Schweiz
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George Melke, ehemaliger syrischer Flüchtling in der Schweiz
Ausriss: welt.de

«Wir wurden von einem Lager zum anderen verschoben»: Dieser Syrer hielt es in der Schweiz nicht mehr aus – und ging zurück

Hunderttausende Syrer sind nach Europa geflüchtet, aber manche sind inzwischen schon wieder in die Heimat zurückgekehrt. Denn ihr neues Zuhause fanden sie unerträglich. So auch George Melke, den es in die Schweiz verschlug und der seit einem halben Jahr wieder in Syrien ist. Ein Besuch.

Alfred Hackensberger / Die welt



Es ist eines dieser ebenerdigen Häuser, von denen es viele in Nazareth gibt, dem christlichen Viertel der syrischen Stadt Kamischli. Das Mauerwerk ist so dick, dass die Hitze von über 40 Grad im Sommer und die Eiseskälte im Winter hier im Nordosten Syriens abgehalten werden. Im Innenhof plätschert idyllisch ein Springbrunnen – doch all die Kinder, die hier einst unter den Bäumen spielten, sind weg. Und die Metallhochbetten, auf denen in heissen Augustnächten normalerweise die Bewohner im Freien schlafen, rosten.

Die Besitzer haben ihr Haus verlassen und sind wie Hunderttausende Syrer, darunter auch viele Christen, nach Europa ausgewandert. Es war die Angst vor der al-Kaida-Gruppe Dschabat al-Nusra und dem sogenannten «Islamischen Staat» («IS»), der sie aus ihrer Heimatstadt Kamischli trieb. Beide islamistischen Terrormilizen versuchten, die ölreiche Gegend und Kornkammer Syriens zu erobern.

Nur eine Tante der Grossfamilie ist mit ihrem kleinen Hund geblieben. Sie dachte schon, sie müsse den Rest ihres Lebens alleine hier verbringen. Aber dann kam überraschend ihr 35-jähriger Neffe zurück. In Europa hat er es nicht ausgehalten.

«Es gibt unter den Flüchtlingen viele, denen geht es ähnlich», sagt George Melke im kleinen Arbeitsraum des alten Hauses. «Sie mussten erkennen, Europa ist alles andere als ein Paradies, es war ein Fehler, dorthin zu fliehen.» Am liebsten würden sie wieder zurückgehen, doch hätten sie nun kein Geld mehr und keine Papiere, mit denen sie die Heimreise antreten könnten. «So müssen sie bleiben, obwohl sie unglücklich sind», meint Melke, dem man ansieht, dass er in seiner Stadt Kamischli rundum zufrieden ist.

Er ist zu Scherzen aufgelegt, wirkt dabei ausgeglichen und gelassen. Vielleicht liegt es daran, dass er sich vor drei Wochen verlobt hat, und weniger an der Arbeitsstelle, die er gefunden hat. «Für mich ist es nicht nur schön, sondern auch eine Pflicht, hier zu sein und am Aufbau einer besseren Zukunft Syriens mitzuarbeiten», sagt er. Er hofft, alle Flüchtlinge würden möglichst bald den Weg zurückfinden. «Syrien ist eure Heimat, lasst sie nicht im Stich», ist sein Appell an die Landsleute in Europa und anderswo.

Die Flucht ging über Beirut direkt nach Basel

Dem jungen Melke wurden Verantwortung und politisches Bewusstsein quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater ist ein bekannter syrischer Dissident und war vom Regime mehrfach verhaftet, misshandelt und auch gefoltert worden. «Er sass 1997 für 20 Monate im Gefängnis», erzählt Melke mit einem fast schon lapidaren Unterton, als sei das die normalste Sache der Welt. «Und als 2011 die Revolution begann, holten die Sicherheitsbehörden ihn regelmässig ab, zuletzt 2013.»

Reich an Korn und Öl: George Melkes Heimatstadt Kamischli liegt im Nordosten von Syrien, dicht an der Grenze zur Türkei.

