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9 Grafiken zur E-Mobilität in der Schweiz, die auch Verbrenner-Fahrer interessieren
Elektrifizierte Fahrzeuge werden in der Schweiz immer beliebter. Im Juli lag deren Anteil bei den Neuzulassungen bei fast 37 Prozent. Sowohl reine E-Autos als auch teilelektrische Plug-in-Hybride haben seit Anfang Jahr gegenüber dem Vorjahr mehr als 20 Prozent zugelegt. Doch wie viele Elektroautos gibt es hierzulande wirklich? Und haben wir genug öffentliche Ladestationen? Ein Überblick.
So viele Elektroautos gibt es in der Schweiz
Seit 2019 nimmt der Bestand an vollelektrischen E-Autos in der Schweiz stark zu. Waren vor sieben Jahren erst 27'000 Elektroautos eingelöst, wird im laufenden Jahr die Schwelle von 300'000 vollelektrischen E-Autos überschritten. Im Verhältnis zu den fast fünf Millionen Personenwagen sind Stromer aber immer noch eine kleine Minderheit von gut 5 Prozent, wie die folgende Grafik verdeutlicht.
So wandelt sich der Fahrzeugbestand
Spätestens seit 2020 befindet sich der Automarkt in einer Transformationsphase hin zu Hybrid- und elektrischen Modellen. Der Wandel vollzieht sich aber (noch) langsam. Dies, weil hierzulande erst jeder vierte zugelassene Neuwagen ein E-Auto ist (siehe Punkt 7) und das Durchschnittsalter der Personenwagen in der Schweiz auf fast elf Jahre gestiegen ist. Derzeit warten viele potenzielle Kunden mit dem Kauf eines Neuwagens ab, was die Antriebswende ausbremst.
Deshalb machen reine Benzin- und Dieselautos, trotz stark sinkender Marktanteile bei den Neuzulassungen, weiterhin über 80 Prozent am Gesamtfahrzeugbestand aus. 9 Prozent aller Autos sind Benzin- bzw. Diesel-Hybride, 3 Prozent teilelektrische Plug-in-Hybride und, wie erwähnt, gut 5 Prozent vollelektrische Modelle.
So viele kennen bidirektionales Laden
Mit mehr E-Autos wächst auch das Potenzial für bidirektionales Laden. Denn E-Autos können nicht nur Strom aufnehmen, sondern diesen bei Bedarf auch wieder an ein Gebäude oder das öffentliche Stromnetz zurückspeisen – sofern sie über die entsprechende Technologie verfügen. Künftig könnten E-Autos daher als dezentrale Energiespeicher eine wesentliche Rolle für eine stabile Energieversorgung wahrnehmen (etwa als Zwischenspeicher für nicht regelmässig anfallenden Solarstrom).
Eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt aber, dass bidirektionales Laden in der Schweiz nur 27 Prozent der Befragten ein Begriff ist, im Vorjahr waren es erst 23 Prozent. Allerdings: Bei E-Auto-Besitzern oder Personen mit (geplanten) Solaranlagen steigt die Bekanntheit auf 65 respektive 43 Prozent.
Am ehesten bekannt ist die Nutzung des Fahrzeugs als (Solar-)Stromspeicher für die eigenen vier Wände (Vehicle-to-Home). Dabei speichert das Auto beispielsweise tagsüber Solarstrom und gibt ihn bei Bedarf an das Hausnetz ab. Dass E-Autos bei hoher Nachfrage auch Strom aus ihrer Batterie ins öffentliche Netz liefern können (Vehicle-to-Grid) und viele E-Autos gemeinsam Lastspitzen glätten beziehungsweise das Netz entlasten könnten, ist in der breiten Bevölkerung weiterhin kaum bekannt.
So viele öffentliche Lademöglichkeiten gibt es in der Schweiz
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Verbreitung von emissionsarmen Elektroautos ist die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladestationen (eine Übersicht gibt es hier). Mitte 2026 zählt die Schweiz rund 8640 öffentliche E-Tankstellen mit 18'620 Ladeplätzen.
