Schweiz
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Bundesrat Guy Parmelin, Chef VBS, links, und Korpskommandant Philippe Rebord, Chef der Armee, aeussern sich anlaesslich einer Pressekonferenz am Informationstag zur Weiterentwicklung der Armee (WEA), am Donnerstag 31. August 2017, in Burgdorf. (KEYSTONE/Marcel Bieri).

Armeechef Philippe Rebord. Bild: KEYSTONE

Armeechef will mehr Transmenschen und Frauen in der Schweizer Armee

Ende Jahr wird Armeechef Philippe Rebord aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. In einem Interview mit «20 Minuten» spricht er über die Wehrpflicht für Frauen, Transmenschen in der Armee und die Rückkehr des Kalten Krieges.



Philippe Rebord über ...

... Frauen in der Armee

«Ich wünsche mir [...] mehr Frauen in der Armee. Sie haben eine andere Art, wie sie auf die Bevölkerung zugehen. Das sehen wir im Kosovo, wo der Frauenanteil bei der Swisscoy zurzeit bei 22 Prozent liegt.»

... Wehrpflicht für Frauen

«Falls die Dienstpflicht für Frauen in 15 Jahren an die Urne kommt, werde ich zustimmen.»

... Anreize für Frauen

«Wir müssen, solange der Dienst für Frauen nicht obligatorisch ist, mit Anreizen arbeiten. In Polen etwa gibt es für freiwillige Milizler Steuererleichterungen. Es braucht neue, kreative Ideen. Wir sind daran, solche zu prüfen.»

... Transmenschen in der Armee

«Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass auch Transmenschen ein Anrecht haben, Dienst zu leisten, wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen. Das Handbuch werden wir überarbeiten.»

... virale Videos aus Kasernen

«Ich kann [...] über vieles lachen. Ich verstehe die Jungen – ich selbst war mit 20 Jahren kein besonderer Held. Aber was ich wirklich nicht dulde, sind Videos, die die Persönlichkeit eines Einzelnen verletzen, die rassistisch oder gewaltverherrlichend sind oder die Sicherheitsvorschriften tangieren.»

... die Kampfjet-Beschaffung

«Das [sind] zwischen 0,7 und 0,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz. Zum Vergleich: Von den Nato-Ländern wird gefordert, 2 Prozent des BIP in die Verteidigung zu investieren. Wir müssen bis 2030 unsere Kampfjets ersetzen. Für die Schweizer Armee wird die Abstimmung darüber – die mit Garantie kommen wird – zur Stunde der Wahrheit.»

Kampfpilotinnen aus aller Welt

... die Aufkündigung des INF-Vertrags zwischen Russland und der USA

«Die Kündigung des Vertrags ist ein Rückschritt ins Jahr 1987. Für die Gesamtsicherheit Europas ist das ein markanter Verlust. Im Bereich der nuklearen Waffen kann man gar von einer Rückkehr des Kalten Krieges sprechen.»

... seinen persönlichen Höhepunkt ...

«Die Wiedereinführung der Mobilmachung. Wir sind so in der Lage, 35'000 Soldaten innerhalb von 10 Tagen in den Einsatz zu bringen. Die Nato schafft 30'000 Personen in 30 Tagen. Die Schweizer Milizarmee ist also agiler als die Profi-Armee der Nato.»

... und seinen Tiefpunkt

«Wenn wir einen Angehörigen der Armee verlieren – so wie letzte Woche beim Verkehrsunfall auf dem Sustenpass. Solche Tragödien machen die Kommandanten und mich extrem betroffen.»

... über seine Zukunft

«Ich habe meiner Frau versprochen, bügeln zu lernen. Schliesslich laufe ich dann nicht mehr in der Militäruniform rum.»

Das ganze Interview findest du auf «20 Minuten».

