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Auf Stimmenfang bei Secondos: CVP verbündet sich mit Regierungspartei des Kosovo

Auf Stimmenfang bei Secondos: CVP verbündet sich mit Regierungspartei des Kosovo

Die Parteien bemühen sich im Wahljahr besonders um die eingebürgerten Migranten. Auffällig ist, dass auf den Listen der CVP viele Kandidaten mit Wurzeln im Kosovo für den Nationalrat kandidieren.
28.06.2015, 06:5128.06.2015, 17:21
Ein Artikel von
Aargauer Zeitung

Zwischen der CVP und der Demokratischen Liga des Kosovo (LDK) besteht eine Allianz. Das zeigen Recherchen der «Schweiz am Sonntag».

Im März empfing Parteipräsident Christophe Darbellay Vertreter der LDK im Bundeshaus. Und es blieb nicht beim symbolischen Akt. Die CVP lud die eingebürgerten Kosovo-Albaner ein, auf ihren Listen für die eidgenössischen Wahlen zu kandidieren.

Mit Erfolg: Mindestens elf Kandidierende mit kosovarischen Wurzeln treten im Herbst auf verschiedenen CVP-Listen an. Für die CVP spielt es dabei keine Rolle, dass viele Kosovaren einen muslimischen und nicht etwa einen christlichen Hintergrund haben, den die Partei bei anderen Gelegenheiten gerne hervorhebt.

CVP

Keine Partnerschaft, aber gemeinsame Selfies

Von einer Partnerschaft zwischen CVP und LDK mag Generalsekretärin Wertli auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag» nicht sprechen.

Lieber erwähnt sie die gemeinsame Mitgliedschaft in der Europäischen Volkspartei und vergleicht die Beziehung zur LDK mit dem Kontakt zu anderen Vereinigungen. «Wir freuen uns über alle Personen, die sich für die CVP engagieren wollen und sogar als Kandidaten antreten.»

«Es ist eine Win-Win-Beziehung»

Weniger zurückhaltend ist man bei der Schweizer Sektion der LDK. Auf ihrer Website präsentieren die Neo-CVPler aus Kosovo stolz Selfies mit Bundesrätin Leuthard und Parteipräsident Darbellay, die am Rand von Parteianlässen entstanden.

Jetzt auf

Haki Latifi, Präsident des Schweizer LDK-Ablegers, ist seit diesem Jahr auch CVP-Mitglied. Über die Allianz der Parteien sagt er: «Es ist eine Win-Win-Beziehung. Wir dürfen auf die Liste der CVP kandidieren und die CVP profitiert von unserem Potenzial.»

Obwohl die Kandidaten meist auf aussichtslosen Listenplätzen ins Rennen gehen, sehen sie sich nicht als Stimmenlieferanten missbraucht.

«Die anderen Kandidaten mussten sich ihre Position auch erst erarbeiten. Wir Kosovaren stellen uns hinten an.»
Lulzim Maliqi

«Die anderen Kandidaten mussten sich ihre Position auch erst erarbeiten. Wir Kosovaren stellen uns hinten an», sagt etwa der Zürcher Kandidat Lulzim Maliqi, der von Platz 29 aus ins Rennen geht. (sha)

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