Damals wurde er für zwei Monate nach Damaskus verlegt. Das ist normalerweise ein Ticket ohne Rückkehr. Denn viele überleben das Folterprogramm des Regimes und die Unterbringung in den kleinen Zellen mit über 100 Insassen nicht. Viele Tausende sind in Regimegefängnissen gestorben, wie Berichte von internationalen Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen belegen. Seit der letzten Haft hat sich der Gesundheitszustand seines Vaters verschlechtert und war mit ein Grund für die Ausreise.

Am 1. Oktober 2013 verliess Melkes Familie ihre Heimatstadt Kamischli in Richtung Libanon. Bei der Schweizer Botschaft in Beirut beantragten sie ihre Visa. «Das ging problemlos», erinnert sich Melke. «Einer meiner Brüder lebt schon lange in der Schweiz, und Christen haben es generell leichter, ein europäisches Visum zu bekommen.» Die Familie musste nicht die gefährliche Überfahrt über die Ägäis nach Griechenland wagen und auch keine kräftezehrenden Fussmärsche durch die Balkanstaaten. Die Melkes flogen direkt von Beirut aus nach Basel.

Nach dem «Schrecken von Basel» ging's ab nach Aarau

Aber dort begann nach dem Asylantrag eine «schreckliche Zeit», sagt der 35-Jährige. «Wir wurden von einem Internierungslager zum anderen verschoben.» In Basel sei die Tagesordnung des Camps der einer Militärbasis sehr nahegekommen. Um sieben Uhr mussten die über 500 Flüchtlinge jeden Tag aufstehen. Um zwölf Uhr habe es Mittagessen gegeben, um 19 Uhr dann Abendbrot. «Wir waren es nicht gewohnt, für unser Essen fast eine Stunde lang in einer Schlange anzustehen», sagt Melke rückblickend mit einem Kopfschütteln.

Vormittags und nachmittags habe man Ausgang gehabt, musste aber um 16 Uhr wieder im Lager sein. Am Wochenende hatte man einen Tag frei. Besonders schlimm habe seine Familie die hygienischen Verhältnisse empfunden. «Ein einziges Gemeinschaftsbad für Hunderte von Menschen ist nicht gut», sagt Melke entrüstet. «Wir haben uns dort alle nie gewaschen und sind zu meinem Bruder, um dort in aller Ruhe zu baden oder zu duschen.»

Nach 23 Tagen war der «Schrecken von Basel» vorbei, und die Familie kam in ein Camp von Aarau. «Dort lebte ich in einem Zimmer mit vier Männern aus Marokko, Tunesien und Algerien, die ständig Haschisch rauchten und sich dazu noch betranken.» Melke habe sich beim Sicherheitsdienst beschwert, aber dort hätte man ihm gesagt, solange die nur konsumierten, könnten sie nichts tun. Denn das sei nicht verboten. Melkes Mutter und die Schwester mit zwei Kindern waren mit den anderen weiblichen Flüchtlingen getrennt untergebracht.

«Die Leute lassen einen spüren, dass man ein Ausländer ist»

Nach zehn Tagen wurde die Familie erneut verlegt, und zwar in ein Hochhaus, in dem eine Krankenschwesternschule die ersten sechs Stockwerke belegte. Die Melkes bekamen im 13. Geschoss einen Raum samt einem eigenen Badezimmer für sich alleine. «Es gab eine Gemeinschaftsküche und zehn Schweizer Franken pro Tag.» Nach vier Monaten erhielten sie Bleiberecht für die Dauer eines Jahres und konnten das Lager verlassen.

Trotz der wiedergewonnenen Freiheit konnte sich Melke mit der Schweiz nie anfreunden. «Es ist ein völlig anderes Leben, eine ganz andere Kultur», stellt der junge Mann fest. «Egal, ob beim Deutschkurs oder auf der Strasse, die Leute lassen einen spüren, dass man ein Flüchtling, ein Ausländer ist.» Immigranten würden nicht als vollwertige Menschen behandelt. Er spricht von Nazi-Mentalität, lacht aber dabei, weil er weiss, er hat damit übertrieben.

