Schweiz
Gesellschaft & Politik

Meret Schneider spricht offen über ihre Essstörung

Meret Schneider, GP-ZH, spricht waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 14. Dezember 2021 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Die Grünen-Politikerin Meret Schneider ist zurück im Nationalrat und will sich weiter für Tierrechte einsetzen.Bild: KEYSTONE

Meret Schneider kehrt zurück in den Nationalrat – und spricht offen über ihre Essstörung

Am Montag ist die Grünen-Politikerin Meret Schneider zurück im Nationalrat. Dort plant sie einen Vorstoss über eine Registrations- und Kastrationspflicht für Katzen. Vor ihrer Rückkehr liess sie sich wegen ihrer Anorexie medizinisch behandeln.
01.12.2024, 22:1002.12.2024, 14:56
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Dank des vorzeitigen Rücktritts des Grünen-Nationalrat Bastien Girod kann Meret Schneider, die vor einem Jahr ihre Wiederwahl verpasste, nachrücken. Davor sprach sie erstmals in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» offen über ihre Essstörung.

Sie leide schon seit ihrer Kindheit unter Anorexie, sagte sie gegenüber der Zeitung. «Ich dachte immer, ich schaffe das schon allein». Die Chance, nochmals im Nationalrat zu sein, hätte sie zum Schritt bewogen, sich professionelle Hilfe zu holen. Deshalb habe sie sich im Zentrum für Essstörungen der Uni Zürich behandeln lassen. Das habe geholfen: «Ich habe schon sehr viel mehr Energie», so Schneider. Sie gehe weiterhin einmal pro Woche zur Therapie.

Einsatz für Tierrechte

Nun freue sie sich auf die Session. Aber sie brauche ein «dickeres Fell». Denn als Politikerin sei ihr viel Hass entgegen gekommen, auch wegen ihres Aussehens. «Die vernichtenden Kommentare, die persönlichen Angriffe wegen meines Aussehens, ausschliesslich von Männern, haben mich getroffen», so Schneider.

In der anstehenden Session will sie sich wieder vermehrt für Tierrechte einsetzen. In ihrem ersten Vorstoss will sie eine schweizweite Registrations- und Kastrationspflicht für Katzen fordern: «Nur so kann die massive Überpopulation eingeschränkt werden.» Zudem kritisiert sie den Import von Pouletfleisch aus Ungarn, Brasilien und Slowenien und sagt: «Wir müssen viel besser kommunizieren, wie Importhühner gehalten werden.» (nzu)

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112 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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PhilippS
02.12.2024 01:06registriert September 2016
Man muss ihre politischen Ansichten weder mögen noch teilen. Aber jemanden aufgrund des Aussehens zu verurteilen ist ein No-Go.

Sonst würden so mancher meiner Kommentare betreffend der Politik der Damen und Herren seitens SVP oder FDP ziemlich deutlich unter der Gürtellinie ausfallen.

Gut, man kanns auch positiv sehen;
Wenn Gegner ihrer Ansichten keine Argumente haben, auf unterstem Niveau auf die Frau spielen, spricht das eigentlich für sie und ihre Ansichten…
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lina910
01.12.2024 23:23registriert März 2017
Viel Liebe für diese mutige Frau ♥️
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frau süss
02.12.2024 00:42registriert März 2014
ich hoffe sehr für sie, dass die therapie nachhaltig hilft. wieder vermehrt in der öffentlichkeit zu stehen, macht es bestimmt nicht einfacher.
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