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Gerichtsmediziner beim Hauseingang einer Liegenschaft in der Naehe des Albisriederdoerfli in Zuerich am Freitag, 30. August 2019. In der Stadt Zuerich laeuft ein groesserer Polizeieinsatz. Zwei Personen sind tot. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Gerichtsmediziner beim Hauseingang einer Liegenschaft in der Nähe des Albisriederdörfli in Zürich am Freitag, 30. August 2019 Bild: KEYSTONE

Morde an Frauen nehmen zu – jetzt spricht die oberste Polizistin der Schweiz

Johanna Bundi Ryser nimmt die Polizei nach den jüngsten Frauen-Morden in Schutz. Es fehle an Mitteln und Datenaustausch zwischen Ämtern.

Pascal Ritter / schweiz am wochenende



Am Freitagmorgen fand die Polizei die Leichen von zwei älteren Personen in einer Wohnung in Zürich-Albisrieden. Der Mann erschoss mutmasslich die Frau und dann sich selbst. Noch sind die Hintergründe unklar. Sollte es sich aber herausstellen, dass es sich um einen Mord innerhalb einer Beziehung handelt, wäre dies der siebte Fall diesen Sommer, alleine in der Region Zürich.

Am Montag erst tötete ein 37-jähriger Mann seine von ihm getrennt lebende Frau in Dietikon ZH mit einem Messer. Es sind die jüngsten Beispiele eines tödlichen Phänomens. Männer töten Frauen aus Eifersucht, Besitzanspruch oder Verlustangst. Alle zwei Wochen verliert in der Schweiz eine Frau ihr Leben durch die Hand eines Mannes, mit dem sie in einer Beziehung gestanden hatte. Letztes Jahr starben so zwei Dutzend Frauen.

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Polizeiverbandspräsidentin Johanna Bundi Ryser. bild: pvfedpol.ch

Verdächtige müssen wieder laufen gelassen werden

Der mutmassliche Täter von Dietikon war der Polizei bekannt. Er hatte zeitweise wegen häuslicher Gewalt und Drohung ein Kontaktverbot zu seiner Ehefrau und war nur Stunden vor der Tat vor der Wohnung des späteren Opfers weggewiesen worden. Die Polizei geriet darum in die Kritik. «Die Polizei hat versagt!», sagte Susan Peter, die Präsidentin der Dachorganisation der Schweizer Frauenhäuser, zur Zeitung «Blick».

Nun nimmt die höchste Schweizer Polizistin die Zürcher Beamten in Schutz. «Es ist total daneben, wenn man der Polizei die Schuld für die Morde an den Frauen in die Schuhe schiebt», sagt Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Schweizerischen Polizeibeamtenverbandes. Sie gibt zu bedenken, dass die Möglichkeiten der Polizei beschränkt seien. Während ihrer Zeit als Polizistin in Chur erlebte sie immer wieder, dass Frauen um Hilfe baten und sie gerne mehr getan hätte, um diese zu schützen. Bundi Ryser sieht zwei Möglichkeiten, wie Frauen besser vor gewalttätigen Männer geschützt werden können: Präventivhaft und eine Verbesserung des Informationsflusses zwischen verschiedenen Ämtern.

Wenn sich Frauen bei der Polizei melden, werden die Männer, von denen sich die Frauen bedroht fühlen, vorgeladen. Doch die gesetzlichen Hürden, um jemanden zu verhaften, bevor etwas Gravierendes passiert ist, sind laut Bundi Ryser sehr hoch. «Manchmal würde man einen Mann gerne präventiv dabehalten, doch kein Richter in der Schweiz bewilligt so etwas. Also müssen wir ihn wieder laufen lassen.»

Kesb und Schule sollen Polizei informieren

Täter fielen zudem oft auf, bevor sie töteten, etwa bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), in der Schule der Kinder oder auf dem Sozialamt. «Leider gelangen aber zu wenig Warnhinweise über solche Behörden zur Polizei. Der Datenschutz für die Täter wird höher gewichtet als das Schutzbedürfnis der Frauen», sagt Bundi Ryser. «Wir brauchen mehr Opferschutz und weniger Täterschutz.» Konkrete Vorschläge für Gesetzesanpassungen will Bundi Ryser keine machen. Sie appelliert aber an Politiker und Juristen, sich Gedanken zu machen, wie die Möglichkeiten für Polizisten, Frauen zu schützen, ausgebaut werden könnten.

