Schweiz
Graubünden

Das sind die meistbesuchten Gemeinden der Schweiz

Die Gemeinde Disentis im Kanton Graubünden hat einen Lauf.
Die Gemeinde Disentis im Kanton Graubünden hat einen Lauf.bild: mattias nutt / graubünden ferien

Die beliebtesten Reiseziele der Schweiz – Bündner Gemeinde ist plötzlich an der Spitze

Neue Zahlen des Bundes zeigen, in welchen Gemeinden in der Hochsaison zwischen Juni und August besonders viele Touristinnen und Touristen abstiegen – und welche an Beliebtheit einbüssten. Die Auswertung für die hundert grössten Tourismusgemeinden.
06.10.2023, 11:5106.10.2023, 15:18
Stefan Ehrbar / ch media
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Die Schweizer Hotellerie peilt im Jahr 2023 einen neuen Rekord an. In den ersten acht Monaten des Jahres zählte sie 28.8 Millionen Logiernächte - eine Million mehr als im bisher stärksten Jahr 2019. Dass dieses Jahr so viele Touristinnen und Touristen in ihren Betten übernachten wie nie, dürfte ihnen nicht mehr zu nehmen sein.

Doch nicht überall gibt es Grund zum Jubeln. Das zeigt die Auswertung der neuesten Logiernächte-Zahlen des Bundesamts für Statistik für die hundert Gemeinden mit den meisten Übernachtungen. In der Tendenz gab es diesen Sommer in den Städten, in der Jungfrau-Region und im Tessin Grund zur Freude, während etwa im Kanton Graubünden die Vorkrisenwerte nicht erreicht wurden.

Grösstes Plus: Disentis

Doch nicht überall in Graubünden ist Trübsal angesagt: Keine Gemeinde legte in den Sommermonaten Juni, Juli und August im Vergleich zum Sommer 2019 stärker zu als die Bündner Gemeinde Disentis. Die neu 21'546 Logiernächte in diesen drei Monaten bedeuten ein Plus von 115 Prozent und damit mehr als eine Verdoppelung.

Beinahe verdoppeln konnte die Zahlen auch die Gemeinde Minusio TI mit einem Plus von 94.3 Prozent. Ebenfalls sehr stark zugelegt haben die Gemeinden Quarten SG und die Flughafen-Gemeinde Kloten ZH. Lange Gesichter gibt es hingegen in Fribourg: Hier wurden 46.9 Prozent weniger Logiernächte gezählt als im Sommer 2019. Ebenfalls starke Rückgänge verzeichnen mussten bekannte Touristenorte wie Samedan, Saas-Fee, Meiringen und Davos.

Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn die ersten acht Monate mit den ersten acht Monaten des Jahres 2019 verglichen werden. Disentis liegt 179 Prozent über dem Jahr 2019 und Minusio konnte die Zahlen ebenfalls mehr als verdoppeln. Am anderen Ende der Tabelle steht auch bei dieser Betrachtung Fribourg. Saas-Fee, Meiringen oder Engelberg verfehlten die Vorkrisenwerte zwischen Januar und August ebenfalls deutlich.

Unter den Städten liegt Bern im Vergleich des bisherigen Jahres mit dem Jahr 2019 weit voraus: Dort werden 22.2 Prozent mehr Logiernächte gezählt. Im Plus sind auch St.Gallen (21.8 Prozent), Zürich (2.9 Prozent) und Genf (2.9 Prozent). Noch leicht unter den Vorkrisenwerten liegt Basel mit einem Minus von 0.14 Prozent. Deutlich weiter entfernt vom alten Stand ist Luzern: In den ersten acht Monaten resultierte ein Minus von 6.8 Prozent.

Die Gründe für diese unterschiedlichen Entwicklungen sind vielfältig. Einerseits machen Menschen aus der Schweiz immer noch deutlich häufiger Ferien im Inland als 2019, auch wenn die Rekordwerte der letzten beiden Jahre nicht mehr erreicht werden. Ausländische Gäste sind hingegen noch immer leicht weniger häufig unterwegs als damals. Das trifft vor allem auf solche aus Asien und insbesondere China zu, was auch den bei diesen Gästen beliebten Destinationen etwa in der Zentralschweiz schadet.

Aber auch deutsche Gäste kommen nicht mehr so oft in die Schweiz wie früher. Bei ihnen dürfte das Preisniveau eine entscheidende Rolle spielen. Darunter leiden besonders Orte im Kanton Graubünden, der bei den Gästen aus dem Norden traditionell stark ist.

Die Infrastruktur, also die Anzahl der Betten, die zur Verfügung stehen, entwickelte sich im Einklang mit den Wachstumsraten. Gegenüber dem August 2019 wurden in der Flughafengemeinde Kloten mit einem Plus von 1443 am meisten neue Betten geschaffen, vor allem in neuen Hotels in der Überbauung «Circle» des Flughafens. Deshalb steht die Gemeinde vorne im Ranking. Eine starke Zunahme an Betten gab es auch in Bern mit einem Plus von 1263 und in Zürich mit einem Plus von 1186. In Disentis nahm die Bettenanzahl um 716 zu.

Weniger Betten werden im Vergleich zum August 2019 hingegen in Samedan, Fribourg oder Saas-Fee angeboten. In absoluten Zahlen bietet Zürich mit 17'708 Betten die meisten Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste, gefolgt von Genf mit 11'326 und Basel mit 9358. Danach folgen Zermatt mit derzeit 7409 Betten und Luzern mit 6532.

In absoluten Zahlen blieb Zürich in den ersten acht Monaten die Gemeinde mit den meisten Logiernächten. 2.51 Millionen wurden in dieser Zeit in der grössten Schweizer Stadt gezählt, womit jede elfte Übernachtung auf sie entfällt. Es folgen Genf mit 1.51 Millionen, Zermatt mit 1.18 Millionen, Basel mit 933'000 und Luzern mit 869'000. (bzbasel.ch)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chalbsbratwurst
06.10.2023 13:50registriert Juli 2020
Ich fahre auch immer nach Kloten in die Ferien.
Der Kerosingeruch und der ständige Fluglärm sind einfach einmalig. Hinzu kommen die schönen Industriegebiete mit den vielen Zolllagern und die grossen Langzeitparkplätze. Ich habe noch keinen vergleichbaren Ort gefunden in der Schweiz der das auch alles bieten kann ;-)

Ja, ok, Spreitenbach ist auch schön aber duftet nicht so gut ;-)
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