Schweiz
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Impfgegner sind schlecht informiert, sagt eine Studie des Bundes



Impfung Frau Impfgegner Impfen

Bild: shutterstock.com

Wer gut informiert ist, lässt sich eher impfen. Das hat eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gezeigt. Untersucht wurde auch, wer als glaubwürdige Quelle betrachtet wird.

Das BAG hat am Montag die Ergebnisse von insgesamt drei Studien präsentiert. Diese zeigen, dass zwischen dem Wissensstand und der Einstellung zu Impfungen ein direkter Zusammenhang besteht. Personen mit überdurchschnittlichen Kenntnissen zu Impfungen befürworten diese zu 89 Prozent. Bei den Impfkritikern schneiden 92 Prozent beim Wissen unterdurchschnittlich ab.

Die Informationen zum Impfen bezieht die Bevölkerung hauptsächlich von Hausärztinnen und -ärzten sowie aus dem Internet. Weniger als Informationsquelle genutzt werden Fach- und Kinderärztinnen sowie Apotheker. Diese gelten aber als glaubwürdige Quellen. Sie sollen deshalb stärker einbezogen werden, wie Virginie Masserey vom BAG vor den Medien erklärte.

Auch Beratungskompetenzen fördern

Die Studien empfehlen, die Aus- und Weiterbildung zu erweitern. Heute wird zum Beispiel Apothekerinnen und Apothekern vor allem medizinisches und wissenschaftliches Wissen vermittelt. Dieses sei zwar unerlässlich, hält das BAG fest.

Wir haben Esoteriker zum Thema Impfen befragt

Video: watson/nico franzoni

Es wäre aber wünschenswert, daneben auch die Beratungs- und Kommunikationskompetenzen vermehrt zu fördern. Die Studierenden sollten sich während ihres Studiums auf das Gespräch mit Patientinnen und Patienten vorbereiten.

Hebammen schulen

In den Bildungsgängen nichtärztlicher Gesundheitsfachpersonen - beispielsweise der Ausbildung von Hebammen - soll die Schulung zum Thema Impfen ausgebaut werden. Die Fachpersonen selbst haben diesen Wunsch geäussert: Ein Viertel von ihnen möchte ergänzende Angebote.

Das BAG will nun mit den zuständigen Stellen auf Bundes- und Kantonsebene prüfen, welche Arten von Schulungen für welche Zielgruppen eingeführt werden können. Der Zürcher Kantonsarzt Brian Martin berichtete von positiven Erfahrungen mit einem Symposium, das der Hebammenverband gewünscht hatte.

Informationen zu Krankheiten

Was das eigene Verhalten betrifft, zeigte sich bei den Fachpersonen dasselbe Bild wie beim Rest der Bevölkerung: Fachpersonen mit besseren Kenntnissen sind häufiger geimpft. Vorbehalte zu Impfungen sind am stärksten unter den nichtärztlichen Fachpersonen verbreitet.

Die Autorinnen und Autoren der Studien empfehlen, vermehrt über die Grundlagen des Impfens zu informieren. Dazu gehörten neben den Impfempfehlungen auch Informationen zu möglichen Gesundheitsfolgen von Krankheiten, die mit Impfungen verhütet werden können, zu möglichen Nebenwirkungen sowie zu deren Eintretenswahrscheinlichkeiten.

Deutschschweizer kritischer

Nicht bewahrheitet hat sich ein Befund aus dem Jahr 2015, wonach die Schweizer Bevölkerung grössere Schwierigkeiten habe als der europäische Durchschnitt, Impfthemen zu verstehen und in Impffragen zu entscheiden. Gemäss der neuen, vertiefenden Studie bekundet etwa eine von fünf Personen Schwierigkeiten.

Bei der Einstellung zum Impfen zeigten sich regionale Unterschiede: In der französischsprachigen und der italienischsprachigen Schweiz gibt es mit 7 Prozent beziehungsweise 5 Prozent deutlich weniger Impfkritiker als in der Deutschschweiz mit 11 Prozent.

Ältere weniger skeptisch

Im französischen Sprachgebiet ist dafür der Anteil der Verunsicherten besonders hoch. Den höchsten Anteil an Impfbefürwortern weist die italienischsprachige Schweiz auf. Der Anteil an Impfbefürwortern steigt ausserdem kontinuierlich mit dem Alter.