«Nein, ich bleibe lieber hier in Syrien»

In der Stadtverwaltung war man ganz überrascht, als Melke seine Ausreise beantragte. Er gab als Grund kulturelle Unterschiede an und behauptete, er wolle in den Libanon, weil er dort Arbeit gefunden hätte. Zwei Tage später sass er im Zug nach Genf. Seinen Pass bekam er eine Stunde vor Abflug der libanesischen Middle East Airlines zurück. Alles war von den Schweizer Behörden organisiert und bezahlt worden. Melke reiste auf dem gleichen Weg zurück, auf dem er gekommen war: zuerst nach Beirut, dann über die syrische Hafenstadt Latakia am Mittelmeer nach Kamischli. «Es war der 20. Mai, als ich zu Hause landete», sagt Melke freudestrahlend, als sei es erst gestern gewesen.

«Meine Familie in der Schweiz ruft ständig an, ich solle wieder zurückkommen. Aber nein, ich bleibe hier.» Er hat in der Bimo Bank einen Job gefunden, betreibt ein kleines Internetcafé und hat vor Kurzem zusätzlich begonnen, für eine Hilfsorganisation zu arbeiten.

«Es geht nicht so sehr um materielle Dinge», meint Melke. 2011 sei er als Anhänger einer friedlichen Revolution und mit dem Wunsch nach grundlegenden Veränderungen auf die Strasse gegangen. Dieses Projekt müsse zu Ende gebracht werden, versichert Melke mehrfach. Deshalb sollten alle Flüchtlinge zurückkommen, um an einer besseren Zukunft Syriens zu arbeiten.

Kamischli ist «IS»-frei und stabil

Melke weiss, dass für ihn die Entscheidung zur Rückkehr relativ einfach war im Vergleich zu der anderer. Denn hier in seiner Region im Nordosten des Landes ist alles völlig anders als im Rest von Syrien. Hier wurden der «IS» und alle anderen islamistischen Gruppen unter den syrischen Rebellen vertrieben und sind keine Bedrohung mehr. Auch sonst existieren hier keine wie auch immer gearteten islamistischen Rebellen. Bombenangriffe des Regimes wie in Aleppo und anderen syrischen Städten finden nicht statt. Hier gibt es keine in 1000 Gruppen und Milizen zersplitterte Opposition. Stattdessen kämpft eine ethnisch und religiös übergreifende Militärallianz. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind ein Zusammenschluss von Kurden, Arabern, Christen und Turkmenen.

Die SDF garantieren Frieden und Sicherheit. Zudem wurde eine autonome, basisdemokratische Regierung gebildet, die die Verwaltung übernommen hat. Hier in Kamischli und all den anderen Orten gibt es Benzin, Wasser und Strom. Auf den Märkten ist alles zu kaufen – ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Obst. Das ist in anderen Teilen des Landes in dieser Auswahl und Fülle kaum oder gar nicht zu finden.

«Ich weiss, für andere Syrer mag eine Rückkehr ungleich schwieriger sein», gibt Melke zu. «Aber wir können doch nicht ein menschenleeres Land zurücklassen.» Er will auf alle Fälle bleiben. Daran lässt der 35-Jährige nicht den geringsten Zweifel. «So schön die Schweiz und andere Länder in Europa sein mögen, aber hier geht es um eine andere Qualität.» Syrien sei seine Heimat, fährt er fort, und trotz aller Probleme, hier zu Hause würde er sich zumindest wohlfühlen. «Ich muss hier, genau hier sein und nicht woanders.»

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96
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    Alle Leser-Kommentare
  • sentir 24.12.2015 16:35
    Highlight Highlight Wenn ich mir die Herzchen und Blitze hier anschaue, bekomme ich ein komisches Gefühl im Magen...
  • DavidP38 24.12.2015 12:36
    Highlight Highlight Da verwechselt jemand Nothilfe mit Wohlstand.. Eine Stunde anstehen wäre für mich als Flüchtling in einem anderen Land völlig in Ordnung ! Aber schön fand er wieder den Weg in seinen gewohnten Wohlstand..
  • Chlinae_Tigaer 24.12.2015 11:25
    Highlight Highlight Irgendwann werden vielleicht auch die Linken begreifen, das gegen 90% der zurzeit kommenden "Flüchtlinge" weder an Leib noch an Leben bedroht sind sondern nur der hausgemachten Völkerwanderung dienen.

