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Transparency-Ranking zeigt: Die Schweiz wird korrupter

Eric Martin, Praesident Transparency International Switzerland, rechts, und andere Mitglieder starten die Kampagne "Unmask the Corrupt" am Dienstag, 2. September 2014, in Bern. (KEYSTONE/Pet ...
Laut Transparency International wuchs die Bereitschaft zu Korruption in der Schweiz.Bild: KEYSTONE

Transparency-Ranking zeigt: Die Schweiz wird korrupter

Die Schweiz hat Rückschritte gemacht bei der Bekämpfung von Korruption im öffentlichen Sektor. In der Rangliste von Transparency International fiel sie im internationalen Vergleich um einen Platz auf den 6. Rang zurück.
10.02.2026, 07:5210.02.2026, 10:19

Der Schweizer Ableger der Organisation Transparency International sieht einen klaren Abwärtstrend und fordert in einer Mitteilung vom Dienstag Bund, Kantone und Gemeinden zum Handeln auf.

In dem am Dienstag veröffentlichten Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2025 der Organisation Transparency International erreicht die Schweiz 80 von 100 möglichen Punkten. Das ist ein Punkt weniger als im Vorjahr. Laut der Organisation deutet der Rückgang auf eine gestiegene Bereitschaft zur Korruption hin.

Bund, Kantone und Gemeinden in der Pflicht

Transparency International kritisiert die bestehenden Massnahmen zur Korruptionsbekämpfung in der Schweiz als unzureichend. Die neue Anti-Korruptionsstrategie des Bundes sei zwar ein wichtiges Instrument, weise aber Lücken auf. So fehle etwa die Förderung der Transparenz im Lobbying auf Verwaltungsebene. Auch für Wartefristen beim Wechsel von Führungspersonen aus der Verwaltung in die Privatwirtschaft formuliere die Strategie keine Ziele. Zudem gebe es keine eigentliche Antikorruptionsbehörde, sondern nur eine interdepartementale Arbeitsgruppe ohne Durchsetzungsbefugnisse.

Fast gänzlich fehlen laut der Organisation Strategien zur Korruptionsbekämpfung in den Kantonen und Gemeinden. Dies sei problematisch, da die Kantone 43 Prozent und die Gemeinden 24 Prozent der öffentlichen Ausgaben der Schweiz verantworten. Entsprechend hoch sei dort das Potenzial für Vetternwirtschaft und Interessenkonflikte.

Längere negative Entwicklung

Laut Transparency International ist der jüngste Punkteverlust der Schweiz Teil einer längerfristigen negativen Entwicklung. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat die Schweiz insgesamt sechs Punkte eingebüsst. Im gleichen Zeitraum betrug der durchschnittliche Rückgang in den westeuropäischen Ländern zwei Punkte.

Dieser Trend deute darauf hin, dass das Risiko der Korruption im öffentlichen Sektor der Schweiz insgesamt steige, so die Organisation.

Urs Thalmann, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz, verweist in der Mitteilung auf Studien, wonach der Anteil an Schweizer Geschäftsleuten, die Bestechung von Amtsträgern als üblich bezeichnen, stark angestiegen sei. Gleichzeitig zeige eine andere Studie eine Schwächung der korruptionshemmenden Institutionen. Der Rückgang im CPI lege nahe, dass die Bereitschaft zur Korruption gestiegen sei.

Was der Index misst

Der Index wird seit 1995 erhoben und ist ein zusammengesetztes Verzeichnis, das auf verschiedenen Erhebungen und Einschätzungen von unabhängigen Institutionen basiert.

Den 6. Rang im Index teilt sich die Schweiz mit Schweden. Bessere Werte als die Schweiz erreichten Dänemark (Rang 1), Finnland (Rang 2), Singapur (Rang 3), Neuseeland und Norwegen (beide Rang 4). (pre/sda)

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