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Vermisstes Dossier zu Crypto-Untersuchung im Bundesarchiv gefunden



Der Hauptsitz des Chiffriergeraete-Herstellers Crypto, fotografiert am Donnerstag, 13. Februar 2020, in Steinhausen. In Zusammenarbeit mit der Firma Crypto sollen amerikanische und deutsche Nachrichtendienste andere Staaten mit manipulierten Chiffriergeraeten abgehoert haben. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bild: KEYSTONE

Das Bundesarchiv hat ein vermisstes Dossier mit Untersuchungsakten der Bundespolizei zum Fall Crypto AG gefunden. Es steht noch unter Schutzfrist.

Das Dossier enthält Akten zur Untersuchung gegen die Crypto AG aus den 1990er-Jahren. Die SRF-Sendung «Rundschau» habe 2014 Einsicht in die Unterlagen nehmen wollen, wie die SRF-Sendung «Echo der Zeit» am Dienstag mit Verweis auf die «Tagesschau» mitteilte. Die Bundespolizei habe demnach die Einsicht verweigert und das Dossier zurück ans Bundesarchiv gesendet.

Beim Zurückstellen sei es «versehentlich in ein anderes Dossier und damit auch am falschen Standort» abgelegt worden, schreibt das Bundesarchiv am Dienstag auf seiner Webseite. Dieses hatte gemäss eigenen Angaben die Suche nach den Unterlagen in den vergangenen Monaten kontinuierlich ausgeweitet.

Die Akten über die Untersuchung zur Crypto AG werden teilweise auch heute noch unter Verschluss gehalten. Der Grund liegt in schützenswerten Personendaten. So hat es gemäss Jürg Bühler, Vizechef des Nachrichtendienstes, Meldungen von ausländischen Partnern drin, die einem Quellenschutz unterlägen und auch Protokolle von parlamentarischen Kommissionen, die im Moment nicht geöffnet werden könnten. (sda)

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