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Corona Schweiz: Von diesen 3 Faktoren hängt ab, wie unser Herbst wird

Personen tragen Masken zu den verschaerften Coronaschutzmassnahmen, am Montag, 19. Oktober 2020, bei der Bushaltestelle Loeb in Bern. Die Maskentragpflicht gilt nebst allen oeffentlich zugaenglichen R ...
Ein Herbst ohne Masken? Dafür müssten einige Bedingungen erfüllt sein. Bild: keystone

Von diesen 3 Faktoren hängt ab, ob wir im Herbst möglichst Massnahmen-frei leben können

Der Bundesrat rechnet im Herbst mit drei verschiedenen Corona-Szenarien. Wie es zum «Best Case»-Szenario kommen könnte und die Schweiz auf einen möglichst Massnahmen-freien Herbst zusteuert, hängt vor allem von drei Faktoren ab.
01.07.2021, 20:1402.07.2021, 15:17

Am Mittwoch skizzierte Gesundheitsminister Alain Berset den weiteren Weg aus der Corona-Pandemie. In den Sommermonaten rechnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit einer weiteren Entspannung der Lage.

Mit etwas kritischerem Blick schaut man auf die kälteren Tage. Noch ist nicht klar, ob die Corona-Infektionen dank der fortschreitenden Impfung der Bevölkerung auch im Herbst und Winter in Schach gehalten werden können. Das BAG rechnet dabei mit drei verschiedenen Szenarien:

  • 1️⃣ Best Case: Die Corona-Zahlen bleiben auf einem tiefen Niveau. Das Gesundheitssystem wird nicht überlastet. Alle bestehenden Massnahmen können aufgehoben werden. Die Krise ist vorbei.
  • 2️⃣ Trendszenario: Die Corona-Fallzahlen steigen im Herbst wieder an. Grund dafür können erhöhte Ansteckungen von nicht geimpften Personen oder eine ansteckendere Virusvariante sein. Die steigenden Infektionszahlen führen dazu, dass das Gesundheitssystem stark belastet wird. Es müssen erneut staatliche Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung verlängert werden oder wieder eingeführt werden. Denkbar wären eine Ausweitung der Maskenpflicht und Abstandsvorschriften.
  • 3️⃣ Worst Case: Eine oder mehrere Virusvarianten treten auf, mit der sich auch bereits geimpfte Personen anstecken. Die Corona-Zahlen steigen erneut und lösen eine neue pandemische Welle aus, die das Gesundheitssystem stark belastet. Ein starkes staatliches Eingreifen und eine Impfkampagne sind erneut erforderlich.

Gemäss dem Papier des BAG bereiten sich Bund und Kantone auf alle drei Szenarien vor. Das Trendszenario steht jedoch im Fokus. Zu welchem Szenario es im Herbst tatsächlich kommen wird, lässt sich nicht abschliessend beantworten, da die pandemische Entwicklung von verschiedenen Faktoren abhängig ist.

Folgend sind jene aufgeführt, die den grössten Einfluss darauf haben, wie sich die Situation entwickelt, wenn die Tage wieder kürzer und kälter werden:

Immunität der Bevölkerung

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Einer der wichtigsten Faktoren ist die Anzahl geimpfter Personen in der Schweiz. Je mehr Menschen vor dem Coronavirus geschützt sind, desto weniger kann sich das Virus verbreiten.

Laut der Covid-Taskforce des Bundes hat das skizzierte «Best Case»-Szenario nur dann eine Chance, wenn mehr als 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung immun ist. Sei dies, weil man geimpft ist oder sich angesteckt hat und genesen ist.

Liegt der Anteil der immunen erwachsenen Bevölkerung unter 80 Prozent, steigt die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Infektionswelle – und damit auch das Risiko, dass Szenario 2 oder 3 eintreten.

Bedingungen für das «Best Case»-Szenario:
Über 80 % der erwachsenen Bevölkerung ist geimpft/genesen.

Überwachung des Virus

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Ein Virus hat vor allem ein Ziel: In kurzer Zeit in so viele Wirte wie nur möglich einzudringen. Deshalb verändert es sich fortlaufend. Für den weiteren Verlauf der Pandemie ist es gemäss der Covid-Taskforce des Bundes enorm wichtig, genau diese Veränderungen und Mutationen genaustens zu überwachen.

Denn mit der Mutation der Corona-Viren verändern sich womöglich auch die Übertragungsraten und die Potenz des Virus. Die gute Nachricht ist: Die in der Schweiz verabreichten Impfungen schützen gegen die bislang bekannten Corona-Varianten sehr gut. Es kann aber passieren, dass neue Varianten gegen die Impfung resistent sind und man sich trotz einer Impfung anstecken kann.

Der Faktor Zeit spielt bei der Überwachung eine zentrale Rolle: Denn je rascher neue Varianten identifiziert und deren Gefährlichkeit von Epidemiologinnen und Epidemiologen beurteilt werden kann, desto schneller können Bund und Kantone darauf reagieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Bedingungen für das «Best Case»-Szenario: Die Coronavirusvarianten werden möglichst in Echtzeit überwacht und es kann rasch auf gefährliche Varianten reagiert werden.

Globaler Impffortschritt

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Die Schweiz alleine kann die Pandemie nicht besiegen. Ebenfalls enorm wichtig ist die globale Verbreitung des Coronavirus. Wenn die Ansteckungszahlen global sinken, reduziert das auch die Entstehung von neuen Virusvarianten.

Weil die Impfdosen weltweit sehr ungleich verteilt sind, ist damit zu rechnen, dass die Pandemie weltweit noch etwas andauern wird. Je schneller auch ärmere Länder zu Impfstoff kommen, desto schneller können auch grosse Teile der Weltbevölkerung geimpft werden.

Neben einem guten inländischen Virus-Überwachungssystem muss die Schweiz auch dafür sorgen, dass sie auf internationaler Ebene Zugang zu allen nötigen Informationen hat. So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Juni 2020 eine spezielle Arbeitsgruppe zur Virusevolution eingerichtet, die wöchentlich über die zirkulierenden Virus-Varianten informiert.

Bedingungen für das «Best Case»-Szenario: Das Corona-Virus wird global überwacht und wichtige Informationen über Varianten können schnell ausgetauscht werden. Zudem schreitet die Impfung auch in ärmeren Teilen der Welt rasch fort.

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