Schweiz
Coronavirus

Roche und BAG überprüften Selbstests nur an symptomatischen Personen

Eine Frau macht einen Coronavirus Antigen-Selbsttest mit Nasenabstrich bei sich zu Hause, am Mittwoch 7. April 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Einfach, aber auch sicher? Eine Frau testet sich selbst auf das Coronavirus.Bild: keystone

Kritik an Selbsttests steigt – Roche und BAG testeten nur an symptomatischen Personen

13.04.2021, 06:4713.04.2021, 12:06
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Die Corona-Selbsttests, die seit letzter Woche gratis in der Apotheke bezogen werden können, geraten je länger je mehr in die Kritik. So sagte Mikrobiologe Gilbert Greub gegenüber watson, dass die Sensitivität der Roche-Tests bei Asymptomatischen bei unter 33 Prozent liege. Das hiesse also: Zwei von drei Infizierten würden von den Tests nicht erkannt.

Das Heikle daran: Der Bund empfiehlt die Selbsttests explizit nur für Asymptomatische. Auf der Website des BAG heisst es zum Beispiel, dass man vor einem Grillabend einen Selbsttest machen soll. Symptomatische Personen sollen sich nach wie vor in einer Apotheke testen lassen.

Wie es in einem Bericht des «Tages-Anzeigers» nun heisst, sollen die Tests von Roche aufgrund einer äusserst dünnen Datenbasis validiert worden sein. So nahmen ursprünglich gerade mal 146 Probanden am Validierungsprozess teil. Allesamt wiesen Covid-Symptome auf. Der Bund führte daraufhin weitere Tests durch – ebenfalls mit symptomatischen Personen.

Widersprüchliche Aussagen

Auf Anfrage sagten sowohl Roche als auch das BAG, dass die Selbsttests in erster Linie dafür geeignet seien, hochinfektiöse Personen zu identifizieren. Tatsächlich belegen Studien, dass Selbsttests dafür gut geeignet sind. Diese Aussagen stehen jedoch im direkten Widerspruch mit den expliziten Empfehlungen des BAG. Der Mediziner Felix Huber sagte gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass die Empfehlung des BAG, sich vor einem Grillabend selbst zu testen «geradezu dazu einlädt, unvorsichtig zu sein».

Video: watson/Salome Woerlen, Emily Engkent

BAG-Sprecher Jonas Montani krebste daraufhin etwas zurück und betonte, dass die Selbsttests lediglich als ergänzendes Mittel gedacht seien. Ein negatives Ergebnis sei kein Freipass dafür, Leute zu umarmen oder andere Hygiene- und Abstandsregeln zu vernachlässigen.

Kassenschlager Selbsttests

Seit letzter Woche stehen allen Bürgerinnen und Bürgern der Schweiz fünf kostenlose Selbsttests zur Verfügung, die man in der Apotheke beziehen kann. Das Angebot schlug ein wie eine Bombe: Vergangene Woche lieferte Roche den Apotheken acht Millionen Stück, ab Freitag waren sie vielerorts ausverkauft. Ab Mitte der Woche werden die nächsten grösseren Lieferungen erwartet. (dfr)

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93 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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54er
13.04.2021 07:57registriert Juni 2018
Vielleicht versteh ich das ja komplett falsch. Aber z.B. für Personen die nicht von zu Hause aus arbeiten können sind diese Test gut.

Wenn ich gar keine Symptome habe und mir geht es gut, gehe ich doch auch nicht extra testen und gehe normal weiter zur Arbeit.
Wenn ich aber diese gratis Tests habe kann ich mir regelmässig selbst testen, einmal pro Woche am Montag vor der Arbeit.

Dann sind doch 33% immer noch viel mehr als 0%, denn eben wenn ich gar keine Symptome habe und es mir gut geht würde ich mich ja auch nicht mich extra testen lassen.
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Phteven Phtiz
13.04.2021 07:04registriert Oktober 2016
Mich wundert langsam wirklich gar nichts mehr. Irgendwo, irgendwie, irgendwann hat in dieser Krise alles immer einen Haken oder eine unangenehme Folge, die “niemand” vorhersehen konnte.
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Wentin
13.04.2021 07:28registriert Oktober 2018
33% ist schon eine sehr schlechte Quote, aber wenn sich eine grosse Anzahl Leute dadurch einfach testen kann, finden wir ja trotzdem einige asymptomatische Personen? 1/3 der Personen zu finden ist für mich besser als 0/3. Diese Rechnung kippt natürlich dann, wenn sich mehr Leute mit dem Schnelltest statt mit einem PCR Test testen lassen und dieser falsch liegt.

Dass der Schnelltest sehr unsicher ist wurde ja bereits kommuniziert, jetzt gilt es ihn weiter zu verbessert und auch andere Mittel einzusetzen.
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