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Verkürzte Gültigkeit: Hunderttausende Geimpfte verlieren bald ihr Zertifikat

In einer Woche tritt eine neue Regel in Kraft: Das Zertifikat ist nach der zweiten Impfung oder einer Genesung nicht mehr 365 Tage, sondern nur noch 270 Tage gültig. Wer sich früh impfen liess, muss nun zwingend für den Restaurantbesuch boostern.
26.01.2022, 07:0626.01.2022, 07:42
Anna Wanner / ch media
Bild: keystone

Der jüngste Bundesratsentscheid hat ab nächster Woche unmittelbare Folgen für Menschen, die geimpft, aber nicht geboostert sind. Denn der Bundesrat hat entschieden, dass das Impfzertifikat nur noch 270 Tage lang gültig ist – und nicht mehr wie bis anhin 365 Tage. Er erklärte den Entscheid mit einer Angleichung an EU-Recht: «Damit bleibt das Zertifikat in der EU weiterhin anerkannt.»

Am 1. Februar tritt die verkürzte Gültigkeit in Kraft. Das bedeutet für Personen, die sich vor dem 6. Mai 2021 impfen liessen und seither weder eine dritte Impfung noch eine Corona-Infektion nachweisen können: Das Zertifikat hat plötzlich keine Gültigkeit mehr.

Wer in die Ferien will, sollte seine Impfdaten checken – oder boostern

Einzelne Kantone rechnen kurzfristig mit einer höheren Impfnachfrage. St.Gallen verlängert den Betrieb von temporären Impfstellen. Der Kanton schätzt, dass nächste Woche rund 40'000 Personen am selben Tag ihr Zertifikat verlieren. Bern meldete gestern, dass rund 18'000 Bernerinnen und Berner am 1. Februar kein gültiges Zertifikat mehr haben werden. Im Thurgau schätzt man die Zahl der Betroffenen auf etwa 25'000.

Die Zahl der Betroffenen lässt sich nur schätzen, weil die Kantone nicht wissen, wer von den doppelt Geimpften auch geboostert oder genesen ist. Die Schätzung der Betroffenen liegt bei 40 bis 60 Prozent der Geimpften. Zum Vergleich: In Luzern liessen sich bis im vergangenen Mai 51'000 Personen impfen, in Baselland 40'000 Personen. Auf die Schweiz hochgerechnet, sind das Hunderttausende, die bald nicht mehr im Restaurant essen können, wenn sie sich nicht boostern lassen.

Und wer ohne Booster und ohne böse Überraschungen in die Ferien reisen will, muss kontrollieren, ob die zweite Impfung auch bis Ferienende weniger als 9 Monate zurückliegt. Je nach Kanton variiert der Ferienbeginn. Klar ist: Betroffen sind immer mehr Menschen, weil sich im Mai und Juni 2021 bereits viele Menschen impfen liessen.

Bundesrat Alain Berset stellte zwar ein Ende der Zertifikatspflicht in Aussicht. Und der Bundesrat diskutiert am 2. Februar mögliche Lockerungen. Doch die aktuell hohen Infektionszahlen trüben die Hoffnung auf eine schnelle Abschaffung des Impfzertifikats. (aargauerzeitung.ch)

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356 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Andi_d
26.01.2022 07:30registriert Mai 2020
Die Leute fühlen sich nicht mehr in Gefahr vor Omikron und würden jetzt nur noch boostern, um Freiheiten zu erlangen. Das ist keine Übezeugung, nur Druck von aussen und wird viel Protest auslösen oder wird einfach nicht eingehalten.
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magnet1c
26.01.2022 08:34registriert Mai 2018
Die ganze Geschichte wird leider immer unglaubwürdiger und zu einer immer grösseren Zwängerei.
Der Frust steigt.
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neoliberaler Raubtierkapitalist
26.01.2022 07:46registriert Februar 2018
«Damit bleibt das Zertifikat in der EU weiterhin anerkannt.» --> Das ist ein Scheinargument. Auf dem Zertifikat steht der letzte Impftermin und die Gültigkeit kann von jeder LeseApp selbst definiert werden.
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