(jaw)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mutbürgerin 16.08.2019 14:06
    Highlight Highlight Macht endlich eine Berufsarmee, dann hat man diejenigen Leute, die man braucht und die etwas können.
    Niemand kommt auf die Idee, die SBB im Milizsystem zu betreiben und Bürger jedes Jahr zu zwingen für 3 Wochen Billete zu kontrollieren, Gleise zu polieren oder Bahnhäuschen gegen imaginäre Angreifer zu bewachen.
    • fidget 16.08.2019 14:57
      Highlight Highlight Wie soll das funktionieren mit einer Berufsarmee? Als in Deutschland die Wehrpflicht abgeschafft wurde, bekam die Bundeswehr massiv Probleme genügend Soldaten zu gewinnen. Deutschland hat 10x so viele Einwohner wie die Schweiz, daher glaube ich kaum, dass wir genügend Freiwillige finden, um eine funktionierende Berufsarmee auf die Beine zu stellen. Das Milizsystem läuft gut, es bräuchte nur hier und da ein paar Anpassungen.
    • Güzmo 16.08.2019 16:21
      Highlight Highlight Gehen Sie an einen Tag der offenen Tür. Reden Sie mit den Beruflern und den Milizlern, vergleichen sie die Aussagen und dann nachdenken. Es gibt 1000 Gründe.
      Stellen Sie sich nur mal die Löhne bei den Cyberabwehrlern und der technischen Überwachung vor, wenn man sich nicht die Besten raussuchen kann, sondern anwerben muss. Die werden zB nicht bei der Rekrutierung ausgehoben sondern aus eingerückten AdA aussortiert.
      Und das ist nur ein Beispiel. LKW-Fahrer, Mechs, Übersetzer, Meteorologen…
      ps: Das SIE den Feind nicht sehen, heisst nicht das er imaginär ist. Aktion statt Reaktion.
  • Karl Marx 16.08.2019 12:05
    Highlight Highlight Wenn Transmenschen zugelassen werden, wird der Zivildienst ja noch attraktiver. Ob der Schuss nicht nach hinten losgeht, wird sich zeigen.
    • OkeyKeny 16.08.2019 13:40
      Highlight Highlight Wow.
  • Steriouser 16.08.2019 12:03
    Highlight Highlight Wehrpflicht für alle Schweizer, ist doch nicht so kompliziert oder
  • Eidi 16.08.2019 11:41
    Highlight Highlight Bin selbst grad im Wk und wir sind uns einig. Transmenschen würden sich trotz toleranz keinen Gefallen tun. Soldaten sind wie Kinder. fies!
    • Güzmo 16.08.2019 14:36
      Highlight Highlight Bin da hin und her gerissen. Gibt sicher Truppenteile wo das keine gute Idee ist.
      Haben Sie /habt Ihr Erläuterungen wieso?

      Auf der anderen Seite kann ich von mir sagen, dass ich bei diskriminierendem Verhalten egal aus welchem Grund, kein Pardon kenne (und auch keinen Vorgesetzen der sowas dulden würde) und meist kommt es noch nicht mal dazu weil die Kameraden unter sich sowas nicht goutieren.
      Das es im Humor oft Frauenfeindlich zu und her geht, wenn keine da sind, ist denk ich was anderes und eher der "verschulbubung" von reinen Männergruppen zuzuordnen.

  • Jekyll & Hyde 16.08.2019 10:42
    Highlight Highlight Warum Steuererleichterung nur für Freiwillige ? Ich würde generell eine Steuererleichterung für Dienstleistende (Armee / Zivildienst / Zivilschutz) einführen. Bin mir sicher das Motiviert den ein oder anderen.
    Außerdem würde ich die Armee-Wks auf 1 Woche beschränken (1 Tag Material fassen, 3 Tage Übung, 1 Tag Material Retablieren). Sollte ebenfalls Motivationssteigernd sein.
    • DerMeiner 16.08.2019 11:26
      Highlight Highlight So spricht auch nur einer, der von Logistik, Planung usw. absolut keine Ahnung hat. So etwas ist schlicht nicht umsetzbar.
    • fidget 16.08.2019 12:25
      Highlight Highlight Einwöchige WKs sind noch sinnloser. Bis die ganze Organisation steht, und das Material gefasst ist, wäre der halbe WK schon beinahe vorbei und man könnte gleich mit dem Retablieren beginnen. Das lohnt sich überhaupt nicht. Wenn man über die WKs diskutieren will, dann allerhöchstens ob man dieses Modell abschaffen soll.
    • Demo78 16.08.2019 13:26
      Highlight Highlight Ich hatte noch jährliche 2 wöchige WK‘s. Schon da war es so kaum Material gefasst, wieder alles abgeben🤷🏻‍♂️
  • Auric 16.08.2019 10:22
    Highlight Highlight Verdammt, und wenn es nicht genug Transmenschen gibt??
  • DerUnsichtbare 16.08.2019 09:12
    Highlight Highlight Wie wäre es über die abschaffung der Miliz-Armee abzustimmen?🤦🏽‍♂️ Bevors hier wieder Blitze hagelt, bin selber dabei als WM. Aber jedes Jahr für 4 Wochen in diesen verein einzutreten ist schon ausserordentlich nervig...
    • 54er 16.08.2019 09:24
      Highlight Highlight Überarbeiten der Milizarmee und gewisse Teilbereiche aus dem Milizsystem ausschliessen.. Ja bin ich auch der Meinung.

