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Kanton Uri sensibilisiert Oberstufenschüler wegen sexualisierter Gewalt

Teenager, männliche Jugendliche, am Smartphone (Symbolbild)
Im echten Leben und am Handy können sehr schnell Grenzen überschritten werden (Symbolbild).Bild: imago-images.de

So werden Urner Oberstufenschüler wegen sexualisierter Gewalt sensibilisiert

Im Kanton Uri findet die schulische Präventionskampagne «Love Limits» statt. Sie richtet sich an 14- bis 16-Jährige, aber auch an Lehrpersonen und Erziehungsberechtigte.
04.09.2026, 08:3104.09.2026, 10:17

Bis Ende September besuchen sämtliche zweiten und dritten Klassen der Oberstufe im Kanton Uri die interaktive Wanderausstellung «Love Limits». Das teilte die Standeskanzlei am Freitag mit.

Das Angebot soll die jungen Leute im Teenager-Alter für persönliche Grenzen sensibilisieren und Orientierung bieten. Ergänzend zur Wanderausstellung finden im Rahmen der Kampagne zwei Elternabende in Altdorf statt.

«Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Gefahr sexueller Gewalt bei Jugendlichen vorwiegend von Gleichaltrigen ausgeht.»
Kinderschutz Schweiz

Jugendliche bewegten sich in einer Lebensphase, in der Beziehungen, Freundschaften und Sexualität zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig müssten sie lernen, eigene Grenzen wahrzunehmen und die Grenzen anderer zu respektieren, wie es in der Mitteilung heisst.

«Verschiedene Untersuchungen weisen indes darauf hin, dass sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen zunimmt. Entsprechend werden Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen vermehrt mit Problemsituationen konfrontiert, wo Jugendliche die gegenseitigen Grenzen nicht einhalten oder die sexuelle und psychische Integrität missachten.»

Auch für Lehrpersonen und Eltern

Die Kampagne «Love Limits» war schon anderswo zu sehen; entwickelt wurde sie vom Didaktischen Zentrum Rapperswil-Jona, dem Kinderschutzzentrum St.Gallen und dem Amt für Soziales des Kantons St.Gallen.

Die Ausstellung richte sich nur an Jugendliche. Auch Lehrpersonen und Erziehungsberechtigte würden so für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisiert und erhielten Anregungen, wie sie Jugendliche im Umgang mit persönlichen Grenzen und schwierigen Situationen unterstützen können.

Gemäss Daten der James-Studie 2024 erhielten in der Schweiz rund 15 Prozent der 12- bis 13-Jährigen sowie rund 30 Prozent der 14- bis 15-Jährigen bereits unerwünschte sexuelle Anfragen im digitalen Raum, etwa auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram, oder via WhatsApp.

Zudem müssen rund drei Viertel der betroffenen Schulkinder sexualisierte Gewalt durch Jugendliche erfahren, die ihnen bekannt sind. Mit der Kampagne wollen die Verantwortlichen dem Phänomen frühzeitig begegnen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Quellen

(sda)

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