Schweiz
Gesellschaft & Politik

Nationalräte Fricker und Glarner streiten sich auf Facebook über Transparenz

Facebook-Post Jonas Fricker

Wie sich unsere Politiker auf Facebook aufs Dach geben

Wenn sich ein Grüner, ein SVPler und eine CVPlerin auf Facebook streiten ...
22.05.2017, 03:4924.05.2017, 06:12
Antonio Fumagalli / Aargauer Zeitung

Er sei gerade dabei, seine Steuererklärung auszufüllen – deshalb wolle er mal wieder eine «kurze Transparenz-Aktion» durchführen, schrieb Grünen-Politiker Jonas Fricker vergangenen Freitag auf Facebook. Es folgte eine Auflistung der Brutto- sowie Nettoentschädigung für sein Nationalratsmandat im Jahr 2016 (123'529 bzw. 102'377 Franken).

Die ersten paar Reaktionen auf den Post waren entweder wohlwollend («Danke für die Transparenz») oder lakonisch («Geile Zapfe»).

Jetzt auf

Dann kam Nationalrat Andreas Glarner (SVP, AG) – und eröffnete den schriftlichen Boxkampf. «Wieso kassierst du 9540 Franken für Übernachtungen?», wollte er von seinem Ratskollegen wissen. Schliesslich fahre er nach den Sessionen doch stets nach Hause.

Fricker wich aus – was wiederum Grossrätin Marianne Binder (CVP, AG) auf den Plan rief. «Eins auf Transparenz machen, kann halt ins Auge gehen, wenn man mittendrin wieder aufhören muss», schmetterte sie in den Ring.

Fricker versuchte zuerst noch, mit der Rechten abzuwehren, aber als die Abwehr verpuffte, nahm er seine stärkere Linke zur Hilfe: «Lieber Andi, ich fahre fast jeden Abend nach Hause, weil ich drei kleine Kinder habe und ein aktiver Vater bin.» Selbst das Alter seiner Kinder lieferte er nach.

Binder gab sich damit nicht zufrieden und warf erneut in die Runde, dass man doch gefälligst keine Entschädigungen für Leistungen, die man nicht bezieht, erhalten soll.

Das verbale Hin und Her bot Unterhaltung erster Güte – und wie man an den «Likes» erkennt, kürte jedes politische Lager seinen eigenen Sieger. Bleibt nur eine Frage: Sollen künftig auch Facebook-Battles entschädigungsberechtigt sein, liebe Streithähne?

Hipstory – Politiker als Hipster

1 / 21
Hipstory – Politiker als Hipster
Hipstory: Der israelische Künstler Amit Shimoni taucht die Mächtigen dieser Welt in ein neues Licht – wie hier Angela Merkel. «Die Generation Y schaut konstant auf Mode und Stil. Es ist ihre Art, sich auszudrücken, während sie sich gleichzeitig von den grossen Ideologien wegbewegt», sagte der Illustrator ... (Bild: Amit Shimoni) ... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Jetzt auf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hitler-Grüsse wohl Auslöser von tödlicher Schlägerei in Tuggen (SZ)
Ein 27-jähriger Deutscher wurde in der Nacht auf Sonntag in Tuggen (SZ) bei einer Schlägerei tödlich verletzt. Laut der Staatsanwaltschaft Kanton Schwyz kam es mutmasslich wegen gezeigten Hitler-Grüssen zur Auseinandersetzung, wie sie am Mittwoch schrieb.
Zur Story