DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Euro statt Franken

Schweizer Firmen setzen auf den Euro



Rudolf Minsch, Chefoekonom economiesuisse, referiert anlaesslich einer Pressekonferenz

Rudolf Minsch, Chefökonom des Unternehmer-Dachverbands Economiesuisse, sagt, der Euro löse den Schweizer Franken nicht ab.  Bild: KEYSTONE

Schweizer Firmen schliessen Verträge unter einander zunehmend in Euro statt in Franken ab. Das zeigt ein Bericht der Schweiz am SonntagInsbesondere in der Industrie sei es mittlerweile üblich, sich mit Euro-Verträgen gegen Wechselkursveränderungen abzusichern. So bestätigen etwa Vertreter der Papierfabriken Perlen und Utzensdorf, auch an Schweizer Kunden gegen Euro zu liefern. 

Das Stahlwerk Gerlafingen wiederum will selber vermehrt in Euro einkaufen, da es seine Produkte auch weitgehend in Euro verkauft. Bereits heute beziehe man etwa Erdgas oder grössere Investitionen gegen Euro. 

«Mobiliar» vor enormen Herausforderungen

Das Ende des Mindestkurses zum Euro und die Einführung von Negativzinsen stellt die Mobiliar-Versicherung nach den Worten ihres Chefs Markus Hongler vor eine schwere Probe. Die Herausforderung sei enorm, sagte er in einem Interview. «Wenn es der Schweiz gut geht, geht es auch der Mobiliar gut. Wenn es der Schweiz schlecht geht, leidet auch die Mobiliar», sagte er der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche». Wenn die KMU vom Wechselkurs betroffen seien, wirke sich das auch auf die Versicherungsgruppe aus. Der Versicherungskonzern sei aber vor allem wegen der Negativzinsen betroffen. Hätten Obligationen der Eidgenossenschaft einst 2 bis 3 Prozent Rendite abgeworfen, liege diese heute bei einem Minus von 0,75 Prozent, gibt der Konzernchef zu bedenken. Dies ist die Folge davon, dass die Schweizerische Nationalbank Negativzinsen eingeführt hat, um die Attraktivität der Schweizer Währung zu reduzieren. «Wenn man keinen Zins mehr erhält, muss man andere Einkünfte suchen», sagte der Luzerner weiter. Investitionen in Immobilien, etwa über Fonds, würden in diesem Kontext immer wichtiger. (feb/sda)

Löst der Euro den Franken bald ab? Soweit werde es wohl nicht kommen, sagt Rudolf Minsch, Chefökonom des Unternehmer-Dachverbands Economiesuisse. In der Geschichte gebe es zwar Beispiele, bei denen Währungen durch ausländische ersetzt worden sind, sagt er. Dabei handle es sich aber meist um Länder mit schwachen Währungen. In der Schweiz sei das Gegenteil der Fall. Es gebe aber Branchen wie der Tourismus oder die Metallindustrie, wo man Eurotransaktionen vermehrt sehe. 

This image provided by Trianel on July 24, 2013, shows workers watching coal being transported in the Trianel power plant in Luenen, western Germany. The 750-megawatt Trianel power plant relies completely on coal imports, about half from the U.S. Soon, all of Germany’s coal-fired power plants will be dependent on imports, with the country scheduled to halt all coal mining in 2018 when government subsidies end. Coal mining’s demise in Germany comes as the country is experiencing a resurgence in coal-fired power, one which the U.S. increasingly has helped supply. (AP Photo/Trianel, Guenther Goldstein)

Immer mehr Branchen rechnen in Euro. Bild: AP/Trianel

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wird von Apple als «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Einige Branchen sind vollständig eurogesteuert, etwa der Stromhandel. Preise werden in Euro gemacht, da das Preisniveau von den Börsen im Ausland definiert werde, sagt Rudolf Summermatter, Geschäftsführer des Stromhändlers Trianel. Traditionellerweise habe man Lieferverträge bisher in Franken abgeschlossen. «Der Kurssprung im Januar hat nun dazu geführt, dass jeder ein kleiner Devisenhändler wurde», sagt Summermatter. Es werde spekuliert, Verträge würden auf mehrere Jahre hinaus abgeschlossen. Und jetzt auch in Euro. Grössere Industriekunden bezahlten bereits in Euro, sagt Summermatter. «Und ich gehe davon aus, dass das noch zunimmt.» 

Presseschau zum Mindestkurs-Entscheid der SNB

1 / 11
Presseschau zum Mindestkurs-Entscheid der SNB
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Ein schwarzer Sonntag für kommende Generationen» – die Reaktionen auf das CO2-Nein

Am Sonntag wurde das CO2-Gesetz von der Schweizer Stimmbevölkerung bachab geschickt. Das löste Jubel auf der einen Seite und Ratlosigkeit auf der anderen Seite aus. Die Reaktionen von Medien, Politik und weiteren im Überblick.

Der «Tages-Anzeiger» warnt in seinem Kommentar nach dem Absturz der Klimavorlage vor ernsten Konsequenzen. Der Bundesrat und mit ihm alle Klimaschützer im Land stünden nach dem Volksnein zum CO2-Gesetz vor einem Scherbenhaufen.

Für den Chefredaktor der Blick-Gruppe, Christian Dorer, sind die Menschen für Umweltschutz, solange es nichts kostet und sie nicht einschränkt. So kommentiert er unter dem Titel «Klima retten - bitte ohne mich!» das Nein zum CO2-Gesetz.

Die Redaktion des CH-Media-Verlags …

Artikel lesen
Link zum Artikel