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Bürgenstock-Verhandlungen: So geht es jetzt weiter

Qatar's Prime Minister and Minister for Foreign Affairs Sheikh Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani, right, makes an opening statement, next to U.S. Vice President JD Vance, left, and Pak ...
Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen den Rest der Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden.Bild: keystone

«Ermutigende Fortschritte»: So geht es jetzt auf dem Bürgenstock weiter

22.06.2026, 03:4322.06.2026, 09:52

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für ein umfassendes Abkommen zur Beilegung des Kriegs nehmen Fahrt auf. Nach dem Auftakt der Gespräche auf Ebene der Verhandlungsführer in der Schweiz soll es nun unmittelbar im Anschluss die ganze Woche weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Die Gespräche finden den Vermittlern zufolge weiter im Luxusresort Bürgenstock bei Luzern statt.

Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen innerhalb von 60 Tagen ein «finales Abkommen» zu erreichen, hiess es am frühen Morgen in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben.

Die Gespräche seit Sonntag hätten in einer «positiven und konstruktiven Atmosphäre» stattgefunden. «Es wurden ermutigende Fortschritte erzielt, inklusive der Schaffung eines Mechanismus für weitere Gespräche», hiess es in der von den Vermittlern auf der Plattform X verbreiteten Erklärung weiter. Auch jüngste Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran, die er am Sonntag während der Gespräche in sozialen Medien veröffentlicht hatte, führten nicht zu einem Scheitern der Beratungen.

Schweiz begrüsst «konstruktive Fortschritte»
Die Schweiz begrüsst die am Montagmorgen auf dem Bürgenstock bekanntgegebenen «konstruktiven Fortschritte» zwischen den USA und dem Iran. Sie würdigt die Einsetzung eines hochrangigen Ausschusses zur Fortsetzung der Verhandlungen als «positiven Schritt».

Dabei wolle die Schweiz diesen Prozess weiterhin unterstützen, sagte Nicolas Bideau, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), zu Keystone-SDA. «Unser Ziel ist es, dass unsere Diplomatie weiterhin zur Deeskalation, Stabilität und zum Frieden beiträgt.» (sda)

Neuer Gesprächskanal für Öffnung der Strasse von Hormus

Es sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Strasse von Hormus zu vermeiden, erklärten die Vermittler weiter. Ziel sei eine sichere Passage für kommerzielle Schiffe durch die Meerenge. Die Strasse von Hormus ist eine für die Weltwirtschaft bedeutende Route für den Handel mit Dünger, Öl und Flüssiggas aus den Staaten am Persischen Golf.

Delegates are seen in silhouette in the lobby of the Burgenstock luxury hotel complex overlooking Lake Lucerne, Switzerland, on June 21, 2026, ahead of high-level talks aimed at advancing a deal to en ...
Teilnehmende der Konferenz auf dem Bürgenstock.Bild: keystone

Zudem sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen, hiess es weiter. Dort kommt es immer wieder zu gegenseitigen Angriffen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz. Der Iran und die USA hatten in ihrem Rahmenabkommen vergangene Woche ein Ende der Kämpfe auch im Libanon vereinbart.

Israels Regierung, die nicht Teil der Verhandlungen der beiden Kriegsparteien ist, lehnt dies jedoch ab. Zudem will Israel seine Soldaten nicht aus dem Südlibanon abziehen, was wiederum dem Iran ein Dorn im Auge ist. Gegenseitige Angriffe im Libanon brachten das Rahmenabkommen daher Ende vergangener Woche an den Rand des Zusammenbruchs. Zuletzt beruhigte sich die Lage - vorerst.

Iran: «grosse Fortschritte» in Bezug auf Krieg im Libanon

Irans Aussenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X, es habe bei den Bemühungen, den Krieg im Libanon zu beenden, «grosse Fortschritte» gegeben. Das gemeinsame Forum zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe im Libanon sei der «erste wirkliche Test» der Vereinbarungen. Die US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben und erste eingefrorene iranische Guthaben würden freigegeben. Auch ein grosser Plan für den Wiederaufbau im Iran sei angestossen worden.

Araghtschis Angaben liessen sich zunächst nicht überprüfen. Die US-Seite äusserte sich in der Nacht nicht unmittelbar zum Ausgang des ersten Verhandlungstags.

Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani postete am frühen Morgen auf der Plattform X ein Foto, das ihn zusammen mit US-Vizepräsident JD Vance und dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, zeigte. «Live aus Luzern, die Arbeit geht weiter», schrieb er dazu. Vance scheint auf dem Foto auf einem Laptop zu tippen.