    Das es dabei auch Menschen wie den George Melke gibt, die sich, nach gewonnener Erkenntnis, nicht weiter instrumentalisieren lassen, ist gegeben.

    • Triesen 24.12.2015 11:46
      Highlight Highlight "Gegen 90%" - Woher hast du diese Zahl? Ist die belegt? Was ist die Quelle?
    • Triesen 24.12.2015 12:32
      Highlight Highlight @John D ...oder vielleicht Spekulation? Statt Argument?
    • piewpiew 24.12.2015 13:06
      Highlight Highlight Geh doch 1-2 Jahre nach Syrien. Wenn es dir dann noch gefällt dort bin ich gerne bereit deine Meinung als meine anzunehmen
    Weitere Antworten anzeigen
  • gjonkastrioti 24.12.2015 10:42
    Highlight Highlight Naja Fumo, das sollte das Prinzip des Journalismus sein. Die Journalisten sollten die Politiker und alle anderen Mächtigen hinterfragen. Aber tun sie das? Keine Medie berichtet objektiv, alle folgen einer gewissen Doktrin und die Journalisten müssen ihre Artikel entsprechend dieser ausrichten.
  • seventhinkingsteps 24.12.2015 10:07
    Highlight Highlight Was soll denn seine Aussage, es mögen alle wieder zurück kommen? Leicht für ihn in seinem (noch) stabilen Dorf. Und an gewisse Leute hier: Egal wie oft ihr jetzt sagt, dass jeder gehe soll dems nicht passt, davon ist der Mann nicht mehr weg wie vorher. Er ist schon weg, lasst sein.
    • niklausb 24.12.2015 13:31
      Highlight Highlight fertig lesen wäre sonst noch ein geheim Tipp
  • Mox 24.12.2015 08:57
    Highlight Highlight Die Welt (online) ist ein rechts-konservatives Blatt des Axel-Springer Verlags. Ich vermute diese Geschichte ist stark von der Ausrichtung auf die entsprechende Zielgruppe geprägt. Ich bin erstaunt, dass Watson diesen Artikel übernommen hat. Erst vor kurzem ist Watson auf einen Putin-Troll hereingefallen. Hier wird wahrscheinlich ein Fehler in ähnlicher Weise ein zweites Mal gemacht.
    • Fumo 24.12.2015 09:47
      Highlight Highlight Das Prinzip von Journalismus besteht darin Bericht zu erstatten, egal ob das was Berichtet werden soll einem passt oder nicht. Das nennt man Objektivität. Das selbe galt beim Fall um den Putinartikel.
  • Theor 24.12.2015 08:47
    Highlight Highlight Ich finde die News tut keinem Lager gut. Auf der einen Seite schämt man sich dafür, dass man bei uns die Leute so ständig hin und herschiebt, das überhaupt keine Normalität einziehen kann - und auf der anderen Seite wird klargemacht, dass Melke nie wirklich akut gefährdet war, er ziemlich hohe Ansprüche hatte und einen "Abenteuertrip" in der Schweiz auf unsere Kosten absolviert hat und dann wieder zurück ging.

