Schweiz
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Interview

Exit-Präsidentin fordert: Jeder Arzt soll Suizidhilfe leisten

In ihrem ersten Interview als Exit-Präsidentin sagt Marion Schafroth, weshalb der Altersfreitod ein Tabu sei, wie sie es brechen will und was ihre Vision ist.

Andreas Maurer / ch media



Der Hauptsitz der Suizidhilfeorganisation Exit Deutsche Schweiz ist schwierig zu finden. Er befindet sich auf dem Zürichberg in einer Seitenstrasse zwischen noblen Wohnhäusern. Ein Firmenschild sucht man vergebens. Es ist eine Vorsichtsmassnahme. Exit hat zwar mehr Mitglieder als jede Partei der Schweiz, aber eine fundamentale Gegnerschaft ist geblieben.

Marion Schafroth, Vize-Praesidentin von EXIT, spricht an einer Medienkonferenz zum  Thema

Marion Schafroth, die neue Präsidentin von Exit. (Archicbild von 2016) Bild: KEYSTONE

Ob der versteckte Geschäftssitz noch zeitgemäss ist, wird eine der kleineren Fragen sein, die Exit-Präsidentin Marion Schafroth in ihrer Amtszeit angehen wird. Die erste Debatte, die sie anstossen will, betrifft den Altersfreitod. Am Samstag lädt sie zu einer Tagung zum Thema, die auf grosses Interesse stösst. Sie ist ausgebucht.

Der «Altersfreitod» ist ein umstrittenes Konzept. Gottfried Locher, der Präsident des reformierten Kirchenbundes, spricht von einer «menschenverachtenden Idee». Können Sie das nachvollziehen?
Marion Schafroth:
Das Problem ist, dass viele Leute nicht wissen, was wir mit dem Altersfreitod meinen.

Sagen Sie es uns.
Es geht um einen betagten Menschen, der an einer Summe von Beschwerden leidet, die seine Lebensqualität so beeinträchtigen, dass sie nicht mehr stimmt für ihn. Die Ursachen können vielfältig sein, zum Beispiel extreme Schwerhörigkeit, Sehverminderung oder medizinisch nicht fassbare Schwindelanfälle. Die Voraussetzung für einen Altersfreitod ist also nicht zwingend eine klare medizinische Diagnose oder eine tödliche Krankheit. Auch starke altersbedingte Funktionsminderungen können zu einem unerträglichen Leiden führen. Sie müssen im Rahmen unserer Abklärungen von einem Arzt bestätigt werden.

Freisinnige Ärztin

Marion Schafroth ist seit Mai Präsidentin von Exit Deutsche Schweiz, der grössten Suizidhilfeorganisation der Deutschschweiz. Zuvor war sie Vizepräsidentin. Wie ihre Vorgängerin ist sie FDP-Mitglied und hatte einst ein politisches Amt inne. Schafroth war Stadträtin von Liestal. Auch ihr Mann Gerhard war politisch aktiv, allerdings bei der GLP. Das Paar hat zwei Söhne. In einer Woche feiert Marion Schafroth ihren 60. Geburtstag. Beruflich betreibt sie eine mobile Praxis für ambulante Anästhesie. (mau)

Die Schwierigkeit ist: Man kann nicht nach einer klaren Methode bestimmen, wer sich das Leben nehmen darf.
Ja, das ist der Knackpunkt. Am wichtigsten ist der Leidenszustand, der immer subjektiv ist. Jede Person definiert selber, was für sie tragbar ist und was nicht.

Der Begriff des Altersfreitods ist problematisch, weil er suggeriert, dass ein Mensch wegen seines Alters nicht mehr leben will. Und: Der Suizid wird dabei glorifiziert als Akt der Freiheit.
Sie haben Recht: Es ist ein ungeschickter Begriff, weil er erklärungsbedürftig ist. Wir haben deshalb lange darüber diskutiert, ob wir den Begriff verwenden wollen. Die korrekte Bezeichnung wäre: Assistierter Suizid bei betagten Menschen. Weil der Begriff Altersfreitod inzwischen geläufig ist, haben wir entschieden, ihn so stehen zu lassen.

«Ich denke nicht, dass man in zehn Jahren noch von Freitod sprechen wird.»

Manchmal muss man auch geläufige Begriffe ändern. Der Begriff Selbstmord ist auch geläufig, aber weil er den Suizid mit einer justiziablen Tat in Verbindung bringt, verwendet man ihn heute nur noch mit Zurückhaltung.
Zum Glück verändert sich die Sprache. Ich denke nicht, dass man in zehn Jahren noch von Freitod sprechen wird.