Direkte Gespräche der Verhandlungsführer

Das erste direkte Gespräch der Delegationen in der Schweiz dauerte am Sonntagnachmittag gut eine Stunde. Die US-Delegation wurde von Vance angeführt. Er hatte zuvor angedeutet, dass er davon ausgehe, am Montag zurück in die USA zu reisen.

Von iranischer Seite nahm neben Aussenminister Araghtschi unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer teil.

Trumps jüngste Drohungen gegen den Iran

Am Sonntagnachmittag hatte Trump neue Drohungen in Richtung Teheran gesendet. Der Iran müsse seine «hoch bezahlten Stellvertreter» im Libanon unverzüglich daran hindern, Unruhe zu stiften, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die Hisbollah. «Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen.»

«Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen.»
Donald Trump

Dem Sender Fox News sagte Trump, er habe dem Iran wegen der Strasse von Hormus eine dringende Warnung übermittelt. «Wenn ihr sie schliesst, habt ihr kein Land mehr», wurde Trump von Fox News zitiert. «Ihr werdet nicht einmal mehr in euer verdammtes Land zurückkehren können.»

Am Samstag hatte der Iran wegen der Lage im Libanon erklärt, die Strasse von Hormus sei wieder geschlossen. Das US-Militär widersprach dieser Darstellung.

Dass allerdings auch der Iran an einer diplomatischen Lösung interessiert scheint, zeigte sich in der Reaktion des iranischen Verhandlungsführers auf die Querschüsse aus Washington. Die Amerikaner sollten sich bewusst sein, dass sie sich nicht in ihrer jetzigen ausweglosen Lage befänden, wenn solche Drohungen tatsächlich Wirkung hätten, schrieb Ghalibaf auf X. «Wir nehmen diese Äusserungen nicht ernst, dennoch wäre es ratsam, wenn sie mehr Zurückhaltung übten.» Die iranischen Streitkräfte blieben bereit, auf andere Weise zu reagieren. «Unabhängig davon, wie viel sie reden, wir sind diejenigen, die handeln», schrieb Ghalibaf.

Trump greift «New York Times» an

Trump zeigte sich unterdessen erbost über eine Analyse der «New York Times», wonach der von ihm befohlene Krieg gegen den Iran letztlich fast nichts gebracht habe. Er verwies auf seiner Plattform Truth Social unter anderem auf die Erfolge im Kampf gegen das iranische Militär, die wirtschaftliche Lage im Iran und die Tatsache, dass die Strasse von Hormus offen sei.

Trump bezeichnete die Berichterstattung der Zeitung als «verräterisch» und kündigte an, seine bestehende Klage gegen die «New York Times» um diese Aspekte zu erweitern. Die Zeitung sei «KORRUPT», behauptete er.

In der Analyse der Zeitung wird argumentiert, dass Trump die Öffnung der Strasse von Hormus als Erfolg verkaufe, obwohl deren Schliessung erst durch den von ihm befohlenen Krieg ausgelöst worden sei. Zudem habe es im Iran zwar Personalwechsel gegeben, aber das Machtsystem der Islamischen Republik sei weiter intakt und durch den Krieg vermutlich sogar gestärkt.

Die Zukunft von Irans umstrittenem Atomprogramm - das Trump als Grund für den Krieg angeführt hatte - sei weiterhin unklar, heisst es in der Analyse weiter. Der Iran wiederum habe sich mit dem Rahmenabkommen die Aussicht auf Sanktionserleichterungen und wirtschaftliche Hilfen gesichert. In der Summe stünden die USA nun schlechter da als vor dem Krieg.

Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg Ende Februar begonnen. Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, die jedoch vereinzelt gebrochen wurde. Vergangene Woche schlossen die USA und der Iran dann ein Rahmenabkommen ab - mit dem Ziel, innerhalb von 60 Tagen eine umfassende Einigung für ein Kriegsende zu erreichen. (sda/dpa)

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Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
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JD Vance ist auf dem Bürgenstock eingetroffen
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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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thirtyeighteen
22.06.2026 07:43registriert März 2021
Berichtet man von einem Tennis-Match auch nach jedem einzelnen Game im Hinblick auf den Ausgang des Spiels? Da wartet man lieber mal die einzelnen Sätze ab oder die ersten Sätze, bevor man Einschätzungen tätigt..
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Fribourgeoise
22.06.2026 08:12registriert Dezember 2022
«Ermutigende Fortschritte wurden erzielt»

Wie oft hat man das schon gehört?
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Pummelfee
22.06.2026 08:07registriert Mai 2020
Aber wenn die Verhandlungen das Resultat bringen, das im Abkommen beschrieben ist, HAT der Iran mehr als vorher und die USA zahlt. Trump verträgt die Wahrheit nicht. Wenn Nentanyahu nucht mitzieht, ist sowieso alles hinfällig…
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