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Coronakrise: Ärzte und Apotheker wollen Covid-Zertifikat lancieren

Pflegehelferin Sarmite Kisele, links, wird von Bettina Beerli, rechts, klinische Pflegespezialistin, gegen das Coronavirus geimpft, in einem Pflegezentrum in Embrach, aufgenommen am Donnerstag, 21. Ja ...
Geimpfte, Genesene und Getestete sollen dank eines Covid-Zertifikats wieder mehr Freiheiten haben.Bild: keystone

Ärzte und Apotheker wollen Covid-Zertifikat lancieren – und das schon in einem Monat

Ärzte und Apotheker wollen gemeinsam ein nationales Covid-19-Zertifikat lancieren. Beim Bund werden derweil zwei andere Varianten geprüft. Ein Entscheid soll Mitte Mai fallen.
02.05.2021, 16:5303.05.2021, 06:43

Der Ärzteverband FMH und der Apothekerverband Pharmasuisse haben dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Gesamtlösung zur Ausstellung von Covid-Zertifikaten angeboten, wie sie zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag» mitteilten.

Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) hiess es dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Bemühungen jeder Partei, eine Lösung zu finden, seien zu begrüssen. Der Bund bleibe «mit diesen beiden wichtigen Partnern des Schweizer Gesundheitswesens in Kontakt». Ihre Expertise sowie jene weiterer Akteure werde weiterhin in das noch laufende Verfahren des Bundes integriert und berücksichtigt.

Sicher und rasch umsetzbar

Ärzteverband und Pharmasuisse betonen in der Mitteilung, ihre Lösung sei sicher, alltagstauglich und rasch umsetzbar, weil sie auf bestehenden Software-Lösungen aufbaue, welche Impfzentren, Spitäler, Arztpraxen und Apotheken bereits nutzten. Somit könne sie innert Monatsfrist umgesetzt werden, heisst es.

Die Bundeszertifikate stünden voraussichtlich frühestens ab Ende Juni zur Verfügung. Die Verordnung zu den Grossveranstaltungen trete aber bereits am 27. Mai 2021 in Kraft. Spätestens dann sei die Bevölkerung auf nationale Zertifikate angewiesen.

Arztpraxen, Apotheken, Spitäler und Impfzentren seien die zentralen Anlaufstellen für Covid-Impfungen und Tests sowie in Zukunft auch für Covid-Zertifikate. Es sei naheliegend und zweckmässig, dass diese Leistungserbringer auch Covid-Zertifikate herausgäben.

Technisch sei sichergestellt, dass die FMH-Pharmasuisse-Lösung die Vorgaben der WHO und der EU rasch erfüllen könne. Nicht zuletzt habe die Lösung der FMH und Pharmasuisse den Vorteil, dass sie kostengünstig sei, weil keine neue Infrastruktur gebaut werden und keine neue Software-Applikationen entwickelt werden müssen und es somit auch keine Schulungen für die Anwendung brauche.

Bund prüft derzeit zwei Lösungen

Der Bund hatte am 22. April einen ersten Entscheid zum Covid-Zertifikat getroffen: Eine Lösung des Bundesamts für Informatik (BIT) und ein Vorschlag des Lausanner IT-Dienstleisters SICPA in Zusammenarbeit mit der Lausanner ELCA Informatik sollen demnach bis Mitte Mai weiter geprüft werden. Insgesamt 50 Bewerber hatten beim BAG einen Vorschlag für eine technische Lösung für das Covid-Zertifikat eingereicht.

Die Kantone, die Ärztevereinigung FMH und der Schweizerische Apothekenverband Pharmasuisse sollen in die Projektarbeiten einbezogen worden, teilte das BAG weiter mit. Ziel sei eine «praxistaugliche» und «anwenderfreundliche» Lösung.

(viw/sda)

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