Die Studien wurden im Rahmen der nationalen Strategie zu Impfungen durchgeführt, die der Bundesrat 2017 verabschiedet hatte. Diese hat zum Ziel, den Impfschutz in der Bevölkerung zu optimieren. (aeg/sda)

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 25.06.2019 08:59
    Highlight Highlight Impfgegner vs. Flacherdler vs. 5G-Gegner

    Benutzer Bild
  • LeBase 25.06.2019 07:51
    Highlight Highlight „Impfgegner sind schlecht informiert“

    Euphemistischer kann man „Bildungsferne kombiniert mit eklatanter Ignoranz und absurder Selbstüberschätzung“ unmöglich umschreiben 😁
  • Dirty Sanchez 24.06.2019 15:53
    Highlight Highlight Es liegt ja in der Natur der Sache, dass Impfgegner schlecht informiert sind, sonst wären sie ja keine Impfgegner. Impfungen gehören zu den grössten Errungenschaften der Medizin und retten mit minimalsten Kosten und Eingriffen Millionen von Menschenleben. Und dies auf sehr elegante Art, weil sie eigentlich nur eigene Immunsystem "ausbilden".
  • Nony 24.06.2019 15:20
    Highlight Highlight Na dann ist es ja gut, dass wenigstens die Konkurrenz von TA Media es sich hier und da noch erlaubt, das "Denkverbot" der radikalen Impfbefürworter zumindest zu hinterfragen und die Erkenntnisse dann sogar auch mal mit Zahlen zu hinterlegen. Und bevor ihr nun wieder fleissig losblitzt. Es geht nicht um "Impfen oder nicht Impfen", sondern darum dass es eine handvoll sinnvolle Impfungen gibt (Grippe gehört eher nicht dazu) und viele sinnlose Impfungen, die einzig den Zweck haben, Pharma und Ärzte zu bereichern.
    • spaddeloni 24.06.2019 23:04
      Highlight Highlight Du solltest dich in Grund und Boden schämen!
    • CaptainLonestarr 25.06.2019 04:58
      Highlight Highlight Mit Impfungen wird bedeutend weniger Geld verdient als mit Kranken.
    • Til 25.06.2019 06:47
      Highlight Highlight Grippe Impfung ist sinnlos, obwohl jedes Jahr zig Menschen an der Grippe sterben? Erklär mal!
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 24.06.2019 13:46
    Highlight Highlight „Impfgegner sind schlecht informiert.“

    Für diese „neue“ Erkenntnis braucht es eine Studie? Echt jetzt? Das war doch von Anfang an klar 😅🤭
  • Meiner Einer 24.06.2019 13:38
    Highlight Highlight Dass Ältere weniger impfkritisch sind, überrascht mich jetzt weniger. Die kennen noch die Folgen. Mein Götti - heute Ende 60 - ist als Kind noch an Kinderlähmung erkrankt. Er ging seit ich mich erinnern kann immer am Stock und nutzt jetzt seit einigen Jahren auch einen Rollstuhl, weil er nicht mehr so lange stehen/gehen kann. Wer solche Fälle kennt, überlegt sich das mit dem Impfen nicht so lange, dafür ist das Restrisiko einer Impfung einfach zu klein...
  • JoJodeli 24.06.2019 13:15
    Highlight Highlight Uuh wieder ein Impfartikel. Freue mich auf die Kommentare. Bitte loslegen ✊
  • Albi Gabriel 24.06.2019 13:11
    Highlight Highlight Was für eine Überraschung...
  • El Pepedente 24.06.2019 13:04
    Highlight Highlight Witze über impfgegner werden nie alt, genau wie deren kinder
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 24.06.2019 13:59
      Highlight Highlight 😇😜
      Benutzer Bild
    • Eskimo 24.06.2019 15:44
      Highlight Highlight Mutter zum Arzt: Muss ich wirklich alle meine Kinder impfen lassen?
      Arzt: Nein, nur jene die sie behalten wollen.
  • andrew1 24.06.2019 12:57
    Highlight Highlight Das erklärt so einiges.

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