Und von der Freitod-Organisation?
Ich bin keine Prophetin.

Aber die Präsidentin der grössten Freitod-Organisation der Schweiz.
Erst seit ein paar Monaten. Aber für mich ist klar, dass sich unser Verein weiterentwickeln muss, auch in der Wortwahl. Das braucht Zeit.

Eine Etablierung des Altersfreitods ist umstritten, weil Senioren Exit wählen könnten um ihren Nachkommen nicht zur Last zu fallen.
Das ist die grosse Angst unserer Gegner. Aber die Realität, die wir erleben, ist eine andere. Die betagten Menschen müssen kämpfen und viel Überzeugungsarbeit leisten, um sterben zu dürfen. Gerade bei ihren Angehörigen. Wir stellen fest: Der Mensch will grundsätzlich leben. Der Überlebenstrieb ist sehr gross. Wenn ein betagter Mensch wegen der Summe seiner Beschwerden nicht mehr leben will, ist das ein autonomer Entscheid eines denkenden und fühlenden Menschen. Den gilt es zu respektieren.

In vielen Fällen könnte eine aber versteckte Altersdepression der wahre Grund sein.
Viele Leute meinen, wenn eine Person alt ist und an Suizid denkt, muss sie depressiv sein. Natürlich gibt es altersdepressive Menschen. Selbstverständlich begleiten wir niemanden in den Tod, der wenige Wochen nach dem Tod des Partners in einer Depression steckt. Viele Leute können aber gut erklären, weshalb sie über lange Zeit zu Tode betrübt sind: Weil sie hilfsbedürftig sind, ins Altersheim müssen, viele Gebrechen haben, ihr Hobby und ihre Kontakte nicht mehr pflegen könnten. Viele Gegner und Laien sagen, das sei eine Depression, die man einfach behandeln könne. Doch das stimmt nicht, weil man die Ursache, die fortschreitenden Altersgebrechen, nicht behandeln kann.

«Viele Mediziner wissen nicht, dass der Altersfreitod in der Schweiz legal ist.»

Was muss sich aus Ihrer Sicht in der Gesellschaft ändern?
Der Altersfreitod darf nicht länger tabuisiert werden. Das Thema ist aktuell, weil es in der Schweiz immer mehr betagte Menschen gibt. Es hat ein Sinneswandel stattgefunden. Die heutigen Betagten wollen ihr Leben selbstbestimmter führen als vergangene Generationen. Wenn sie mit ihrem Hausarzt über einen assistierten Suizid sprechen wollen, blockt dieser aber häufig ab und sagt: «Ich darf das nicht.» Die Ärzteschaft ist oftmals zu wenig informiert. Viele Mediziner wissen nicht, dass der Altersfreitod in der Schweiz legal ist. Sie meinen, ein assistierter Suizid sei nur bei einer tödlichen Krankheit möglich. Aber das stimmt nicht.

Wo sehen Sie die Ursache für das Missverständnis?
In der Aus- und Weiterbildung lernt ein Arzt in der Regel nicht, wie er mit dem Sterbewunsch eines Patienten umzugehen hat. Er lernt nur, wie er Leben verlängert. Eine Mehrheit unserer Gesellschaft findet es aber richtig, dass der assistierte Suizid in der Schweiz erlaubt ist. Der Arzt ist der Gatekeeper für das dazu benötigte, rezeptpflichtige Medikament. Deshalb sollte er das entsprechende Wissen haben. Wir wollen das Bewusstsein fördern, dass der Altersfreitod juristisch und ethisch in Ordnung ist, wenn er selbstbestimmt und freiwillig passiert.

Diese Diskussion führen Sie nicht ganz freiwillig. Es gibt bei Exit eine interne Protestbewegung, die noch viel weiter gehen und alten Menschen das Sterbemittel rezeptfrei zur Verfügung stellen möchte.
Wir hatten gerade eine Vorstandssitzung, an der ich die neue Mitgliederzahl erfahren habe: Wir haben jetzt fast 130'000 Mitglieder. Diese decken ein breites Meinungsspektrum ab. Eine rezeptfreie Abgabe ist eine Extremposition einer Minderheit, die im Moment nicht realisierbar ist. Aber wir haben definiert, dass wir sie als Fernziel aufnehmen.

Las dir helfen!

Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
Die Dargebotene Hand: Tel.: 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel.: 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Was ist Ihre Vision?
Suizidhilfe sollte zu einer selbstverständlichen Aufgabe eines Arztes werden und im Gesundheitswesen so verankert sein, dass es letztlich gar keine Sterbehilfeorganisationen mehr braucht. So wie es Hebammen gibt, die am Lebensanfang betreuen, sollte es ganz selbstverständlich auch Sterbehelfer geben, die dies am Lebensende tun.

Ein Spitex-Mitarbeiter sollte also zum Beispiel das Gift nach Hause bringen?
Menschen, die zu Hause betreut werden, sollten das Sterbemittel auch hier erhalten. Für andere wäre es die Palliativ-Krankenschwester oder Vertreter anderer medizinischer Berufsgruppen.

Warum machen Sie teure PR-Kampagnen, wenn Sie eigentlich verschwinden wollen?
Zur Zeit braucht es uns noch. Wer einen gewaltfreien und sicheren Suizid begehen will, kann sich das Sterbemittel ohne uns kaum auf legale Weise beschaffen.

Aber wieso machen Sie dafür Werbung? Sie könnte Ihre Arbeit einfach im Stillen machen.
Nein. Wir müssen gross und stark sein. Denn die knapp 130'000 Mitglieder finanzieren zum Beispiel unsere Geschäftsstelle mit ihren Angestellten. Zudem verleihen sie unseren Anliegen Schlagkraft. Zu guter Letzt wollen wir mit unseren Öffentlichkeitskampagnen weiterhin das Verständnis für diejenigen leidenden Mitglieder fördern, die tatsächlich die Hilfe von Exit in Anspruch nehmen müssen.

Sterbehilfe für gesunde Menschen?

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Patoux 17.11.2019 15:31
    Highlight Highlight Diese Intoleranz disqualifiziert die EXIT.
  • Stratford-upon-Avon 16.11.2019 16:44
    Highlight Highlight So viel Heuchelei! Die Hauptmotivation hier ist Geiz, damit man die Alten nicht mehr finanzieren muss.
    • Mimimi_und_wow 17.11.2019 17:59
      Highlight Highlight Meine Ex-schwiegermutter hatte gesehen wie ihre Mutter mit Alzheimer geistig gestorben ist obwohl der Körper fit war. Es war ihr ein Anliegen falls sie diese Diagnose auch bekommen sollte, dass sie freiwillig gehen kann, solange sie sich von den Angehörigen verabschieden kann. Hat sie dann vor einem Jahr getan. nix von geiz, sondern ein tiefer Wunsch.
  • Guido Zeh 16.11.2019 14:14
    Highlight Highlight Selbsteugenik...Ich weiss, Sie bringen sowieso kaum etwas Kritisches gegen diese Art von faschistoidem Menschenbild...Ihnen sind lieber lachende Erben / Erbinnen und günstige Krankenkassen. Ich sage es nochmals: So wollen FDP und GLP die Gesundheitskosten senken...
  • Mimimi_und_wow 16.11.2019 10:32
    Highlight Highlight In den NL geht man zum Arzt, der hat einen Anforderungskatalog der erfüllt sein muss. Wenn dies vom Patienten und vom Arzt so unterschrieben werden kann, geht es zu einem zweiten Arzt für Zweitmeinung zusammen mit einer Vertrauensperson des Patienten, dann nochmals mit der Begleitung zum Hausarzt und dann wird alles praktische besprochen. Der Arzt geht dann zum Patienten ins Krankenhaus, Hospiz od nach Hause und verabreicht das Medikament und bleibt bis zu letzt. Dann zeigt er sich selber bei der Polizei an, wird dann mit der Patientenverfügung wieder frei gesprochen. Alles würdevolle.
    • fools garden 16.11.2019 15:24
      Highlight Highlight ...aber reichlich kompliziert🤔
    • Ritiker K. 16.11.2019 18:54
      Highlight Highlight "Der Arzt [...]verabreicht das Medikament.."