    Kurzum: Dieser Artikel ist vieleicht gut gemeint, aber er hilft niemandem. Nicht den Befürwortern und nicht den Gegnern der Asylpolitik. Alles was bleibt ist ein sehr fader Beigeschmack
    • FrancoL 24.12.2015 09:07
      Highlight Highlight Ein grosses OK für das "Kurzum". Der Beisatz mit dem Abenteuertrip auf unsere Kosten; ich nehme an des der Flug nach Basel nicht von der Schweiz bezahlt wurde.
    • Theor 24.12.2015 09:15
      Highlight Highlight Der "Abenteuertrip" war zugegebenermassen recht reisserisch. Aber für eine feinfühligere Umschreibung war bei 600 Zeichen einfach kein Platz mehr. Dafür waren auch die Anführungszeichen gedacht, um zu verstehen zu geben, dass es nicht so lapidar gemeint ist. Hat wohl nicht ganz funktioniert, sry. :)
    • FrancoL 24.12.2015 09:23
      Highlight Highlight Mir gefällt der Artikel ganz und gar nicht, ich verstehe auch nicht was er in der Landschaft soll oder bezwecken will. Ich fand das Wort Abenteuertrip grenzwertig weil ich mir sicher bin dass dieser Ausdruck sich in gewissen Kreisen einprägt und bei nächster Gelegenheit als Schlagwort uns wieder um die Ohren gehauen wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan von Siegenthal 24.12.2015 08:45
    Highlight Highlight Da stellt sich die Frage, wann ist jemand ein Flüchtling, der Schutz benötigt? Wenn man aufgrund von Nichtigkeiten (verglichen mit Gefahren, die Leib und Leben bedrohen) einfach so wieder ins Ursprungsland zurückkehren kann, war man dann jemals bedürftig?
    • Anam.Cara 24.12.2015 14:33
      Highlight Highlight @Stefan von Siegenthal:
      Es ist unglaublich schwierig, die Gefährdung zu beurteilen. Sein Vater wurde ja verfolgt - gewisse Regime greifen ja ganz gerne auch auf die Familie zurück.
      Die Situation im Norden Syriens ändert dauernd. An seiner Stelle würde ich nicht darauf wetten, dass er als Christ dort sicher ist. Die Gebietsgrenze des IS ist nach meiner Erinnerung (von einer anderen Karte) nicht allzu fern von seinem Dorf.
      Wer in so einer Gegend wohnt ist m.E. grundsätzlich an Leib und Leben bedroht. Viele werden ja auch Opfer eines "Kollateralschadens".
    • FrancoL 26.12.2015 10:55
      Highlight Highlight Danke für diese Klärung, denn z.Z. werden in diesen Artikel bewusst oder unbewusst alle möglichen Interpretationen hineingelesen.
  • Tropfnase 24.12.2015 07:51
    Highlight Highlight Ich gehe davon aus dass dies ein Einzelfall ist der zu Propaganda Zwecken ausgeschlachtet wird! Sonst müsste ich meine Haltung wohl neu überdenken.
    • FrancoL 26.12.2015 11:02
      Highlight Highlight ZaaFee; Da treffe ich Sie wieder! “nicht unbedingt die Regel", schöner Ausdruck liest sich für Viele so in Richtung: nicht unbedingt die Regel aber schon recht häufig. Begründet mit Ihrer Aussage; "sicherlich kein Einzelfall". Ja es ist kein Einzelfall. Ihr Wortspiel lässt der Interpretation dass es etliche Fälle sind Tür und Tor offen. Diese Anspielungen mit Schlagworten oder Mengenunterstellungen sehe ich als nicht lösungsfördernd.
    • FrancoL 27.12.2015 10:46
      Highlight Highlight ZaaFee; Das mit dem Beschweren ist unschön, aber nun mal auch ein Verhalten das man stehen lassen kann. Dankbarkeit? Würde ich bei meinen Mitarbeitern jeden hinausstellen der am Weihnachtsessen motzt wäre wohl ein Drittel der Belegschaft im 2016 gekündigt! Nicht nur bei mir sondern auch bei anderen KMUs. Es geht darum die Flüchtlingsproblematik zu versachlichen. Die Flüchtlinge nicht in Einzelbetrachtungen aufzulösen sondern als Gesamtheit mit allen ihren +/- wahrzunehmen. Schnelle Verfahren zu unterstützen um Klarheit zu schaffen; Status. Die Unterbringung etwas mehr zu vereinheitlichen.
    • FrancoL 27.12.2015 13:15
      Highlight Highlight Ihre Aussage über die Würde des Dankes könnten Sie einmal auf die gesamte Bevölkerung umlegen, es gibt nicht nur Flüchtlinge die dankbar sein müssten! Wenn Ich Ihr Credo der Dankbarkeit auf einen nicht zu kleinen Teil der Mitarbeiter in den mir bestens bekannten KMUs ansetzen würde, da wären wohl einige Schweizer mit oder ohne Migrationshintergrund arbeitslos. Es geht mir auf den Sack wenn Bevölkerungsgruppen nicht zuerst vor ihrer eigen Türe kehren sondern sich mit Freude andere Türen auswählen.
  • FuriousPete 24.12.2015 06:41
    Highlight Highlight Sein Leben in Syrien muss ja furchtbar gefährdet gewesen sein wenn er so leicht wieder zurückkehrt. Ich hoffe das hat keinen Einfluss auf unsere Einstellung gegenüber "echten" Flüchtlingen.
  • FrancoL 24.12.2015 01:19
    Highlight Highlight Ein Artikel der mehr Spekulationen ermöglicht als Erklärungen liefert! Ein doch eher einfacher Sachverhalt: Flüchtling kehrt in seine Heimat zurück und dies weil ihm die hiesige menschliche Kälte und Behandlung gestört hat. Die Spekulationen: Der eine sieht die Forderung von Flüchtlingen nach einem vollen Bankkonto. Der Andere meint richtigstellen zu müssen dass mehr kommen als gehen, hinlänglich bekannt. Andere wiederum sind ab den Aussagen von George Melke beleidigt. Die Keule des Nazitum wird geschwungen. Alles weil ein Flüchtling nach Hause fährt. Redaktion: Was wollte dieser Artikel?
  • MergimMuzzafer 24.12.2015 00:29
    Highlight Highlight Muss ja anscheinend richtig gefährlich gewesen sein in seinem Heimatort; so gefährlich dass er gleich wieder dorthin zurückgekehrt ist, nachdem er sich in der Schweiz nicht wohlfühlte. Zum Glück hat ihm der Schweizer Staat Asyl gewährt. 'Ironie off'
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 24.12.2015 00:14
    Highlight Highlight Soll doch jeder da wohnen wo er will, weil jeder steht zum Ort wo er wohnt!
    • Schriibi 24.12.2015 00:55
      Highlight Highlight oder so:

