Schweiz
Bundesrat

Bund soll härter gegen straffällige Ausländer vorgehen

Bund soll härter gegen straffällige Ausländer vorgehen

16.12.2025, 13:0116.12.2025, 13:01

Die eidgenössischen Räte fordern vom Bundesrat ein härteres Vorgehen gegen straffällig gewordene Ausländer. So sollen etwa straffällig gewordene Personen, die aus der Schweiz oder aus dem Schengen-Raum weggewiesen werden, unmittelbar im Anschluss an die Haft ausgeschafft werden.

Nach dem Ständerat stimmte am Dienstag auch der Nationalrat einer entsprechenden Motion von Tiana Angelina Moser (GLP/ZH) zu. Moser fordert in ihrem Vorstoss Anpassungen der rechtlichen Grundlagen und der Wegweisungspraxis, unter Einbezug der Kantone.

Tiana Angelina Moser, Staenderaetin (GLP), rechts, spricht neben Daniel Jositsch, Staenderat (SP Schweiz), links, waehrend einer Medienkonferenz von Swiss Family Business (SFB) ueber die Praesentation ...
Zürcher GLP-Ständerätin Tiana Angelina Moser.Bild: keystone

Die Schweiz habe ein Sicherheitsproblem im Zusammenhang mit sich hierzulande irregulär aufhaltenden Personen, Asylsuchenden ohne Aussicht auf Asyl oder abgewiesenen Asylsuchenden. Es habe sich auch gezeigt, dass der Umgang der Kantone mit solchen Personen uneinheitlich sei, schrieb Moser in ihrem Vorstoss.

Ebenfalls Ja sagte der Nationalrat zu einer Motion von Petra Gössi (FDP/SZ) zu straffällig gewordenen Asylsuchenden respektive straffällig gewordenen Ausländern. Es brauche eine nationale Task Force «Sicherheit im Asyl- und Ausländerbereich». Auch dieser Motion hatten Stände- und Bundesrat zugestimmt.

Petra Goessi, FDP-SZ, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 3. Juni 2025 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Til Buergy)
Schwyzer FDP-Nationalrätin Petra Gössi.Bild: keystone

Schliesslich forderte der Nationalrat – wie zuvor der Ständerat – eine nationale Strategie für den Umgang mit kriminellen minderjährigen Asylsuchenden. Die Forderung danach kam von Tiana Angelina Moser. Auch zu dieser Forderung sagte der Bundesrat Ja.

Jans: Immer weniger Vorfälle

Justizminister Beat Jans sagte im Rat, Bund und Kantone unternähmen schon viel für Sicherheit in den genannten Bereichen. Seit Sommer dieses Jahres laufe etwa ein gemeinsames Pilotprojekt von Bund und zehn Kantonen mit dem Titel «Task Force Intensivtäter im Ausländer- und Asylbereich». Der Schlussbericht sei für Sommer 2026 zu erwarten.Die Resultate flössen in die laufenden Arbeiten für die Asylstrategie 2027 ein.

Bundesrat Beat Jans spricht im Nationalrat an der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 16. Dezember 2025, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Bundesrat und Justizminister Beat Jans.Bild: keystone

Die Situation verbessere sich laufend: Ende des dritten Quartals dieses Jahres sei in und um Bundesasylzentren noch 27 sicherheitsrelevante Vorfälle auf 100'000 Übernachtungen registriert worden. Seit Jahren belaufe sich diese Zahl auf deutlich unter 100 pro 100'000 Übernachtungen. Nur eine Minderheit mache also Probleme.

Viele Massnahmen, unter anderem das neue 24-Stunden-Verfahren für aussichtslose Asylgesuche aus nordafrikanischen Staaten, hätten zur Verbesserung der Situation in und um Asylzentren beigetragen. Auch die Rückführungen von Asylsuchenden mit abgewiesenem Gesuch nähmen kontinuierlich zu. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Weisse Haus vergleicht die Jagd auf Immigranten mit Pokémon
1 / 7
Das Weisse Haus vergleicht die Jagd auf Immigranten mit Pokémon
quelle: instagram / whitehouse
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Für Food-Influencer Ergin ist Essen Erinnerung, Kultur und Familie
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Pleite für Blocher: So viele SVP-Wähler lehnten die Neutralitätsinitiative ab
Die Neutralitäts- und die Ernährungsinitiative sind beide vom Schweizer Stimmvolk deutlich abgelehnt worden. Selbst in den SVP-Reihen wandten sich etliche von Christoph Blochers Idee ab.
Der Abstimmungssonntag hat wenige Überraschungen gebracht. Die Neutralitätsinitiative wurde mit 70 Prozent abgelehnt. Dabei zeigte sich: Selbst die SVP-Wählerinnen und -Wähler waren nicht alle von Christoph Blochers Idee überzeugt. 29 Prozent stimmten dagegen, wie die Nachbefragung von Tamedia zeigt. Je näher die Abstimmung rückte, desto mehr wandten sich von der Initiative ab.
Zur Story