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Islam

Oberster Muslim der Schweiz, Hisham Maizar, stirbt im Alter von 73 Jahren

Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz äussert sich 2014 an einer Medienkonferenz.
Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz äussert sich 2014 an einer Medienkonferenz.Bild: KEYSTONE

Oberster Muslim der Schweiz, Hisham Maizar, stirbt im Alter von 73 Jahren

14.05.2015, 16:3914.05.2015, 17:32

Der Präsident der islamischen Dachorganisationen der Schweiz, Hisham Maizar, ist am Donnerstagvormittag im Alter von 73 Jahren gestorben. 

«Mit tiefster Traurigkeit müssen wir mitteilen, dass unser ehemaliger Präsident von uns gegangen ist», teilt die Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz auf ihrer Homepage mit. «Sein Tod ist nicht nur für die Familie, sondern für uns alle ein grosser Verlust.»

Maizar war Schweizer Arzt palästinensischer Herkunft und Präsident der FIDS, der grössten islamischen Organisation der Schweiz, zu der ungefähr 150 Islamzentren gehören.

Daneben stand Maizar auch dem Schweizerischen Rat der Religionen vor, der sich für ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit und für Integration einsetzt. Maizar pflegte guten Kontakt zu den Schweizer Kirchen 

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Der moderate Muslim setzte sich seit Jahren für den interreligiösen Dialog in der Schweiz ein und engagierte sich für die Anerkennung des Islams als Landeskirche

Maizar verliess seine Heimat nach dem Sechstagekrieg 1967. Nach einem abgebrochenen Slawistikstudium in Sarajevo und einem Medizinstudium in Deutschland arbeitete er als Arzt in Chur. 1980 Übernahm er eine Arztpraxis in Roggwil TG, die er bis zu seiner Pensionierung Ende 2010 führte. 

1982 liess er sich in Berg TG einbürgern. Maizar war mit einer Katholikin aus dem Zillertal verheiratet; seine Frau verstarb 2000. Maizar hat drei erwachsene Kinder und wohnte in St. Gallen.

Maizar zieht Urlich Schlüer vor Gericht

Zuletzt verurteilte Maizar den Terroranschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» aufs Schärfste: «Gewalt lehnen wir grundsätzlich ab», betonte er. Auch der Koran sage dies klar. 

Gleichzeitig verhehlte Maizar sein Missfallen über die Mohammed-Karikaturen vom «Charlie Hebdo» nicht. Dass die Satirezeitschrift die Leitfigur des Islam ins Lächerliche ziehe, sei nicht nur Provokation, sondern eine Beleidigung für die 1.6 Milliarden Muslime auf der Welt, meinte er. Er warnte zugleich vor der aufgeheizten Stimmung gegen die Muslime in der Schweiz. 

Unterschiedliche Positionen: Hisham Maizar und Ulrich Schlüer.
Unterschiedliche Positionen: Hisham Maizar und Ulrich Schlüer.Bild: KEYSTONE

Angelegt hat sich Maizar auch mit dem ehemaligen Zürcher SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer. Dieser bezeichnete asylsuchende Palästinenser nach einer internen Schlägerei in einem im Internet veröffentlichten Text als «Abschaum» und «Schlägerpack». Maizar zeigte ihn wegen Rassendiskriminierung an. Das Bezirksgericht Andelfingen sprach ihn im Februar dieses Jahres frei. (rar/sda)

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