      Play Icon
  • Grundi72 23.12.2015 22:57
    Highlight Highlight "Wir waren es nicht gewohnt, für unser Essen fast eine Stunde lang in einer Schlange anzustehen"

    Ein relativ kleines Übel wenn man anscheinend politisch verfolgt wurde und dem Tod entkommen wollte...? Aber ihm gehts ja in dem Ort, von welchem er flüchten musste nun ja anscheiend wunderprächtig...?

    Ich checks nicht...

    Und jetzt folgen die Nazi Kommentare, haut in die Tasten Gutmenschen!
    • Triesen 23.12.2015 23:13
      Highlight Highlight Ist Gut-Mensch das Gegenteil von Bös-Mensch? Dann bin ich das mit Vergnügen...
    • thedarkproject 24.12.2015 03:00
      Highlight Highlight @Antoni:Jeder der im Militär war oder an der ETH/UZH mal zur Mittagszeit an der Mensa gwartet hat kennt das. Das sollte man als angeblicher "Flüchtling" schon aushalten. Allemal besser als Krieg.
    • Anam.Cara 24.12.2015 07:45
      Highlight Highlight @Grundi
      Ich kann die Argumente des Mannes auch nicht so genau nachvollziehen. Aber ich gönne ihm, dass er seinen Platz und sein Glück nun gefunden hat.
      Viele werden zurückkehren und froh darüber sein, in ein stabiles Land zurückkehren zu können. Ohne dabei schlecht über das vorübergehende Gastland zu reden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pizza007Bond 23.12.2015 22:03
    Highlight Highlight Aber wenn sie es hier ja so schlimm haben, dass sie zurück gehen, dann muss es dort ja weniger schlimm sein als bei uns! Die Flüchtlinge sagen das sie in ihrem Heimatland verfolgt werden oder von Armut betroffen sind. Wer will also in ein Land zurück, in dem er verfolgt wird und vom Tod bedroht ist! Was ist das für eine Logik?!
    • FrancoL 23.12.2015 23:05
      Highlight Highlight Eine einfache und nachvollziehbare Logik: manchmal ist die Heimat samt ihren Unzulänglichkeiten besser als die kalte Fremde. Das zu erfahren setzt voraus dass man beide Seiten erlebt hat. Ich glaube aber kaum dass Sie Pizza007Bond eine entsprechende Erfahrung je gemacht haben, darum Ihre hilflose Frage nach der Logik. Aber es könnte auch Sie einmal ähnlich treffen und dann werden Sie sich an Ihre Aussage erinnern. Ich erinnere mich noch gut an 1972 nach der Schwarzenbach Initiative, da sind doch etliche Ausländer nach Hause gegangen ohne Zwang weil ihnen die Stimmung Angst gemacht hat.
  • SVRN5774 23.12.2015 21:11
    Highlight Highlight Finde ich super was er getan hat.
    Alle Ausländer denen es hier nicht passt, sollen zurück in ihr Heimatland. Punkt.
    • Thomas Bollinger (1) 24.12.2015 01:34
      Highlight Highlight Ich sehe mich als Gutmenschen, stimme aber vollständig zu. Wen es trotz allem zurück in die Heimat zieht, darf und soll gehen.
  • Edprob1 23.12.2015 21:09
    Highlight Highlight Diesen Artikel sollte man ins Arabische übersetzen, und in dieser Region veröffentlichen. Hält vielleicht den einen oder anderen von einer Fehlentscheidung ab.
    • FrancoL 25.12.2015 09:07
      Highlight Highlight @Zaafee; Es liegen zwischen Toleranz und Selbstaufgabe viele Verhaltensnuacen. Bei Ihnen scheint die Toleranz gleich in Selbstaufgabe zu münden. Das dürfen Sie sicherlich so sehen, dies spricht allerdings für einen sehr tiefen Toleranzspiegel.
    • FrancoL 25.12.2015 22:26
      Highlight Highlight @ZaaFee sparen Sie sich Worte wie ein Kontinuum das bedeutet nun wahrlich nicht was sie vermutlich andeuten wollen. Kontinuum = Beständigkeit!
    • FrancoL 26.12.2015 10:33
