22-Jähriger soll junge Velofahrerin absichtlich totgefahren haben: Prozess startet
Der Schweizer wurde noch am Tatort festgenommen und gestand die Tat. Er befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug. Die Anträge der Parteien werden an der Hauptverhandlung bekanntgegeben.
Wie die Staatsanwältin in der Anklageschrift schreibt, war der Beschuldigte in der Nacht zum Samstag, 8. April 2023, mit einem Lieferwagen auf dem Heimweg. Dabei sei dem damals 19-Jährigen der Gedanke gekommen, wie es wohl sei, «jemandem das Leben zu nehmen». Kurz darauf habe er eine Velofahrerin erblickt und sei ihr nachgefahren.
Die ihm unbekannte 17-Jährige war auf dem Weg zu ihren Grosseltern. Sie war schon beinahe an ihrem Ziel angelangt, als er sie von hinten rammte. Sie stürzte, stand aber unverletzt wieder auf.
Der Beschuldigte rannte auf sie zu und wollte sie schlagen. Dies konnte die junge Frau aber abblocken. Sie flüchtete auf eine Wiese neben der Strasse, verfolgt vom Angreifer.
Unter dem Auto eingeklemmt
Als er sie erreichte, würgte er sie gemäss Anklage, bis sie sich nicht mehr rührte. Er nahm an, sie sei tot, ging zurück zur Strasse und wollte heimfahren. Als er kurz zurückschaute, sah er, dass sich das Opfer erneut aufrappelte.
Er stieg ins Auto, fuhr über die Wiese direkt auf die kauernde junge Frau zu und erfasste sie frontal. Die 17-Jährige geriet unter den Wagen, lebte aber noch.
Weil die Räder des Lieferwagens im weichen Boden steckenblieben, versuchte der Beschuldigte ungeachtet der Schreie seines Opfers, mit Vor- und Rückwärtsfahren das Auto freizubekommen. Dieses sank dabei aber immer tiefer in den Grund. Das darunter eingeklemmte Opfer wurde totgedrückt.
Inzwischen war der Polizei gemeldet worden, ein Auto sei auf die Wiese geraten. Die ausgerückten Beamten trafen beim feststeckenden Fahrzeug den Lenker an und entdeckten unter dem Wagen die Leiche der jungen Frau. (sda)
