Schweiz
Bundesrat

Rasa-Gegenvorschlag: Bundesrat ist uneinig und zerstritten

Der neu gewaehlte SVP Bundesrat Guy Parmelin, links, unterhaelt sich mit SVP Bundesrat Ueli Maurer am Freitag, 11. Dezember 2015, vor einer Medienkonferenz in Bern. Parmelin wird Verteidigungsminister ...
Wollten eigentlich gar keinen Gegenvorschlag: Guy Parmelin und Ueli Maurer.Bild: KEYSTONE

Rasa-Gegenvorschlag: Bundesrat ist uneinig und zerstritten

Der Rasa-Gegenvorschlag spaltete die Regierung wie selten. Die Vorstellungen gingen meilenweit auseinander.
22.12.2016, 05:1222.12.2016, 12:14
henry habegger / Aargauer Zeitung

Die bundesrätliche Diskussion um den Gegenvorschlag zur Rasa-Initiative gestern war heftig. Laut Beobachtern ist die Regierung nach wie vor völlig uneinig und zerstritten. Daran ändere auch nichts, dass der Bundesrat sich am Schluss auf ein Vorgehen einigte.

Die beiden SVP-Vertreter Ueli Maurer und Guy Parmelin stellten sich auch gestern in Mitberichten auf den Standpunkt, es brauche gar keinen Gegenvorschlag. Damit standen sie alleine da.

Ganz anders die Tonalität im dritten Mitbericht, der von Aussenminister Didier Burkhalter (FDP) kam. Er plädierte für eine offensive Gangart und dafür, dass der Bundesrat das Europa-Heft wieder selbst in die Hand nehmen solle. Burkhalter wollte in die Verfassung schreiben, dass das Verhältnis der Schweiz zur EU auf bilateralen Verträgen beruht.

Jetzt auf

Aber seinen Kolleginnen und Kollegen steht der Sinn nicht nach einer solchen europapolitischen Grundsatzabstimmung. Schon gar nicht der nächstjährigen Bundespräsidentin Doris Leuthard (CVP), in deren Präsidialjahr eine solche Abstimmung womöglich fallen würde

Völkerrechts-Variante setzt sich durch

Die Oberhand behielt die federführende Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) mit ihrer Gegenvorschlags-Variante, wonach der Bundesrat bei der Steuerung der Zuwanderung völkerrechtliche Verträge berücksichtigen soll. Sie zeigte sich nach Rücksprache mit den Rasa-Initianten dem Vernehmen nach zuversichtlich, dass diese ihr Volksbegehren zugunsten dieser Variante zurückziehen könnten.

Bundesraetin Simonetta Sommaruga kurz vor Beginn einer Medienkonferenz ueber die erleichterte Einbuergerung von Personen der dritten Auslaendergeneration, am Dienstag, 20. Dezember 2016 in Bern. (KEYS ...
Behielt die Oberhand: Simonetta Sommaruga.Bild: KEYSTONE

Begeisterung kam keine auf, aber am Schluss wehrten sich nicht einmal mehr die beiden SVP-Bundesräte gegen die Völkerrechts-Variante. Was Skeptiker wiederum nicht erstaunt, sei die schwer kommunizierbare Völkerrechts-Variante doch nichts anderes als ein Geschenk an die SVP.

Die zweite Gegenvorschlags-Variante des Bundesrats, die die Dreijahresfrist für die MEI-Umsetzung streichen will, war ursprünglich von Johann Schneider-Ammann (FDP) vorangetrieben worden. An diese Variante scheint im Bundesrat allerdings erst recht niemand so richtig zu glauben.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Für Dutti wäre die Antwort klar»: Migros-Präsidentin nimmt zum Mega-Umbau Stellung
Ursula Nold sagt im Interview, was Aldi und Lidl mit der Reorganisation zu tun haben und wie die Kundschaft künftig stärker profitieren soll.
Es hiess immer, der Föderalismus sei die Stärke der Migros. Wieso ist diese Zentralisierung nun nötig?
Ursula Nold: Ich glaube, unsere Aufgabe ist es nicht nur, das Heute und das Jetzt zu verwalten, sondern die Migros für die nächste Generation zukunftsfähig zu machen. Es stellt sich die Frage: Wie wollen wir unseren Nachfolgerinnen und Nachfolgern die Migros übergeben? Ist es eine Migros, die an ihren bewährten Strukturen festhält? Oder ist es eine Migros, die den Mut hat, sich rechtzeitig zu verändern, damit sie auch in Zukunft erfolgreich ist?
Zur Story