      Highlight Highlight Zaafee; Wenn Sie sich bei einem sehr drückenden Thema wie die Flüchtlingskatastrophe mit Vehemenz für die Ihre richtige Interpretation diesen einen Artikel einsetzen scheint Ihr Toleranzspiegel tatsächlich nicht sehr hoch zu sein. Wenn Sie dann auch noch die Toleranz bis zur Selbstaufgabe erwähnen, wird dies noch zusätzlich bestätigt. Toleranz gegenüber Flüchtlingen hat auch damit zu tun dass man Ihnen nicht ständig Beweggründe in den Mund legt die sie nicht eingegangen sind. Man kann auch überlegen ob nicht ein Artikel bewusst Situationen insinuiert, die so nicht gemeint waren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ferox77 23.12.2015 21:08
    Highlight Highlight «Dort lebte ich in einem Zimmer mit vier Männern aus Marokko, Tunesien und Algerien, die ständig Haschisch rauchten und sich dazu noch betranken.»
    Ein kurzer Einblick in die Zustände hiesiger Asylunterkünfte.
    • corsin.manser 23.12.2015 21:39
      Highlight Highlight Ja gut, das ist ja in jeder zweiten Schweizer Studenten-WG auch so ...
    • Bowell 23.12.2015 21:58
      Highlight Highlight @corsin: Ahhh ok, dann ist das ja absolut krin Problem...
    • demokrit 23.12.2015 21:59
      Highlight Highlight Kann ich nicht bestätigen, ist also zumindest nicht in jedem Asylheim so. Muslime trinken sowieso keinen Alkohol.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sverige 23.12.2015 21:08
    Highlight Highlight Gute Einstellung, sollte viele andere auch tun. Würde man die Schweiz für Migranten äusserst unattraktiv machen, wäre das ein guter Anfang. Und wenn dieser Syrer wieder in sein Land geht, warum kommt er dann, kommen diese dann?
    • Triesen 23.12.2015 21:57
      Highlight Highlight Was schwebt dir so vor? Vielleicht spezielle Lager? Oder was sind genau deine Ideen?
    • nimmersatt 23.12.2015 22:21
      Highlight Highlight Die Argumentation mit der Attraktivität - bemerkt Ihr eigentlich eure faschistoiden Verweise?
    • Triesen 23.12.2015 22:23
      Highlight Highlight Schade das ich keine Antwort erhalte von @sverige. Das hätte mich jetzt wirklich interessiert. Na vielleicht reicht es nicht für mehr als solche Beiträge...
    Weitere Antworten anzeigen
  • SilWayne 23.12.2015 20:58
    Highlight Highlight «Es ist ein völlig anderes Leben, eine ganz andere Kultur»
    Was hat er erwartet?
    Der Nazivergleich hat ihn dann komplett unglaubwürdig gemacht...
    • Stulli Pausenbrot 23.12.2015 21:31
      Highlight Highlight Na wenn ich die Kommentare hier so lese ist der Vergleich gar nicht soooo falsch...
    • Triesen 23.12.2015 21:50
      Highlight Highlight "Der Nazivergleich hat ihn unglaubwürdig gemacht"? Vielleicht hat er damit den Nagel auf den Kopf getroffen, das einzige was sich geändert ist der Name der Zielgruppe. Aber die ist ja auswechselbar, wie die Geschichte bereits gezeigt hat. Der Demagoge, seine Partei, seine Anhänger, "sein Volk" und die richtige Stimmung - passt....
    • Triesen 23.12.2015 23:01
      Highlight Highlight @Sille ...befasse dich einmal objektiv mit den Merkmalen sowie dem Erfolgsmodell der NSDAP und vergleiche sie mit der Arbeits- und Vorgehensweise der SVP. Das Ergebnis verrate ich dir jetzt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • creative 23.12.2015 20:54
    Highlight Highlight Wenn es ihnen hier nicht passt, dann sollen sie zurück. Zwingt sie ja keiner, hierher zu kommen.
    • Angelo C. 23.12.2015 21:10
      Highlight Highlight Auch wenn es WATSON nicht, oder nur ungern, thematisiert : Derzeit kommen offenbar ungleich mehr als gehen.....