      Aktive Sterbehilfe? Das Medikament wird nicht vom Patinent eingenommen. ?
    • Mimimi_und_wow 17.11.2019 18:01
      Highlight Highlight Ich war nicht dabei, aber wie mir gesagt wurde, hat Oma das Medikament selber genommen. Der Arzt sass neben dem Bett und hätte notfalls noch eine Spritze geben können, falls es zu Komplikationen gekommen wäre.
  • K1aerer 16.11.2019 10:28
    Highlight Highlight Ein Arzt darf niemals gezwungen werden, Sterbehilfe zu leisten. Sterbehilfe sollte nur in geschützten und kontrollierten Institutionen erfolgen. Mir stellt sich einfach die Frage nach der Ethik. Auch wenn es viele als Menschenrecht sehen und sich dem freien Willen äussern. Wenn solch ein sensibles Thema zum Normalfall wird, wird Fesellschaft vielleicht noch von Leuten erwarten, dass sie lieber sterben, als sie am Leben zu behalten.
  • regen 16.11.2019 08:50
    Highlight Highlight 2. beitrag: ein thema wurde im interview vollständig aussen vor gelassen: die gesellschaftspolitischen und ethischen konsequenzen von institutionen wie exit. hierzu 2 unbeantwortete provokative fragen:
    könnte es sein, dass ein gesellschaftlicher druck auf schwer und chronisch kranke entsteht, sich per freitod zu "entsorgen"?
    alt und krank werden ist teuer.
    kommt es soweit, dass die krankenkassen irgendeinmal nur noch die kosten des freitodes übernehmen? ähnliche fragen entstehen ja auch bei der pränatalen diagnose.
    • Amaranth17 16.11.2019 10:40
      Highlight Highlight Zu Frage 1: Der Druck ist doch schon heute da, aber er könnte dadurch zunehmen ja. Doch ob mit oder ohne Suizidhilfe, es bringen sich Menschen um, auch aus äusseren Gründen. Die Sterbehilfe ist nicht die Ursache dafür.

      Ausserdem bietet Sterbehilfe im Vergleich zum unbegleiteten Suizid eine Chance. Die Menschen werden ja nicht ohne Nachfrage in den Tod geschickt, sondern man spricht vorher mit ihnen, trifft Abklärungen und lässt die Betroffenen ihre Entscheidung überdenken. Die Chance da noch jemandem zu helfen, ist wesentlich grösser als bei dem, der sich zu Hause in den Kopf schiesst.
  • regen 16.11.2019 08:36
    Highlight Highlight 1. beitrag: eine längere, ernsthafte krankheit und die dabei ausgelöste schwierige lebenssituation haben mich dazu bewogen, mitglied von exit zu werden. die mitgliedschaft gab mir u.a. das gefühl, der krankheit nicht mehr nur ausgeliefert zu sein, sondern im schlimmsten fall selber eine "notbremse" ziehen zu können. das ist meine persönliche sicht und meinung über das thema freitod im alter und es geht mir jetzt auch wieder besser. was mich aber irritiert und verwirrt, ist die aggressive werbung und der öffentliche auftritt von exit.
  • Follower 16.11.2019 07:59
    Highlight Highlight Ein Arzt darf nicht dazu gezwungen werden, Hilfe zum Suizid zu leisten. Ärzte die dazu bereit sind, können sich in Listen eintragen lassen. Ein Zwang geht nicht. Vom Berufsbild und -eid gehört das nicht dazu.
    • adam gretener 16.11.2019 09:16
      Highlight Highlight Ein normaler Arzt hat auch keinerlei Infrastruktur für sowas. Wie stellt sich die Frau das überhaupt vor? Termin um 10:30, kurz eine Spritze im Behandlungszimmer und dann die Bestatter rufen? Komplett weltentrückt.
    • flausch 16.11.2019 09:34
      Highlight Highlight Der Eid besagt:
      "Ich wer­de die Au­to­no­mie und die Wür­de mei­ner Pa­ti­en­tin oder mei­nes Pa­ti­en­ten re­spek­tie­ren

      Von demher würde ein Arzt der nicht auf den Sterbewunsch eingeht den Eid missachten.
      Im übrigen kommt Erzwungenes am Leben gehalten werden der Folter gleich.


      https://hippokrates.ch/wichtige-texte/genfer-geloebnis/
    • Follower 16.11.2019 10:06
      Highlight Highlight @Flausch: Ja, das ist das, was heute drin steht... 😏 Ein Arzt macht aber hoffentlich sein Studium, um die Gesundheit / das Leben zu erhalten, zu schützen und nicht um zu wissen, wie man es nimmt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • adam gretener 16.11.2019 07:24
    Highlight Highlight Das würde ich Hausärzten jetzt nicht auch noch auferlegen, das ist eine Spezialaufgabe. In Ballungsgebieten findet man eh kaum noch einen Hausarzt, weil alle komplett überlastet sind. Und wie stellt sich die gute Frau das vor? Volles Wartezimmer und dann kommen die Bestatter und holen einen Toten aus der Praxis?

