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Pakistan: US-Iran-Gespräche am Sonntag in der Schweiz

Pakistan: US-Iran-Gespräche am Sonntag in der Schweiz

20.06.2026, 13:5520.06.2026, 16:52

Auf dem Bürgenstock NW versuchen Diplomaten derzeit, die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran doch noch zu ermöglichen. Doch neue Kämpfe im Libanon gefährden die geplanten Gespräche.

Die Schweiz biete den Diplomaten aus mehreren Ländern auf dem Bürgenstock einen «diskreten und verlässlichen Rahmen», um den Dialog aufrechtzuerhalten, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstag mit. Zu den anwesenden Diplomaten machte das EDA keine Angaben.

Witkoff und Kushner sind offenbar in der Schweiz eingetroffen

Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, JD Vance, hat bestätigt, dass die Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen mit der iranischen Delegation in der Schweiz eingetroffen sind.

«Jared und Steve sind seit einigen Stunden vor Ort und beschäftigen sich mit einigen technischen Aspekten dieser Verhandlungen», sagte Vance gegenüber Fox News. Der Vizepräsident fügte hinzu, dass er davon ausgehe, «innerhalb der nächsten zwei Tage» ebenfalls in die Schweiz aufzubrechen.

Auf die Frage, wann die Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz tatsächlich beginnen könnten, antwortete Vance: «Das könnte schon morgen sein, aber solche Dinge entwickeln sich immer ein wenig weiter.»

Pakistan: Gespräche am Sonntag

Nach Angaben des Vermittlerstaats Pakistan sollen die Gespräche am Sonntag geführt werden. Diese würden auf technischer Ebene in Bürgenstock abgehalten, hiess es in einer Mitteilung des pakistanischen Aussenministeriums am Nachmittag.

Vertreter der Vereinigten Staaten, des Irans sowie der Vermittler Pakistan und Katar würden an den Gesprächen teilnehmen, hiess es weiter. Islamabad werde den Prozess als Mediator weiterhin unterstützen, um die im Rahmenabkommen erzielten Übereinkünfte zu vertiefen.

Eine erste Gesprächsrunde, die für Freitag geplant war, fand wegen Angriffen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz im Libanon nicht statt.

The Bürgenstock Resort, a potential venue for talks with the U.S. and Iran, in Obbuergen, Switzerland, near Lucerne, Thursday, June 18, 2026. (AP Photo/Vadim Ghirda)
Switzerland US Iran
Eigentlich sollten hier bereits am Freitag Gespräche stattfinden.Bild: keystone

Washington und Teheran hatten zuvor in Versailles ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Beendigung der Kampfhandlungen in der Region vorsieht. Weitere Verhandlungen über strittige Punkte wie das iranische Atomprogramm sollten innerhalb von 60 Tagen folgen.

Pakistan vermittelt im Iran

Um die Fortsetzung der Verhandlungen zu besprechen, reiste auch der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi in den Iran. Dort waren Treffen mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf und Aussenminister Abbas Araghtschi geplant.

Gleichzeitig warnte die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim Aussenminister Araghtschi vor einem Treffen mit dem US-Gesandten Witkoff. Grund sei ein Verstoss gegen ein Memorandum, dessen erster Artikel die Einstellung der Kämpfe an allen Fronten fordere.

Dieser Punkt sei durch die Militäraktionen Israels im Südlibanon verletzt worden. Jede Fortsetzung der Gespräche wäre ein «schwerwiegender Fehler». Die Verhandlungsführer sollten nicht nur die Gespräche aussetzen, sondern auch die Strasse von Hormus schliessen.

Heftige Angriffe im Südlibanon

Trotz der vereinbarten Waffenruhe berichteten libanesische Medien auch am Samstag über zahlreiche israelische Luftangriffe mit mindestens 28 Toten. Der libanesische Zivilschutz teilte mit, allein in der Stadt Nabatija seien 16 Leichen geborgen worden.

Bei einem Angriff auf die Stadt Qennarit wurden laut dem Gesundheitsministerium mindestens sieben Menschen getötet. Weitere Tote gab es bei Angriffen auf Arabsalim und im Gebiet Tyros. Nach Angaben der libanesischen Armee starb auch ein Militärangehöriger. Die Armee warf Israel vor, mit den Angriffen jede Lösung zur Wiederherstellung der Stabilität zu verhindern.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Die israelische Armee und die Hisbollah machten sich gegenseitig für die Kämpfe verantwortlich. Die israelische Armee warf der Hisbollah vor, in der Nacht mehr als 50 Geschosse auf Soldaten abgefeuert zu haben. Daraufhin habe man Raketenstellungen, Waffenlager und Kommandozentralen der Miliz angegriffen. Man werde auch künftig gegen jede Bedrohung vorgehen.

Die Hisbollah erklärte dagegen, sie habe auf einen Vormarsch israelischer Truppen reagiert. Man halte an der Waffenruhe fest, werde aber jedem Versuch entgegentreten, weiteres Land zu erobern. Laut einem US-Regierungsmitarbeiter gilt die Waffenruhe seit Freitag, 16.00 Uhr Ortszeit. Sie wurde bereits wenige Minuten nach Inkrafttreten mehrfach gebrochen. (sda/dpa/adnkronos)

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