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Heizkissen sollen Barbesucher in den kalten Tagen wärmen. Und den Gastrobetrieben zu mehr Einnahmen verhelfen. bild. Zvg/sitandheat.com

Heizpilze? Denkste! Wärmekissen sollen Corona-Beizen-Winter retten

Selbst grüne Politiker denken in Zürich über ein Comeback der Heizstrahler nach. Die Bundesstadt empfiehlt den Restaurants und Bars eine andere Lösung, damit die Gäste auf den Aussenterrassen nicht frieren müssen.



Ob in der Berner Rathausgasse oder der Zürcher Langstrasse: Bars und Beizen können dank Corona-Sonderregelungen Stühle auf die Strasse oder das Trottoir stellen. Die vielen Tische bringen nicht nur viel Italianità in die Schweiz, sondern spülen den Wirten dringend benötigte Einnahmen in die Kassen.

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Nun zieht aber langsam aber sicher der Herbst ein. Schon bald steht der Corona-Winter vor der Türe. Und viele Gastronominnen und Gastronomen fragen sich: Wie kann ich die Kunden draussen bedienen, ohne dass sie frieren müssen? Denn nach wie vor meiden viele Menschen aus Angst vor dem Coronavirus Innenräume von Gastrobetrieben.

ARCHIV - Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants. Foto: Daniel Karmann/dpa

Kommt es zum Comeback der Heizstrahler? Bild: keystone

In Zürich will nun eine Gruppe von Kantonsparlamentariern mit einem Vorstoss den eigentlich verbotenen Heizpilzen zu einem Comeback verhelfen. Weiter sollen Beizern im Schnellverfahren das Aufstellen von Zelten und temporären Baracken bewilligt werden, in denen sie Gäste bedienen können. Der Grüne Regierungsrat Martin Neukom sagte dem Tages-Anzeiger, man werde das Postulat ernsthaft prüfen: «Wir müssen in dieser Ausnahmesituation flexibel bleiben».

Heizkissen als Rettungsanker

Bereits einen Schritt weiter ist man in der Bundesstadt. Dort hat die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie (SUE) in den letzten Wochen zahlreiche Heiz-Varianten geprüft. «Wir empfehlen Restaurants, Heizkissen für die Aussenterrassen anzuschaffen», sagt der zuständige Gemeinderat Reto Nause (CVP) zu watson. Diese benötigten keine Bewilligung und gäben direkt jedem Gast warm. «Elektro- und Gasstrahler sind energetisch eine Katastrophe. Und bieten keine Rechtssicherheit», so Nause.

Die mit Akkus betriebenen Wärmekissen hingegen aktivieren sich nur, wenn jemand draufsitzt. In den Benelux-Staaten sind die rund 100 Euro teuren Kissen in zahlreichen Restaurants und Bars im Einsatz. «Wir wärmen so einzelne Menschen und müssen nicht einen ganzen Aussenraum beheizen. Die Gäste schätzen es sehr, dass sie im Winter einen warmen Hintern haben», zitiert der Hersteller «Sit&heat» eine Barbesitzerin aus Holland.

Reto Nause

Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause empfiehlt den Beizen, Heizkissen anzuschaffen. Bild: keystone

«Mit Sonnenschirmen und Heizkissen gibt das auch im Winter eine gfreute Sache.»

Reto Nause

Nause kennt die Wärmespender aus eigener Erfahrung. «Mit Sonnenschirmen als Wetterschutz und Heizkissen gibt das auch im Winter für die Gäste eine gfreute Sache.» Zelte oder kleine Baracken seien im engen Unesco-Welterbe keine taugliche Lösung.

Die Wirte sind allerdings von der Heizkissen-Lösung noch nicht überzeugt. «Das Handling ist kompliziert, wenn man 40 Kissen für eine Terrasse benötigt und diese immer aufladen muss», sagt Tobias Burkhalter, Präsident der Branchenvereinigung Gastrobern. Der Einsatz von mit Strom betriebenen Heizstrahlern sei noch lange nicht vom Tisch. «Für viele Betriebe ist es überlebensnotwendig, dass sie die Terrasse beheizen können. Das bereitet auch mir schlaflose Nächte», so Burkhalter, der in Bern den «Goldenen Schlüssel», die «Schmiedstube» und das «Della Casa» betreibt.

«Das Handling ist kompliziert, wenn man 40 Heizkissen für eine Terrasse benötigt.»

Thomas Burkhalter, Gastrobern

So oder so hat Nause für alle Berner Gastronomen eine gute Nachricht: Die Sonderregelung für die Aussensitzplätze wird auch für den Winter verlängert, ohne dass den Restaurants zusätzliche Kosten verrechnet werden. «Durch das unbürokratische Corona-Regime haben wir in der Stadt Bern die Zahl der Aussensitzplätze in den letzten Monaten verdoppelt», so der Sicherheitsdirektor weiter.

«Corona-Gipfel» in Zürich

Wie es in Zürich mit den Aussenheizungen weitergeht, dürfte sich nächste Woche konkretisieren. Dann hat die Stadt zu einem runden Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Gastronomie und Hotellerie geladen. Dort sollen auch die Themen des Heizpilz-Postulats aufgegriffen werden. Sofern die Unternehmen «diese einbringen und sie in der Kompetenz der Stadt lägen», wie ein Sprecher von Stadtpräsidentin Corinne Mauch weiter zum «Tages-Anzeiger» sagt.

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