DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Asylsuchender raeumt Schuhe weg, anlaesslich der Einladung zum Tag der offenen Tuer in der Zivilschutzanlage in Dagmersellen, wo Asylsuchende untergebracht sind, am Montag, 30. Maerz 2015. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Ein Asylsuchender in einer Schweizer Unterkunft. Bild: KEYSTONE

Die Schweiz schützt Asylsuchende wie kaum ein anderes Land – oft aber nur auf Zeit



Die Schweiz gewährt Asylsuchenden Schutz, den es so in fast keinem anderen Land in Europa gibt: Letztes Jahr war das in 71 Prozent der Gesuche der Fall, die das Staatssekretariat für Migration (SEM) behandelte. Das geht aus einer Statistik der EU-Behörde Eurostat hervor, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. 

In den meisten anderen Ländern Europas war die Schutzquote für Asylsuchende deutlich tiefer. In Italien etwa lag sie letztes Jahr bei 59 Prozent, in Deutschland bei 42 Prozent und in Frankreich gerade mal bei 22 Prozent. 

Höhere Quoten als die Schweiz verzeichneten nur Schweden, Malta, Bulgarien und Zypern; allerdings behandelten die drei letztgenannten Länder deutlich weniger Gesuche als fast alle west- und nordeuropäischen Staaten. 

Schweiz gewährt oft nur Schutz auf Zeit

Rund 15'500 Asylsuchende erhielten letztes Jahr in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht, wie die Zeitung weiter schreibt. In Italien waren es nur wenig mehr, in Frankreich und Grossbritannien sogar weniger. Einzig Deutschland und Schweden verzeichneten deutlich mehr Schutzgewährungen. 

Was auffällt: In fast zwei Dritteln der Fälle gewährte die Schweiz den Asylsuchenden nur vorübergehend Schutz. So lehnte das SEM 2014 rund 9400 Gesuche ab, weil es bei den Betroffenen keine Asylgründe erkannte. Es sah von ihrer Ausschaffung aber ab und erteilte ihnen eine sogenannte vorläufige Aufnahme. In rund 2700 Fällen geschah das, weil in den Herkunftsländern der Gesuchsteller Bürgerkriege herrschen oder Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Und in rund 6700 Fällen, weil die abgewiesenen Asylsuchenden aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht aus der Schweiz ausgeschafft werden konnten. Gemäss Eurostat ist diese Zahl im europäischen Vergleich besonders gross; nur in Italien liegt sie noch höher. (feb)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Corona stoppt Migrationsbewegungen: So wenig Flüchtlinge kommen noch in die Schweiz

Einst prägten sie die Nachrichten, jetzt sind geflüchtete Personen gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden – was nicht heisst, dass es sie nicht mehr gibt. Die wichtigsten Asylzahlen und -grafiken im Überblick.

Im Corona-Jahr gerieten Asylsuchende aus dem Fokus von Politik und Medien – was nicht heisst, dass keine da waren. Zwar stellten so wenige Personen in der Schweiz ein Asylgesuch wie zuletzt vor dreizehn Jahren, doch gerade an den europäischen Aussengrenzen versuchen nach wie vor viele Menschen, die Grenzen zu überwinden.

Im Jahr 2020 wurden 11'041 Asylgesuche gestellt. Das sind 22,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Es ist der tiefste Wert seit dem Jahr 2007 mit 10'844 Gesuchen. Das …

Artikel lesen
Link zum Artikel