      Wieso nicht abschaffen ? Weil die Schweiz keine reine Berufsarmee aufbauen kann, da sie zu wenig „beschäftigt“ wäre, was ja eigentlich was positives ist..

      Und sorry ohne Armee geht es nicht.. auch wenn der Grundgedanke vonwegen man braucht keine Armee noch so schön ist und für den ganzen Planeten das Beste wäre🤷🏻‍♂️
    • Güzmo 16.08.2019 09:29
      Highlight Highlight Ich finds nicht nervig, mir macht das im Gesamtrahmen Spass aber der WK ist ein völlig unsinniges Konzept.
      2/3 der Einsatzzeit damit zu verbringen Material auszufassen oder abzugeben - Privat würde ich mich von so einem Projekt fernhalten - mit Ausnahmen wie Goldschürfen oder so, da lohnt sich 1/3 Einsatzzeit dann auch...
    • DerUnsichtbare 16.08.2019 10:05
      Highlight Highlight Ich teile eure Meinung, es geht nicht ohne Armee. Aber lieber verkleinern wir es und machen es richtig statt so etwas halbes wie jetzt. @ Güzmo genau das ist es was mich am WK so nervt, und dann läuft nichts und kaum ist Abgabe ist wieder ein riiiiiesen Stress🤷🏻‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Musta Makkara 16.08.2019 09:04
    Highlight Highlight Die Agilität der Schweizer Armee dürfte sich tatsächlich auf die Mobilmachung beschränken, befürchte ich.
    • Damian derungs 16.08.2019 12:26
      Highlight Highlight Und wenns ernst wird, werden nicjt mal die hälfte auftauchen, denn wer geht schon freiwillig für andere sterben?
    • jimknopf 16.08.2019 13:37
      Highlight Highlight Bei uns im Zivilschutz wurde ein Probealarm getestet. Man sollte auf die Nachricht reagieren in Form von SMS oder E-Mail. Registrierte Rückmeldungen waren bei knapp 30%.
  • Güzmo 16.08.2019 08:58
    Highlight Highlight Also geht's eigentlich nur ganz am Rand um Transmenschen? Nana fangen wir etwa an die Überschriften Klickabhängig zu formulieren?

    Bin selbst O-Löfti und in Bezug auf die Filmchen; Finde das einen unglaublich offenen Umgang damit, der so in keinster Weise umgesetzt wird. Deckt sich aber mit meiner.
    Kein Geschädigter, kein Problem.
  • nilsnektarine 16.08.2019 08:49
    Highlight Highlight Aber uuh das Thumbnail-Bild... Pizzaiolo-Beret ahoi 😂
    • Janis117 16.08.2019 10:40
      Highlight Highlight Er döff will er chan... :D
  • DocShi 16.08.2019 08:22
    Highlight Highlight Also geschrieben scheint der Armeechef ganz vernünftig zu sein.
    • Butschina 16.08.2019 08:56
      Highlight Highlight Dachte ich auch.
    • Andi Weibel 16.08.2019 11:28
      Highlight Highlight Ausser, wenn es um Kampfjets geht... Ich habe keine Lust, mit meinen Steuergeldern Luxus-Flugis zu bezahlen, wenn man die Luftpolizei mit x-mal günstigeren Jets ebenso gut erledigen könnte.
    • Damian derungs 16.08.2019 12:29
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