Schweiz
Bern

Kanton Bern will am Thunersee bis zu 100 Kormorane abschiessen

Kanton Bern will am Thunersee bis zu 100 Kormorane abschiessen

08.11.2024, 15:0308.11.2024, 18:00

Um die Äschenlaichgebiete bei der Schadau in Thun zu schützen, will der Kanton Bern in den nächsten Jahren bis zu 100 Kormorane abschiessen. Das hat er im Amtsblatt des Kantons Bern mitgeteilt.

A cormorant opens its wings on the Dodder River at Clonskeagh in Dublin, Ireland Friday March 22, 2024. (Nick Bradshaw/PA via AP)
Ein Kormoran trocknet seine Flügel (Symbolbild).Bild: keystone

Die Kormorane sollen durch Organe der Wildhut geschossen werden, maximal 20 Vögel pro Jahr. Das erste Mal ist eine solche Vergrämungsaktion Anfang Januar 2025 geplant. Sie soll bis am 31. März 2025 dauern.

Der Kanton begründet die Massnahme damit, dass die Bestände der als gefährdete Art geltenden Äschen seit Jahren zurückgehen. Äschen gehören zum Speiseplan der Kormorane. Bereits seit mehreren Jahren werden in Thun Kormorane zum Schutz der bedrohten Fische geschossen.

Der Vergrämungsaktion kritisch gegenüber steht Claudia Kuhnert, Leiterin der Geschäftsstelle des Vogelschutzvereins Birdlife Bern. Diese sei Symptombekämpfung.

«Die Äsche in der Schweiz wird bedroht durch Zerstörung der Lebensräume, Verschlechterung der Wasserqualität und Wanderhindernisse», wird Kuhnert in den Berner Tamedia-Zeitungen vom Freitag zitiert.

Das grösste Problem für den Fisch seien zu hohe Wassertemperaturen im Sommer aufgrund des Klimawandels. Die Entnahmen von Äschen durch die Angelfischerei und durch den Kormoran seien «weitere Einflussfaktoren unter vielen», fügt Kuhnert an. Derweil werde für den Schutz der Biodiversität und der Lebensräume weiterhin viel zu wenig unternommen. (dab/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
36 Wochen Elternzeit: Initiative steht und soll für mehr Kinder sorgen
Eine überparteiliche Allianz hat genügend Unterschriften zusammen, um ihre Familienzeit-Initiative einzureichen. Die Initianten sind überzeugt, dass sich die Investition lohnt. Doch Widerstand gibt's auch von links.
Zuletzt sah es so aus, als könnte es knapp werden: Einen Monat vor Schluss fehlte der Familienzeit-Initiative noch eine beträchtliche Zahl von Unterschriften. Nun aber vermeldet das überparteiliche Komitee einen ersten Erfolg. 136'000 Unterschriften sind zusammengekommen – und auch wenn noch nicht alle geprüft seien, stehe fest, dass das Minimum von 100'000 gültigen Unterschriften erreicht worden sei. Am Mittwoch will das Komitee das Begehren einreichen.
Zur Story