IT-Projekt für Berner Sozialdienste verzögert sich
Die flächendeckende Einführung einer neuen Fallführungssoftware für die Sozialdienste im Kanton Bern hat sich auf unbestimmte Zeit verzögert. Das 52 Millionen Franken teure Vorhaben muss nach Problemen in einer ersten Pilotgemeinde organisatorisch neu aufgestellt werden.
Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) bestätigte am Dienstag entsprechende Recherchen des Onlinemagazins «Hauptstadt» gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Wie lange sich der Fahrplan nach hinten verschiebe, werde sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Das neue Fallführungssystem läuft seit Dezember 2025 einzig in der Pilotgemeinde Herzogenbuchsee. Der Plan, eine Basisversion der Software einzuführen und diese im laufenden Betrieb schrittweise weiterzuentwickeln, erwies sich gemäss der GSI als zu hohe Hürde. Die agile Entwicklungsmethode sei für dieses Projekt nicht geeignet gewesen.
Zu möglichen Mehrkosten über den bewilligten Kredit hinaus konnte die GSI zunächst noch keine Angaben machen. Weil die Art der Softwareentwicklung umgestellt wurde, lasse sich dies derzeit noch nicht beziffern. Ein Projektabbruch steht für den Kanton jedoch nicht zur Debatte.
Die Projektbeteiligten müssten sich auf einheitliche Prozesse einigen, teilte die GSI weiter mit. Nur so könne der parlamentarische Auftrag umgesetzt werden. Alle Vertreter von Gemeinden und Verbänden stünden weiterhin hinter dem Vorhaben.
Auch die Abmachung mit der Stadt Bern laufe weiterhin. Diese sei schon vorher «sehr flexibel» formuliert gewesen. (sda)
