Schweiz
Banken

Die abzugsfähige CS-Busse stört auch Bürgerliche 

Rohner und Dougan nach der Generalversammlung in Zürich.
Rohner und Dougan nach der Generalversammlung in Zürich.Bild: KEYSTONE
«Ich goutiere diesen Abzug nicht!»

Die abzugsfähige CS-Busse stört auch Bürgerliche 

urs p. gasche, infosperber
Die Credit Suisse darf ihre 2,5-Milliarden-Busse bei den Steuern in Abzug bringen. Das finden nicht nur SP und Grüne stossend.
22.05.2014, 10:5722.05.2014, 18:34
Ein Beitrag von infosperber
Branding Box

Die Busse in Höhe von 2,5 Milliarden Franken hat ihren Grund: Die CS hat in den USA Jahrzehnte lang gesetzwidrig gehandelt, Zehntausenden US-Bürgern geholfen, Steuern zu hinterziehen und zu diesem Zweck illegale Schein-Trusts geduldet und Meldepflichten umgangen. 

Die Schweizer Steuerbehörden behandeln diese Busse als normalen Geschäftsaufwand, sodass die Bank ihre Busse bei den Steuern in Abzug bringen kann – zum Schaden von Kanton und Bund.

Eine Blitzumfrage des Infosperber ergab, dass dies nicht nur SP und Grüne stossend finden, sondern auch etliche bürgerliche Politiker. «Ich goutiere diesen Abzug nicht!», empört sich der Thurgauer SVP-Nationalrat Markus Hausammann. Bussen sollen nicht in Abzug gebracht werden können, und zwar «nicht erst in Zukunft». Für das Abschaffen dieser Abzugsfähigkeit plädieren auch FDP-Ständerat Joachim Eder, sein CVP-Ratskollege Isidor Baumann, CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz und CSP-Nationalrat Karl Vogler.

«Jedermann soll Bussen abziehen können» 

Der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Büchel stört sich am Steuerabzug nicht, ist jedoch konsequent: Er würde sich dafür einsetzen, dass auch natürliche Personen ihre Steuerbussen und allenfalls auch Verkehrsbussen bei den Steuern in Abzug bringen können. Mit dieser Forderung scheint Büchel allerdings ziemlich einsam dazustehen. 

Je näher Parlamentarier mit Unternehmen verbandelt sind, desto eher verteidigen sie die einseitige Abzugsfähig von Bussen zugunsten von Unternehmen und Konzernen. 

«Warum sollte es bei den Bussen anders sein?»

Hansruedi Wandfluh, Verwaltungsratspräsident der Wandfluh AG in Frutigen, findet es normal, dass juristische Personen «jeden Aufwand zur Leistungssteigerung» abziehen können: «Warum sollte es bei den Bussen anders sein?». Bei normalen Bürgern würden andere Regeln gelten: «Diese können Lebenshaltungskosten generell nicht abziehen.»

Die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist pflichtet Wandfluh bei. Die Frage, wie sie die unterschiedliche Behandlung von natürlichen und juristischen Personen bei diesem Steuerabzug von Bussen begründet, wollte sie nicht beantworten. 

Dieser Inhalt wurde von infosperber erstellt. 
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Richemont legt in den USA und in Asien kräftig zu
Der Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont ist in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026/27 überraschend kräftig gewachsen. Während die Genfer von einer anhaltend starken Nachfrage in den USA profitieren, hat sich das Geschäft in Asien gut erholt. Sogar im Nahen Osten legten die Verkäufe trotz des Iran-Kriegs leicht zu.
Insgesamt steigerte Richemont den Konzernumsatz in den Monaten April bis Juni um 17 Prozent auf 6,33 Milliarden Euro, wie die Gruppe am Mittwoch bekanntgab. Um Währungseinflüsse bereinigt kletterten die Verkäufe gar um 20 Prozent in die Höhe. Getragen wurde das Wachstum vom Geschäft in den USA und in Asien.
Zur Story