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Hitze-Grenzwert für Schweizer Atomkraftwerke bald erreicht

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Hitze-Grenzwert bei Schweizer AKW ist bald erreicht

Die Hitze hat auch Auswirkungen auf Atomkraftwerke in der Schweiz. Bereits im Juni musste Beznau die Stromproduktion wegen des zu warmen Wassers drosseln. Die Temperatur-Grenzwerte für die AKW selbst sind nicht mehr fern.
30.07.2026, 10:3230.07.2026, 10:32

Ende Juni musste das AKW Beznau die Stromproduktion drosseln und schliesslich ganz vom Netz gehen, weil das Wasser der Aare zu warm wurde. Es war nicht das erste Mal, dass diese Massnahme ergriffen werden musste. Beznau hat im Gegensatz zu Gösgen und Leibstadt keinen Kühlturm, der das Wasser zusätzlich kühlt, bevor es wieder in den Fluss geleitet wird. Sobald das Flusswasser 25 Grad übersteigt, muss das Kernkraftwerk reagieren, um die Umwelt nicht zu gefährden.

Doch nicht nur für das Wasser gibt es Grenzwerte, auch für die Kernkraftwerke selbst. Sie müssen Ereignissen, die statistisch einmal pro 10'000 Jahre auftreten, standhalten können. So hat das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) festgelegt, dass Beznau einen Schwellenwert von 43,1 Grad hat, Leibstadt und Gösgen 43,7 Grad, berichten die Tamedia-Zeitungen.

AKW Beznau, Kanton Aargau.
Das AKW Beznau hat keinen Kühlturm. Wird das Aare-Wasser zu warm, muss es die Stromproduktion drosseln oder einstellen.Bild: Axpo

Bedenkt man, dass derzeit gerade Temperaturen von knapp 40 Grad prognostiziert sind, gibt es nicht mehr viel Spielraum. Laut Meteonews wurden schon am Mittwoch in Beznau AG 37,6 Grad erreicht, in Gösgen SO waren es 37 Grad und in Leibstadt AG 36,7 Grad.

Greenpeace übt deshalb Kritik: «Wegen des beschleunigten Klimawandels werden diese Werte voraussichtlich innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre erreicht sein», sagt der Nuklearexperte der Organisation, Florian Kasser, zur Zeitung.

Bei Meteo Schweiz bestätigt Meteorologe Lionel Peyraud: Temperaturen bis zu 44 Grad wären gemäss Berechnungen der ETH Zürich unter bestimmten Voraussetzungen schon heute möglich.

Kasser sorgt sich deshalb um die Sicherheit der Schweizer Atomkraftwerke. Gleichzeitig kritisiert er die «konservativen Prognosen» des Ensi, die «eher realitätsfern» seien.

Beim Ensi beschwichtigt man hingegen: Es bestehe keine unmittelbare Gefahr, sollten die Schwellwerte überschritten werden, erklärt Sprecherin Gabriela Knobel der Zeitung. Stattdessen könne es eher zu mittelfristigen Folgen wie etwa einem «erhöhten Verschleiss im Betrieb bestimmter Systeme» kommen. Die Kernkraftwerke würden zudem regelmässig inspiziert und umfassend auf ihre Sicherheit geprüft. Neue Erkenntnisse würden laufend in die Sicherheitsbestimmungen einfliessen.

Das ist in den vergangenen Jahren bereits passiert. Denn die Temperatur-Grenzwerte wurden bereits 2022 wegen neuer Forschungsergebnisse erhöht. (vro)

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AKW Beznau darf nach drei Jahren Pause wieder ans Netz
Video: srf
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