Femizid wird zum Frauenstreik-Thema

Die Morde an Frauen werden derweil auch zum Thema der Frauenstreik-Bewegung. Am Donnerstag fand in Zürich innert kurzer Zeit bereits die zweite Kundgebung gegen Gewalt an Frauen statt. Unter dem Motto «Ni una menos» demonstrierten gemäss Veranstaltern rund hundert Frauen. Der Slogan ist spanisch und bedeutet «Nicht eine Frau weniger». Er stammt ursprünglich von Feministinnen aus Argentinien, von wo er sich auf ganz Lateinamerika und über Spanien auch in Europa ausbreitete. In diesen Ländern demonstrieren Feministinnen jedes Mal, wenn eine Frau ermordet wird. Die Morde prangern sie als «Femizid» an, weil Frauen getötet würden, nur weil sie Frauen sind.

Dies soll fortan auch in der Schweiz geschehen. Gemäss Salome Schaerer vom feministischen Frauen*streikkollektiv Zürich soll nun jedes Mal eine Kundgebung stattfinden, wenn es zu einem Femizid kommt. Dazu wurde der Helvetiaplatz bereits symbolisch in «Ni una menos»-Platz umgetauft. Für Schaerer sind die Frauenmorde die Folge einer sexistischen Gesellschaftsstruktur, in dem Männer Macht über Frauen ausüben.

Frauenstreik am 14. Juni 2019

Hunderttausende Frauen streikten

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    Alle Leser-Kommentare
  • Booker 01.09.2019 07:58
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man die Ursachen analysieren und die Herkunft der Täter auch nicht totschweigen. In vielen Kulturen hat die Frau nichts zu sagen, als Dienerin des Mannes zuhause kochen, putzen, Kinder grossziehen und dem Mann jederzeit zur Verfügung zu stehen. Will die Frau ausbrechen ist das eine Ehrverletzung des Mannes. Wir haben eine hohe Zuwanderung und stetige Zunahme der ausländischen Wohnbevölkerung.
    Desweiteren sollte man Suizide auch anschauen, die haben oft auch denselben Hintergrund, hier sind die Opfer Frauen und Männer.
  • Macke 31.08.2019 17:53
    Highlight Highlight Ich sehe im Austausch der Behörden ein massives Aufholpotential. Häusliche Gewalt ist einer der wichtigsten Indikatoren für weitere Gewaltdelikte wie Amokläufe usw. So ist in den USA beinahe jeder Amoktäter bereits vorher durch häusliche Gewalt aufgefallen.
  • Walser 31.08.2019 16:56
    Highlight Highlight Guter Artikel. In der Schweiz herrscht Täterschutz. Immer schon. Die Polizei kann nur tun, was Richter und Staatsanwälte zulassen. Diese hätten Spielraum den sie aber meist aus Furcht vor persönlichen Konsequenzen nicht nutzen. Bliebe den Frauen nur Selbstschutz oder Schutz durch Freunde und Verwandte. Auf Politiker und Juristen hoffen, ist wie das Warten auf den jüngsten Tag.
    • Heyyda! 31.08.2019 20:42
      Highlight Highlight In einem Punkt muss ich Ihnen widersprechen: auch Richter und Staatsanwälte wollen den Schutz der (möglichen) Opfer. Das Gesetz gibt ihnen aber auch klare Regeln vor, wie sie sich zu verhalten haben. Und das Strafgesetz fokussiert halt auf bereits begangene Taten, weshalb präventive Überlegungen nur äusserst selten berücksichtigt werden können. Dass der vorhandene Spielraum aus Angst vor persönlichen Konsequenzen nicht genutzt würde, ist hingegen schlicht falsch. Die Aussage des Artikels ist hingegen korrekt: Wirksame Veränderung kann man nur durch eine Änderung der Rechtsgrundlagen erwirken.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 31.08.2019 22:02
      Highlight Highlight Wenn man Leute für Sachen wegsperrt, die sie (noch) nicht gemacht haben, kann man praktisch jeden einsperren.
    • Walser 01.09.2019 17:53
      Highlight Highlight @Olma. Es wäre schon SUPER wenn diejenigen mal für eine gewisse Zeit eingebunkert würden, die X Mal vorher schon straffällig wurden wie zb. der Täter von Dietikon. Unsere Gerichte sind aber sogar ausserstande gefasste Täter langfristig aus dem Verkehr zu ziehen. Auch den „Dietiker“ wird über kurz oder lang wieder sein Unwesen treiben können.
  • Stehaufmännchen 31.08.2019 16:54
    Highlight Highlight Täter- statt Opferschutz. Leider kein neues Problem. Die Wahrung der Persönlichkeitsrechte sollte bei mutmasslichen Tätern gelockert, bei verurteilten Gewaltverbrechern ganz aufgelöst werden. So könnte z. B. auch ein Kinderschänder nicht mehr so leicht an neue Opfer gelangen.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 31.08.2019 17:57
      Highlight Highlight OK, ich sehe sie als mutmasslichen Täter.

