringend nötig, da in der Armee Waffen benützt und schwere Fahrzeuge geführt würden.

Keine Militärunfälle wegen Drogen bekannt

Die Nationalrat wollte nichts davon wissen. Kommandanten könnten heute schon Drogentests anordnen, sagte Kommissionssprecher Beat Flach (GLP/AG). Dafür brauche es aber einen konkreten Verdacht. Präventive Kontrollen ganzer Einheiten oder Schulen wären nach Ansicht der Kommission unverhältnismässig, zu aufwendig und schädlich für das Vertrauensverhältnis zwischen Kommandanten und Mannschaften. Laut Flach sind auch keine Militärunfälle im Zusammenhang mit Drogenkonsum bekannt.

Verteidigungsminister Guy Parmelin hatte die Motion unterstützt, nachdem beim diesjährigen WEF in Davos zwölf Soldaten beim Kiffen und Koksen erwischt worden waren. Er versprach auch, dass der Bundesrat den Auftrag verhältnismässig umsetzen würde, konnte den Nationalrat aber nicht von seinem Kurs abbringen. Der Vorstoss ist damit vom Tisch. (whr/sda)

Chronologie der Schweizer Drogenpolitik

1 / 35
Chronologie der Schweizer Drogenpolitik (2023)
In dieser Bildstrecke zeigen wir die Meilensteine der Schweizer Drogenpolitik, vom Opium-Verbot 1924 bis heute ...
quelle: keystone / martin ruetschi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
So wollen BLT und Stadler Rail Vibrationen bei Tina-Trams reduzieren
Die Tina-Trams der Baselland Transport AG (BLT) sollen künftig auch weniger stark vibrieren. Die BLT und der Hersteller Stadler Rail möchten dies mit neuen gummigefederten Rädern erreichen. Erste Tests sind für Anfang Juli geplant.
Vorgesehen ist, dass ein Tram mit neuen, gummigefederten Rädern ausgestattet wird. Die Testfahrten sollen Anfang Juli beginnen, wie die BLT und Stadler Rail am Mittwoch gemeinsam mitteilten.
Zur Story