Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mordprozess in Meilen: Mann soll Frau zur Behinderten gemacht und ertränkt haben



Der mutmassliche Auftragsm

Bild: sda

Zusammengeschlagen, überfahren, mit heissem Wasser verbrüht und schliesslich ertränkt: Ein 50-jähriger Schweizer ist angeklagt, weil er seine Frau zuerst derart zugerichtet haben soll, dass sie gehbehindert blieb, und dann ertränkt haben soll. Am 13. Oktober muss er sich dafür vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten.

Erst die Versicherung wurde misstrauisch. Der Mann hatte nach dem Tod der Ehefrau im Jahr 2014 umgehend die Lebensversicherungssumme von 500'000 Franken eingefordert. Die Versicherung gab ein Gutachten in Auftrag und brachte so die mutmassliche Gewalttat ans Licht.

Die Experten kamen zum Schluss, dass es beim Ertrinkungstod in der Badewanne Fremdeinwirkung gegeben haben müsse. Daraufhin wurde auch ein früherer Vorfall nochmals durchleuchtet: Die Frau war zwei Jahre zuvor schwer verletzt in Mallorca aufgefunden worden, in der Einfahrt der Finca, in der das Paar Ferien verbrachte.

In keinem der beiden Fälle waren die Behörden von einem Verbrechen ausgegangen. Sie hatten sich auf die Angaben des Ehemanns gestützt. Beim ersten Vorfall auf Mallorca wurde angenommen, die Frau habe sich in suizidaler Absicht aus einem Fenster gestürzt. Beim Tod in der Wanne gingen die Experten von einem Unfall aus.

Nun muss sich der 50-Jährige aber wegen versuchten Mordes und vollendeten Mordes vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten. Auslöser für die Ermordung der Ehefrau war gemäss Anklage, dass sie sich von ihm trennen und den gemeinsamen Sohn mitnehmen wollte.

Ausgerechnet der Mann übernahm ihre Betreuung

In der Nacht auf den 18. Dezember 2012, so steht es in der Anklageschrift, schlug der Mann seine Ehefrau in den Ferien auf Mallorca derart zusammen, dass sie verschiedene Knochenbrüche und andere Verletzungen im Gesicht erlitt.

Als die Frau kurz darauf vor dem Haus stand, fuhr er ihr mit dem Mietwagen gegen die Knie. Beide Kniescheiben und die Oberschenkel brachen. Die Schwerverletzte liess er liegen.

Im oberen Stock öffnete er dann ein direkt über ihr liegendes Fenster und verliess mit dem gemeinsamen Kleinkind das Haus. So habe er vortäuschen wollen, dass sie selbst gesprungen oder aus dem Fenster gestürzt sei. Erst zwei Stunden später rief er die Ambulanz - in der Hoffnung, dass die Frau bereits an Unterkühlung gestorben sei.

Doch die Frau überlebte, blieb aber schwer gehbehindert. Rund ein Jahr später wurde das Paar geschieden. Im Februar 2014 konnte die Frau die Klinik verlassen und in eine kleine Wohnung einziehen. Für ihre Betreuung suchte sie sich ausgerechnet ihren Ex-Mann aus, der ihr die Verletzungen zugefügt haben soll.

Verbrüht und ertränkt

Es dauerte nur zwei Monate, da soll er sie mit heissem Wasser an Rücken und Gesäss verbrüht haben. Anschliessend brachte er sie ins Badezimmer, wo er sie im Lavabo oder direkt in der Badewanne ertränkte. Die Leiche liess er in der Wanne. Er füllte heisses Wasser ein, damit es so aussah, als ob die Frau in die Wanne gestürzt und ertrunken sei. Der Mann streitet alle Vorwürfe ab.

Der Staatsanwalt beantragt eine Verurteilung wegen des versuchten Mordes auf Mallorca und des vollendeten Mordes in der Schweiz. Seinen Strafantrag gibt er erst in der Verhandlung bekannt. Der Prozess am Bezirksgericht Meilen wird sieben Tage dauern. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Eine Frau zu sein ist gefährlicher als...

7949 Frauen erlebten in der Schweiz im vergangenen Jahr häusliche Gewalt. Zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nehmen wir diese Zahl unter die Lupe.

Wir schreiben das Jahr 2019 und noch immer werden jährlich tausende Frauen in der Schweiz Opfer von häuslicher Gewalt. Du denkst, wir übertreiben? Dann schau dir mal die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik an.

2019 wurden in der Schweiz in 365 Tagen ...

... Opfer durch häusliche Gewalt. Das sind ...

Oder ...

Beinahe jede Stunde wird also eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Im Jahr 2019 wurden dabei insgesamt 19 Frauen getötet. Oder anders ausgedrückt:

Zusätzlich kam es in der Schweiz im …

Artikel lesen
Link zum Artikel