      http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/26547576
    • Miller 23.12.2015 21:18
      Highlight Highlight Beitrag gelesen? Es hat ihm nicht gepasst und er ist gegangen... also können Sie ja jetzt glücklich Weihnachten feiern oder?!.. 😉
    • Stulli Pausenbrot 23.12.2015 21:25
      Highlight Highlight Ha ha ha, Seelenherz, du scheinst ja ein ganz ironisches Schlawittchen zu sein, dass Du unter DEM Pseudonym solche Kommentare vom Stapel lässt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • URSS 23.12.2015 20:53
    Highlight Highlight George Melke , der Syrer mit dem ungewöhnlichen Namen...Nun denn, er ist zurück und liegt dem Schweizer Steuerzahler nicht mehr auf der Tasche...Gut , oder?
    • icarius 23.12.2015 21:15
      Highlight Highlight Sie hätten wahrscheinlich 1942 auch keine Juden in die Schweiz gelassen aus Mitleid mit den Steuerzahlern!
    • Stulli Pausenbrot 23.12.2015 21:34
      Highlight Highlight Urs Sonderegger, der Schweizer mit dem sehr gewöhnlichen Namen, ich vermute, Sie liegen uns Steuerzahlern immer noch auf der Tasche...
    • Triesen 23.12.2015 21:52
      Highlight Highlight Er hat einen ungewöhnlichen Namen, du einen gewöhnlichen. Macht dich das zu einem besseren Menschen
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