Schweiz
Justiz

Bremgarten: 8 Jahre Haft für Eltern von getötetem Kleinkind

Sie erstickten ihr Kind: 8 Jahre Haft für Eltern von getötetem Kleinkind

13.09.2024, 10:2813.09.2024, 10:28

Je acht Jahre Freiheitsentzug für ein Elternpaar, das 2020 in Hägglingen AG seine schwer behinderte Tochter getötet hat. Das Bezirksgericht Bremgarten sprach die beiden der vorsätzlichen Tötung und des Versuchs dazu schuldig. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Am 6. Mai 2020 hatten die heute 32-jährige Frau und der 34-jährige Mann ihre dreijährige Tochter mit Ecstasy betäubt und anschliessend erstickt. Weil er das Ecstasy besorgt hatte, wurde der Mann auch wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Schuldsprüche erfolgten auch wegen Tötungsversuchs. Im Oktober 2019 hatten die Eltern bereits einmal versucht, das Kind mit einer Überdosis Schlafmittel im Schoppen zu töten. Es wachte aber wieder auf. Das Gericht ordnete für die beiden Deutschen Landesverweisungen von je zehn Jahren an.

Das Kind litt seit seiner Geburt an einer schweren zerebralen Beeinträchtigung. Es hätte sein Leben lang intensive Betreuung rund um die Uhr benötigt.

Die Eltern machten geltend, sie hätten ihre Tochter aus Liebe von ihren zunehmend schlimmer werdenden Schmerzen, Krämpfen, Lähmungen und weiteren Leiden erlöst. Ihre Verteidiger hatten auf Totschlag und teilbedingte Freiheitsstrafen von je drei Jahren plädiert. Die Beschuldigten hätten unter grosser seelischer Belastung gehandelt.

Die Staatsanwältin hatte Freiheitsstrafen von je 18 Jahren wegen Mordes gefordert. Für das Kind hätte es durchaus Möglichkeiten für Fortschritte gegeben. Es sei den Beschuldigten aber lästig gewesen, sie hätten es loswerden wollen. Damit hätten sie krass egoistisch und skrupellos gehandelt.

Freispruch für Grossmutter

Die Grossmutter des getöteten Kindes wurde vom Vorwurf der Gehilfenschaft freigesprochen. Die Anklage hatte ihr vorgeworfen, sie habe ihre Tochter und deren Freund nicht von der Tötung abgehalten.

Sie selbst hatte geltend gemacht, sie habe nicht gewusst, was tun. Sie habe von der Tat dringend abgeraten und die junge Familie so viel unterstützt wie irgend möglich. (rbu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Neulenker schläft auf A1 ein und verunfallt
Ein 18-jähriger Autofahrer ist in der Nacht auf Sonntag auf der A1 in Niederlenz AG eingeschlafen und verunfallt. Er blieb unverletzt. Die Polizei nahm ihm den Führerausweis, den er erst seit wenigen Wochen besass, ab.
Zur Story