Schweiz
Bundesrat

Die PKK führt Ausbildungslager in der Schweiz durch

FILE - A group of armed Kurdish fighters from the Kurdistan Workers Party (PKK) enter northern Iraq in the Heror area, northeast of Dahuk, 260 miles (430 kilometers) northwest of Baghdad, Iraq, Tuesda ...
Kämpfer der PKK in Irak.symbolBild: keystone

Die PKK führt Ausbildungslager in der Schweiz durch

20.02.2025, 12:1020.02.2025, 12:25

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) führt in der Schweiz mehrmals pro Jahr klandestine Ausbildungslager durch. Das schreibt der Bundesrat in der Stellungnahme zu einem Vorstoss aus dem Parlament. Die Lager hätten ideologischen Charakter und dienten der Indoktrinierung.

In der Schweiz sammle die PKK Geld und führe Propagandaaktivitäten sowie Ausbildungslager durch, schreibt der Bundesrat in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation von Nationalrätin Jacqueline de Quattro (FDP/VD). In den Lagern würden unter anderem junge Menschen indoktriniert.

Einzelne Personen würden gezielt als künftige Kaderangehörige oder auch für den Fronteinsatz gegen die türkische Armee rekrutiert, schreibt der Bundesrat. Die Lager hätten aber rein ideologischen Charakter und basierten auf den Schriften von Kurdenführer Abdullah Öcalan. Waffenkunde, Kampftaktik oder Ähnliches würden nicht gelehrt.

Eine genaue Zahl der stattgefundenen Lager lässt sich nicht nennen. Denn sie werden klandestin durchgeführt und lassen sich auch nicht immer klar unterscheiden von anderen Veranstaltungen. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) geht von einer Grössenordnung von etwa sechs solcher Lager im Jahr aus.

Der NDB verfolgt nach Angaben der Landesregierung die Lage im Zusammenhang mit PKK-Aktivitäten. Lasse sich auf eine Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit schliessen, würden Einreiseverbote verhängt. Auch gegen Aufrufe zu Gewalt werde vorgegangen.

Die PKK führe ihrem Kampf um Anerkennung in Europa mehrheitlich ohne Gewalt, hält der Bundesrat fest. In der Schweiz gebe es sporadisch gewaltsame Zusammenstösse zwischen PKK-Anhängern und türkischen Nationalisten. Türkische Vorstösse gegen die kurdische Selbstverwaltung in Syrien dürften zu erhöhtem PKK-Aktivismus in der Schweiz führen. Dieser dürfte aber kaum von Gewalt begleitet sein. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
17 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Knäckebrot
20.02.2025 16:38registriert Juni 2017
Passend zu erwähnen, dass sie regelmässig kurdische Läden oder kurdische Personen in wichtigen Positionen um "Mitgliederbeiträge" abklappern.

In Basel wurde deswegen auch schon ein nichtzahlendes Lädelchen kleingeschlagen.

Was wir alles für Umtrieb, Kosten und Sicherheitsprobleme haben, weil diverse Gruppierungen ihre Schlachten zu uns exportieren.

Ich wäre dafür, dass die Aufenthaltsbewilligung voraussetzt, dass man keine militanten politischen Konfliktlösungen unterstützt. Und würde sich derartiges erhärten, würde sie entzogen.

Die Leute dürfen bei uns zu vermitteln lernen.
264
Melden
Zum Kommentar
17
Schweizer Kultob­jekt auf zwei Rädern
Kaum ein militärischer Gegenstand hat so lange gedient wie das Ordonnanzrad 05. Es widerspiegelt durch seine Geschichte fast ein Jahrhundert Armee- und Alltagsgeschichte. Durch seine militärische und zivile Nutzung und sprichwörtliche Unzerstörbarkeit verkörpert es ein Stück Schweizer Identität.
Als die Radfahrertruppen 2003 nach 112 Jahren aufgelöst werden, verliert die Schweizer Armee ein Identifikationsobjekt sondergleichen. Fahrräder sind zwar weiterhin in militärischem Gebrauch, das neuste Modell wird seit 2012 produziert, aber nicht mehr zu Kampfzwecken. Mit dem Armeerad ist immer noch vorwiegend das erste 1905 eingeführte Militärfahrrad, das Ordonnanzrad 05, gemeint. Es wird bis 1988 produziert und erst 1993 mit einem Folgemodell ersetzt. Wie kommt es nun, dass eine kleine Truppe und ihr Fortbewegungsmittel so sehr zu einem Schweizer Markenzeichen wird?
Zur Story