      Was passiert jetzt mit Ihren Persönlichkeitsrechten?
    • Stehaufmännchen 01.09.2019 00:53
      Highlight Highlight Oh, Sie arbeiten auch für die entsprechenden, inkompetenten Behörden?
  • Sonnenbankflavor 31.08.2019 16:40
    Highlight Highlight Wenn ihr wüsstet wieviele Feminizide es in Italien gibt! Eine Schande!!!
  • Hugo Hugentobler 31.08.2019 16:39
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass bei Trennungen extrem dreckig und mit harten Bandagen gekämpft wird. Gesetze, welche erlauben würden den Mann in Präventivhaft zu nehmen, würden schamlos missbraucht. Ich habe es beruflich schon zu oft erlebt, dass sich die Partner beispielsweise gegenseitig anschuldigen, die Kinder zu missbrauchen etc. Anstatt härterer Gesetze würde es mE mehr bringen, wenn sich die Behörden mit den Partnern an einen Tisch setzen würden und die ganze Trennung zivilisiert und schematisch durchgearbeitet würde, anstatt das dies im privaten und mit Anwälten passiert.
    • wintergrün 31.08.2019 17:39
      Highlight Highlight Falls es Beweise und Zeugen für Gewaltverbrechen gibt kann man aber durchaus was tun.
      Wenn es Hoerensagen ist waere ein Frauenhaus ein guter Schutz.
      Oft endet ein Artikel über eine Femizid mit “Der Taeter war der Polizei bekannt.”
      Da besteht erhebliches Verbesserungspotential.
  • Todesstern 31.08.2019 14:25
    Highlight Highlight Dann macht die Gesetzte gleichberechtigt und nicht Pro Frau.
    • flamingmops666 31.08.2019 14:37
      Highlight Highlight Aha, die Frauen haben den Tod verdient. Wegen den Gesetzen. Man könnte Internet-Trolle kotzen, so eklig ist das.
    • Erbschleicher 31.08.2019 14:45
      Highlight Highlight Solange 98% aller Gewaltverbrecher Männer sind, kann man die Gesetze gar nicht genug PRO FRAU machen.
  • Paedu87 31.08.2019 14:20
    Highlight Highlight Solche Statistiken sind nur zur Stimmungsmache. Wieso spielt es eine Rolle, was für ein Geschlecht Täter oder Opfer haben? Da wird jemand getötet
    • DanielaK 31.08.2019 21:49
      Highlight Highlight Für die Prävention wären solche Statistiken hilfreich. Man muss ja erkennen was man verhindern soll. Blödes Beispiel: ich muss ja nicht Prävention gegen Kneipenschlägereien betreiben, wenn das Problem ein privates Paarproblem ist. Ansonsten verstehe ich Ihren Einwand durchaus.
  • Daniel Caduff 31.08.2019 13:47
    Highlight Highlight Das Thema ist wichtig, der Titel aber wirklich💩.

    Tötungsdelike nehmen nicht zu, sondern ab. Und die grosse Mehrheit der Opfer von Gewaltverbrechen (nicht nur Tötungsdelike!) sind ebenfalls Männer.

