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Medikamententests an Patienten an Basler Uniklinik

ARCHIV - [Themenbild, gestellte Aufnahme] Ein Arzt verabschiedet sich von einer Patientin nach einer Konsultation in seiner Praxis, aufgenommen am 16. August 2002. - Falsch abgegebene Medikamente koen ...
Symbolbild: Oft wussten die Patienten nicht, dass sie zu Versuchskaninchen wurden.Bild: KEYSTONE

Basler Uniklinik hat jahrzehntelang Medikamente an ahnungslosen Patienten getestet

Die Medikamententests sollen oft ohne das Wissen der Patienten stattgefunden haben, so eine Studie der Universität Bern. Involviert war auch die Pharmaindustrie.
04.04.2017, 03:0104.04.2017, 07:39
Andreas Schaffner / Aargauer Zeitung

Die Psychiatrische Universitätsklinik Basel (UPK) soll jahrzehntelang mit nicht zugelassenen Medikamenten an Patienten experimentiert haben. Dies zum Teil gegen ihren Willen.

Das soll aus einer Studie hervorgehen, die Urs Germann vom Institut für Medizingeschichte der Universität Bern verfasst hat. Dies berichtete gestern die Sendung «Schweiz aktuell» des SRF.

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Konkret seien an der UPK zwischen 1953 und 1980 nicht zugelassene Medikamente an über 1000 Patienten getestet worden. Betroffen waren insbesondere Patienten, die an Schizophrenie, Depression oder einer Manie gelitten haben sollen. Insgesamt wurden knapp 60 Arzneimittel getestet, schreibt «Schweiz aktuell» auf der Homepage weiter.

Die Direktorin der UPK, Anne Lévy, wollte gestern Abend gegenüber dieser Zeitung nicht über die Studie informieren. Sie verwies auf eine Information, die heute erfolgen soll.

Im Fokus steht auch die Basler Pharmaindustrie. Einige Unternehmen sollen der UPK die Präparate zum Teil gratis zur Verfügung gestellt haben. Diese testete im Gegenzug die Medikamente und berichtete über deren Wirkung. Auch sollen die Ärzte den Unternehmen umfangreiche Testberichte über die Wirkungen der getesteten Medikamente geliefert haben.

Zu den Industriepartnern gehörten laut «Schweiz aktuell» die Basler Unternehmen J. R. Geigy AG, die Ciba AG (die heutige Novartis) sowie Hoffmann-La Roche AG (die heutige Roche).

Die Studie geht davon aus, dass zwischen der UPK und diesen Unternehmen «ein besonders intensiver Austausch» stattgefunden habe. Als Grundlage für die Studie dienten 330 Krankenakten von Patienten. Hinzu kommt eine Auswahl wissenschaftlicher Publikationen von Ärzten, die an den Medikamententests beteiligt waren.

Novartis soll es abgelehnt haben, die Archive für die Untersuchung zu öffnen. Ähnliche Untersuchungen wie an der UPK laufen an der Psychiatrischen Klinik in Münsterlingen (TG). Laut Recherchen des «Beobachters» sollen dort an 1600 Menschen klinische Tests durchgeführt worden sein.

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35 Kommentare
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Sandokan
04.04.2017 03:31registriert Mai 2015
Die Pharmaindustrie ist keine Hilfsorganisation sondern auf Megaprofit ausgerichtet dabei sind schmutzige machenschaften an der Tagesordnung.
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elivi
04.04.2017 03:16registriert Januar 2014
Ich finds gut das sowas nach über 30 jahren nochmals aufbereitet wird. Schade novartis war da anderer meinung.
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Majoras Maske
04.04.2017 07:29registriert Dezember 2016
War ja leider in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts normal, dass man an "psychischen Patienten" diverse Sachen ausprobiert hat...
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