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Polizei-Fazit nach unbewilligter Corona-Demo: Wegweisungen, Reizgas und Gummischrot

14.10.2021, 22:2515.10.2021, 13:42

Gegner der Corona-Massnahmen haben sich am Donnerstagabend in Bern zu einer weiteren unbewilligten Kundgebung versammelt.

Es handelte sich um die zwölfte Demonstration oder Aktion von Massnahmengegnern seit Anfang September. Mit einer Ausnahme waren sie alle unbewilligt.

Das Fazit der Polizei

An der unbewilligten Corona-Demo vom Donnerstagabend hat die Berner Kantonspolizei 510 Wegweisungen ausgesprochen. Zwei Dutzend Massnahmenkritiker werden zur Anzeige gebracht, das teilte die Polizei am Freitag mit. Der Polizeieinsatz dauerte bis in die Morgenstunden. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 534 Personen kontrolliert.

Nach teils gewaltbereiten Demo-Aufrufen stand die Polizei erneut mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Sie umstellte u.a. eine Gruppe von schätzungsweise 200 Personen, die sich auf dem Bahnhofplatz versammelt hatte. Die meisten Anwesenden wurden bis Freitagmorgen aus der Innenstadt weggewiesen.

Verschiedentlich wurde Reizstoff eingesetzt, weil Personen laut Polizei die Anweisungen missachteten. Gegen Personen, die mit einer kleineren Gruppe einen Umzug in Richtung Innenstadt in Angriff nehmen wollten, setzte die Polizei auch Gummischrot ein.

Mit brennenden Fackeln und Trychlen für Freiheit

Die Demonstrierenden schwangen Schweizerfahnen und skandierten «Liberté» (Freiheit), wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Manche führten brennende Fackeln mit sich.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Szenerie. Die Polizei rief Unbeteiligte per Lautsprecher immer wieder dazu auf, den Ort zu verlassen.

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (Mitte) hat nach offiziellen Angaben in den vergangenen Wochen unzählige Schreiben und Mails erhalten. Deren Inhalt sei zum Teil «massiv unter der Gürtellinie», erklärte Direktionssprecherin Alice Späh am Donnerstag auf Anfrage.

Sie bestätigte einen Bericht auf dem Online-Portal Blick.ch, wonach Drohungen gegen Nause und Angehörige von ihm bestünden. Die Kantonspolizei sei ins Bild gesetzt worden. (yam/sda)

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