    Männer sind bei Gewaltverbrechen fast immer die Täter. Aber auch sehr viel häufiger die Opfer. Damit will ich kein einziges Verbrechen verharmlosen, egal ob mit Mann oder Frau als Opfer.

    Ich plädiere stattdessen für Sachlichkeit und Präzision. https://www.nzz.ch/schweiz/sechs-grafiken-die-zeigen-wie-sich-die-kriminalitaet-in-der-schweiz-entwickelt-ld.1469804

    • wintergrün 31.08.2019 15:05
      Highlight Highlight Und jetzt endlich eine zutreffende Statistik:
      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/haeusliche-gewalt.html

      Die Artikelueberschrift ist richtig
      Laut Bundesamt für Statistik hat Morde wegen haeuslicher Gewalt leicht zugenommen, Gewalttaten an sich sogar erheblich.

    • DomKi 01.09.2019 02:19
      Highlight Highlight Eine linke Zeitung muss doch Männer verunglimpfen
    • Daniel Caduff 01.09.2019 13:15
      Highlight Highlight @Wintergrün

      Es steht nichts von Häuslicher Gewalt im Titel. Deine Aussage ist nur richtig, wenn man sich auf diese Art von Tötungsdelikten beschränkt und nur den Zeitraum 2017/2018 (Zunahme von 21 auf 27 ) betrachtet.

      Bei dem Link den Du gepostet hast, findest Du die vollständige Statistik, unter "Publikationen": https://bit.ly/2MP3aaW

      Zitat, Seite 13: "Verglichen mit den Daten von 2000–2004 ist die mittlere
      Anzahl Opfer von Tötungsdelikten im häuslichen Bereich zurückgegangen. [...] Die Anzahl Todesopfer hat demnach um 40% abgenommen."

      @DomKi: Geh woanders trollen. Danke.






      Benutzer Bild
  • Kong 31.08.2019 13:13
    Highlight Highlight Die Diskussion über Rollenmodelle, Hormone und Statistiken bringt m.E. hier nichts. Zuviel Laienwissen und festgefahrene Meinungen bzw. 'Lager'.
    Es gäbe heute bessere Methoden für Datenaustausch zwischen Behörden, und Polizei müsste mehr Handlungsfreiheit erhalten. Es braucht wohl gesetzliche Anpassungen. Wieso nicht dort ansetzen? Mehr Unterstützung bieten/propagieren, jeder in Beziehungen weiss, es kann superschwierig werden und nirgends lernt man damit umzugehen, nur 'by doing', das ist dann u.U. zu spät, zu knapp oder fehlt komplett... die psychologische Hürde Hilfe zu holen ist hoch
  • Luthiena 31.08.2019 12:26
    Highlight Highlight Ich glaube dass eine totale Erneuerung der Gesetze überfällig ist. Viele sind veraltet und waren an die Umstände und die Gesellschaft damals angepasst... vieles hat sich verändert, weshalb sich nun auch die Gesetze ändern müssen um eben nicht „hilflos“ dazustehen...
  • PolZH 31.08.2019 12:17
    Highlight Highlight Komische Bezeichnung; Frau Bundi ist wirklich nicht die oberste Polizistin...sie ist einfach nur die Verbandspräsidentin ohne direkten Einfluss auf die Polizeikorps.
  • Linus Luchs 31.08.2019 11:42
    Highlight Highlight Männern wird von Kind an eingeimpft, sie sollten Frauen überlegen sein: grösser, stärker, schneller, intelligenter, cooler, besser verdienend... Wenn dann in einer Beziehung mit einer Frau der Mann nicht (mehr) überlegen sein kann, er die Kontrolle über die Situation verliert, dann sieht und fühlt er sich als Versager. Im schlimmsten Fall tickt er gewaltsam aus.