Die Grafik verdeutlicht: Die Anzahl der Ladestandorte wächst und pro Standort gibt es mehr Ladepunkte. Neuere E-Tankstellen haben also mehr Anschlüsse oder bestehende bauen ihre Ladeplätze aus. Zuletzt erstellten die Betreiber gar mehr Kapazitäten, als die neu in Verkehr gesetzten batterieelektrischen Fahrzeuge benötigen. Insgesamt ist die Auslastung des öffentlichen Ladenetzes daher derzeit eher tief (PDF), wobei es zwischen den Standorten grosse Unterschiede gibt. Dazu kommt, dass bislang viele E-Auto-Fahrende Eigenheimbesitzer sind, die primär zu Hause laden.
So viele Ladestationen gibt es pro Kanton
In der Schweiz ist das öffentliche Ladenetz im internationalen Vergleich gut ausgebaut, es gibt aber regionale Unterschiede. Die folgende Karte zeigt für jeden Kanton die Anzahl der Ladestandorte sowie der einzelnen Ladepunkte (Stromanschlüsse) pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Ladepunkte geben an, wie viele E-Autos gleichzeitig laden können.
Im Kanton Bern gibt es beispielsweise gut 1000 öffentlich zugängliche Ladestandorte. An diesen können fast 2000 E-Autos gleichzeitig laden. Das entspricht rund einem Standort pro 1000 Einwohner oder fast zwei Ladepunkten (Ladeplätzen) pro 1000 Einwohner.
So schnell sind die öffentlichen Ladestationen
Das öffentliche Ladenetz wird kontinuierlich dichter und vor allem schneller: Während langsame Ladesäulen mit weniger als 21 Kilowatt (kW) Ladeleistung tendenziell auf dem Rückzug sind, werden nun vermehrt Schnellladestationen mit mehr als 100 kW installiert. Davon gibt es inzwischen schweizweit 2439. Am verbreitetsten sind weiterhin Ladestationen mit mehr als 21 bis 42 kW.
So hat sich der Marktanteil von E-Autos und Verbrennern verändert
Obwohl Elektroautos erst gut 5 Prozent aller Autos in der Schweiz ausmachen, liegt ihr Marktanteil bei den Neuzulassungen inzwischen bei 24 Prozent. Fast jedes vierte neue Auto ist somit ein reines E-Auto (BEV). Rechnet man Plug-in-Hybride (PHEV) hinzu, die mit kleineren Akkus ebenfalls elektrisch fahren und an der Steckdose geladen werden können, erreichen alternative Antriebe seit Anfang Jahr einen Marktanteil von 36,3 Prozent. Im Juni stieg ihr Anteil gar auf 40 Prozent. Damit haben elektrifizierte Autos (BEV und PHEV) erstmals klassische Hybrid-Autos (37 Prozent) eingeholt.
Der Marktanteil von reinen Benzinern (ohne Hybride) ist in wenigen Jahren von 60 auf 22 Prozent gefallen, jener von Diesel-Autos von 40 auf 6 Prozent. Trotzdem gilt: Obwohl die rein fossilen Antriebe bei den Neuwagenverkäufen schnell an Bedeutung verlieren, machen sie noch immer über 80 Prozent am Gesamtbestand aller Personenwagen aus (siehe Punkt 2).
Das sind die beliebtesten E-Auto-Marken in der Schweiz
Der Elektroauto-Pionier Tesla ist erstmals seit vielen Jahren nicht mehr die populärste E-Auto-Marke in der Schweiz. Im laufenden Jahr hat sich Skoda knapp vor den US-Autohersteller geschoben. Auf Rang 9 sticht der Name BYD ins Auge. Der chinesische Elektroauto-Gigant ist hierzulande erst seit gut einem Jahr aktiv und verkauft bereits mehr E-Autos als bekannte Marken wie Kia (Rang 10), Hyundai (11) oder Toyota (12).
Das sind die meistverkauften E-Auto-Modelle in der Schweiz
Teslas Model Y bleibt ein Verkaufsschlager. Nur die Stromer von Skoda können mithalten. Allgemein dominieren grössere und teurere Modelle die ersten Ränge. Mit dem Renault 5 findet sich ein einziger Kleinwagen unter den Top 15. Auf dem Vormarsch sind chinesische E-Autos von BYD und Zeekr. Die chinesische E-Auto-Welle kommt also auch bei uns ins Rollen.