    Eher nicht.
    • Mimimi_und_wow 16.11.2019 11:09
      Highlight Highlight Der Arzt geht zum Patienten ins Hospiz, Zuhause od wo auch immer und verabreicht das Medikament da.
    • adam gretener 16.11.2019 11:18
      Highlight Highlight Schöne Idee, aber völlig unrealistisch. Ich habe zwei Hausärzte im Freundeskreis und die haben 12-Stunden-Tage und sind durchgetaktet mit Patienten. Einfach so mal einen halben Tag weggehen, liegt nicht drin.

      Die Hospize sollen einfach Ärzte einstellen.
    • Mimimi_und_wow 16.11.2019 14:38
      Highlight Highlight In den NL geht es. Keine Ahnung wie die sich organisieren. Meine Ex-schwiegermutter ist so aus dem Leben geschieden. An einem Freitagabend kam der Hausarzt zum Hausbesuch. Ihr Bruder und alle Kinder waren da und haben sie auf diesem Schritt begleitet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fed91 16.11.2019 06:39
    Highlight Highlight Krankenschwester... Pflegefachperson heisst das im 21. Jahrhundert .
    • Guido Zeh 16.11.2019 12:41
      Highlight Highlight Alles andere Nebensache, Hauptsache ist immer die Korrektheit...
  • peterpan42 16.11.2019 03:04
    Highlight Highlight Jeder Mensch muss über sein Leben und seinen Tod selbst bestimmen können, soweit dies möglich ist.
    Dies wirft jedoch Fragen auf, welche wir beantworten müssen:
    - wie erkennen wir, ob jemand wirklich sterben will, oder nur niemandem zu Last fallen möchte?
    - gemäss Frau Schafroth soll jeder Hausarzt auch Sterbebegleitung machen - was, wenn Sie dies aus Gewissensgründen nicht wollen?
    - ein Teil unserer Gesundheitskosten entstehen durch lebensverlängernde Massnahmen, welche objektiv gesehen unverhältnismässige Kosten/Nutzen bieten - welche Regelungen benötigen wir hierfür?
  • Karl Marx 16.11.2019 00:51
    Highlight Highlight Ich seh' ihr Problem nicht. Selbstmord ist ja nicht verboten. Wens der Arzt macht, ist es halt kein Selbstmord.
  • who cares? 15.11.2019 23:50
    Highlight Highlight Ich finde nicht, dass Suizidhilfe zu den selbstverständlichen Aufgaben eines Arztes gehören soll. Dass man als Arzt ethische Bedenken dabei hat und nicht mit dem Gedanken daran, dass man gerade jemandem geholfen hat, sich umzubringen zu Bett gehen will, sollte respektiert werden.
  • homo sapiens melior 15.11.2019 23:36
    Highlight Highlight Krankheiten, Unfälle und Katastrophen überlebt. Ja, wir alten Säcke leben auch gern. Doch Selbstbestimmung ist unabdingbar! Etwas Hilfe ist ok und hoffentlich finanzbar. Grosse Ansprüche haben wir nicht. Aber wenn Schmerzen, Einschränkungen und Leidensdruck zu gross werden, entscheiden wir selbst, abzutreten. Hoffentlich legal mit Exit oder Arzt. Wenn nicht, dann eben anders. Wir sorgen entsprechend vor. Haben schon zu viele gesehen, die stimmlos im Heim ihrem Ende entgegensiechten und nichts mehr sagen konnten oder durften. Diese Entmündigung und Demütigung am Ende ist eine Schande. Ohne uns!
  • Chili5000 15.11.2019 23:07
    Highlight Highlight „Der Begriff des Altersfreitods ist problematisch, weil er suggeriert, dass ein Mensch wegen seines Alters nicht mehr leben will. Und: Der Suizid wird dabei glorifiziert als Akt der Freiheit.“ Was soll daran bitte verkehrt sein? Darf jemand aufgrund seines Alters und seiner Gebrechen nicht selbst entscheiden wann die Zeit gekommen ist? Wie stellen sich die Leute vor fühlt sich jemand der ans Bett gefesselt ist und weiss das er dieses Bett nie mehr verlassen wird? In diesen Fällen ist Suizid die Freiheit.
  • Oxymora 15.11.2019 22:33
    Highlight Highlight “Der Begriff des Altersfreitods ist problematisch,“

    “Die korrekte Bezeichnung wäre: Assistierter Suizid bei betagten Menschen“

    Wie auch immer der passende Begriff lautet.

    Hauptsache die Betroffenen werden unterstützt und von ihrem Leiden erlöst.
  • Amaranth17 15.11.2019 21:50
    Highlight Highlight Leben ist ein Menschenrecht, das sollte der Tod auch sein.

SBB-Personal demonstriert gegen Meyer: «Chefs sind meilenweit von Realität entfernt»

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