    Es läuft nicht immer so, wie beschrieben, aber ich denke, dieses Muster ist oft das Problem. Es bedeutet: Wir brauchen ein neues Männerbild! Einfach Mensch sein, Gefühle zeigen, Schwächen zugeben können, ohne Zwang zur Überlegenheit.
    • Myk38 31.08.2019 11:50
      Highlight Highlight Oder warum nicht ein neues Frauenbild? Von klein an Kurzhaarschnitt. Knabenhafteres Aussehen, nur noch Männersport und viel Fleisch. Holzwerken statt Handarbeit. Lehren auf dem Bau und Militärdienst. Ich denke das wäre doch ein Ansatz. Oder wäre diese nicht genehm?
    • Ratchet 31.08.2019 12:31
      Highlight Highlight Die Standard-Feminismus-Antwort auf allen Fragen. "Die Rollenbilder sind schuld."
      Nein, jetzt ganz ehrlich, dass ist schon sehr weit geholt. Es sind jährlich nicht mal hundert häusliche Tötungsdelikte (davon nur ein Teil überhaupt "Paar-Tötungsdelikte"). Daraus zu schliessen 8mio Menschen hätten das falsche Männerbild, falsche Erziehung etc, ist absurd. Da würde man viel mehr Fälle erwarten.
      Anstatt eine Pseudo-psychoanalyse für die Gesellschaft zu machen, könnte man einfach die Fakten anschauen... [1/2]
    • Ratchet 31.08.2019 12:41
      Highlight Highlight ... So ist es einfach eine Tatsache, dass Mann und Frau von der Biologie anders sind. Der Mann ist in der Regel der Frau körperlich überlegen. Das ist immer ein entscheidender Faktor, wenn es um Gewalt geht. Wer schwächer ist, weicht den Kampf eher aus. Dafür wendet man andere Waffen wie psychische Gewalt.
      Auch psychisch bewirken die Geschlechtshormone unterschiedliches Verhalten. Es ist schon lange nachgewiesen, dass Testosteron aggressives und asoziales Verhalten fördert.
      Egal welche Rollenbilder, in kein System werden Männer weniger gewaltiger sein als Frauen.
      [2/2]
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matti_St 31.08.2019 11:01
    Highlight Highlight 2/2 Wichtig um solche Situation zu vermeiden ist nach meiner Erfahrung nicht nur, wie kann man Freuen schützen, sondern muss auf politischem Weg schon viel früher anfangen. Das solche Situationen, wie ich sie erlebt habe, gar nie, oder möglichst nie, entstehen.
    Bei Mordfällen ist das Motiv immer wichtig. Heute fragt man einen Mann, zumindest in den Medien, nicht danach.
    Für mich stellt sich die Frage, wieso wird man zum Täter. Ganz generell. Nicht um ein Täter als Opfer darzustellen, aber für mich gehört das zur Geschichte.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 31.08.2019 11:23
      Highlight Highlight Vermutlich haben Männer und Frauen je nach Sozialisierung andere Konfliktstrategien. Und wenn es um Trennungen etc. geht, erleben Männer, dass ihre Durchsetzungsfähigkeit, ihr Verhandlungsgeschick und alle Problemlösungsskills keinen Rappen mehr wert sind. Das löst Frustration aus.

      Es gibt die Tendenz, dass Männer sich dann isolieren, wodurch ihre Position im Konflikt nicht besser wird und gefährliche Gedanken sich ungebremster entwickeln können.

      Männer sollten in solchen Situationen früher Leute einbeziehen: Eltern, Freunde, Anwälte, Therapeuten...
    • Pümpernüssler 31.08.2019 12:17
      Highlight Highlight @olma...

      also sind pauschal die männer schuld?
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 31.08.2019 12:31
      Highlight Highlight @Pümpernüssler

      Also wenn Männer in Beziehungen Gewalt anwenden, sind sie dafür selbst verantwortlich und nicht die eventuell "nervige" oder "fiese" Partnerin.

