Naturschutz wirkt: Diese 7 Tierarten erholen sich
Das weltweite Artensterben setzt sich fort. Seit 1970 sind die beobachteten Wildtierpopulationen weltweit um durchschnittlich 73 Prozent zurückgegangen. In der Schweiz ist ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – so viele wie in keinem Nachbarland. Das zeigt der neue Living Planet Report des WWF.
Der Index misst, wie stark jede beobachtete Population geschrumpft oder gewachsen ist, und bildet daraus einen Durchschnitt: Eine Population, die von 20'000 auf 10'000 Tiere sinkt, zählt gleich viel wie eine, die von 200 auf 100 Tiere sinkt.
Hauptverantwortlich für den Artenschwund sind gemäss dem Report primär umweltschädliche Energien, die globale Nahrungsmittelproduktion und das Finanzsystem. Diese Sektoren befeuern Lebensraumverlust, Übernutzung und Klimaerwärmung – drei Treiber, die zusammen für 67 Prozent des Biodiversitätsverlusts verantwortlich sind.
Diese 7 Tiere schreiben Erfolgsgeschichten
Doch es gibt auch Hoffnung: Rund die Hälfte der untersuchten globalen Tierbestände blieb stabil oder nahm gar zu. So ist etwa die Zahl der wild lebenden Tiger zwischen 2010 und 2025 um mehr als 70 Prozent gestiegen – von 3200 auf rund 5700. Gerettet ist der Tiger damit aber noch nicht: Er lebt heute auf weniger als acht Prozent seines früheren Verbreitungsgebiets und gilt weiterhin als stark gefährdet.
Ebenfalls Good News liefert der Rote Thunfisch. Im Jahr 2010 waren die Bestände des Roten Thun im Atlantik um 80 Prozent eingebrochen. Dank reduzierter Fangquoten und stärkerer Kontrollen gelten die Bestände heute nicht mehr als überfischt.
Die Grüne Meeresschildkröte hat es 2025 als erste Meeresschildkröte geschafft, auf der Roten Liste von «stark gefährdet» auf «nicht gefährdet» abzusteigen. Rund 80 Länder haben dafür während 50 Jahren Nester geschützt, Strände beruhigt und Fischernetze angepasst.
Im südlichen Afrika wachsen die Elefantenbestände an einigen Orten wieder, obwohl die Afrikanischen Savannenelefanten insgesamt stark gefährdet bleiben. Dort verwalten die Gemeinden vor Ort die Wildtiere selbst und profitieren direkt davon, wenn die Bestände gesund bleiben.
In der Schweiz ist der Weissstorch zurückgekehrt. 1950 war er als Brutvogel aus der Schweiz verschwunden. 2022 zählten Fachleute 887 Brutpaare, fast dreimal so viele wie die 300, die man sich für 2024 als Ziel gesetzt hatte.
Auch der Fischotter lebt wieder in Schweizer Gewässern. Jagd, Wilderei, verschmutztes Wasser und zerstörte Lebensräume hatten ihn verdrängt. Weil die Schweiz Flüsse renaturiert, Wasserkraftwerke saniert und die Wasserqualität verbessert hat, tauchte er 2009 natürlich wieder auf. 2017 kamen am Inn die ersten Jungen in der Schweiz zur Welt. Heute lebt er wieder in neun Kantonen, bleibt aber stark gefährdet.
In der Hasliaare im Kanton Bern laichen wieder grosse Seeforellen. Die Kraftwerke Oberhasli lassen den Wasserstand weniger stark schwanken, und das Flussbett wurde renaturiert.
Ob die Erfolge halten, ist offen. Der Tiger lebt weiterhin auf einem Bruchteil seines früheren Verbreitungsgebiets, und der Fischotter gilt in der Schweiz nach wie vor als stark gefährdet.
Der WWF hält im Report fest, dass Schutzprojekte für einzelne Arten nicht ausreichen, solange Landwirtschaft, Energieproduktion und Finanzsektor die Natur weiter unter Druck setzen. 2023 flossen laut des Berichts weltweit rund 7,3 Billionen Dollar in Aktivitäten, die der Natur schaden. In ihren Schutz und ihre Wiederherstellung flossen 220 Milliarden.