      Es geht ja darum, dass man andere Mittel finden muss, um Konflikte auszutragen. Ich bin auch überhaupt nicht der Ansicht, dass es zum Rollenbild des Mannes gehört, im Streit rücksichtsvoller vorzugehen, als die Partnerin. Aber für Gewalt ist der verantwortlich, der sie einsetzt und nicht "die Frau, die den Mann (angeblich) dazu gebracht hat".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gender Bender 31.08.2019 10:59
    Highlight Highlight Gewalt an Kindern ist schändlich. In 75% der Fälle von Kindstötung ist die Täterin eine Frau. Was sagt uns das?
    • auloniella 31.08.2019 12:53
      Highlight Highlight Es heisst dass du ne ziemlich selektive Wahrnehmung hast und Zusammenhänge siehst wo keine sind. Logisches Denken? Fehlanzeige.
      Die Morde an Frauen nehmen zu. Und bei den Kindstötungen sind Frauen oft Täterin. Nicht alle Fraurn sind Heilige das weiss jeder...das aber als Entschuldigung für Mord heranzuziehen. Widerlich.
      Nicht jedes Opfer hat ihr Kind umgebracht. Manche hatten gar keine. Und wenn schon. Selbstjustiz ist nicht erlaubt. Zum Glück
    • Gender Bender 31.08.2019 13:12
      Highlight Highlight Dann geht es bei so wichtigen Themen einfach auch um Redlichkeit. Laut Estimated world homicide rates (per 100,000 people per year), late 1900s – Roth (2009) werden auf 100000 Menschen in Europa 6.8 Frauen und 23.2 Männer getötet. Ich produziere keine Texte die etwas anderes suggerieren. Die chance als Mann ermordet zu werden ist viel höher als bei Frauen. Noch Fragen?
    • Gender Bender 31.08.2019 13:15
      Highlight Highlight Pro memoria: Die Tötungsraten nehem seit den 1990 Jahren wieder leicht zu. Aber auch hier, überproportional sind Männer betroffen. Sind im Fall keine fake news auch wenn dies vielleicht in ihren Kreisen so wahrgenommen wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matti_St 31.08.2019 10:53
    Highlight Highlight 1/2 Gewalt an Frauen ist schändlich, wie Gewalt allgemein.
    Dennoch möchte ich auch eine andere, selbst erlebten Blickwinkel einbringen.
    Bei meiner Scheidung wurde ich wegen den Kindern regelrecht unter Druck gesetzt. Wenn du das machst, bekommst du das Sorgerecht, wenn nicht, verlierst du es. Und das dann immer wieder in verschiedenen Situation.
    Ja, auch mir kamen dann in der Verzweiflung solche Gedanken, obwohl ich ein äusserst gewaltfreier Mensch bin.
    Heute denke ich, wenn ich nur etwas labiler, verzweifelter gewesen wäre, hätte ich eine solche Tat gemacht.
    • Mira Bond 31.08.2019 11:11
      Highlight Highlight Das beweist gerade, dass Männer sich das Recht zu eigen machen, bei Verlust Gewalt anzuwenden!
    • Blaumeisli 31.08.2019 11:29
      Highlight Highlight Uuh heikles Terrain Matti. Dass Tatmotive aus gesellschaftlicher Sicht relevant sind, um Prävention betreiben zu können, da bin ich einverstanden. Aber in solchen konkreten Fällen besteht die Gefahr, dass dann dem Opfer die Schuld gegeben wird, à la "hätte sie ihn nicht verlassen, wäre sie noch am Leben". Das ist brandgefählich und ein absolurtes No-go. Deshalb: heikles Terrain.
    • Tilia 31.08.2019 12:00
      Highlight Highlight Frauen haben in diesem Bereich der Scheidungen leider auch immer noch zu viel Macht und missbrauchen diese auch um gezielt zu verletzen. Es rechtfertigt aber in keinster Weise Femizide. Ich sehs wie @olma. Es sind die tief eingebrannten geschlechtsspezifischen Muster zur Konfliktlösung die Auslöser für sowas dein können. Wir habe noch viel zu tun!
    Weitere Antworten anzeigen
  • grandvlad 31.08.2019 10:49
    Highlight Highlight Alle zwei Wochen verliert in der Schweiz eine Frau ihr Leben durch die Hand eines Mannes, mit dem sie in einer Beziehung gestanden hatte. @frauen: wer länger leben will, lasse sich auf keine Beziehung ein; Fazit: go for 🌈 😁
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 31.08.2019 10:45
    Highlight Highlight Ihr müsst die Titel sorgfältiger machen. So ist der falsch.

    Der Anteil von Frauen als Opfer bei Tötungsdelikten ist sehr hoch und der Anteil männlicher Täter ebenfalls. Eine Zunahme ist aber nicht feststellbar.
    • mycredo 31.08.2019 14:32
      Highlight Highlight Ich habe genau das Gleiche gedacht. Das ist nicht faktenbasierter Empörungsjournalismus, den wir auf Watson nicht möchten.

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