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Justiz

Ex-Migros-Mitarbeiter in Genf nach Filmen in Frauen-Garderobe verurteilt

Ex-Migros-Mitarbeiter in Genf nach Filmen in Frauen-Garderobe verurteilt

20.08.2025, 17:0520.08.2025, 17:05

Ein ehemaliger Migros-Mitarbeiter, der eine Kamera in den Umkleideräumen seiner Kolleginnen angebracht hatte, ist in Genf zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Ins Gefängnis muss der Mann nicht, seine Strafe wird zugunsten einer Therapie ausgesetzt.

Das Genfer Polizeigericht befand den heute 30-Jährigen in dem am Mittwoch verkündigten Urteil für schuldig, mit Hilfe einer Kamera in die Privatsphäre anderer Menschen eingedrungen zu sein. Es stellte fest, dass er zwischen 2019 und dem 31. Mai 2021 wiederholt und systematisch gehandelt habe, um an eine sehr grosse Menge an Bildern seiner Kolleginnen in BH und Slip zu gelangen.

Der Mann habe die Bilder anschliessend sortiert, einige davon ausgewählt und in Ordnern abgelegt, um seine sexuellen Triebe zu befriedigen. «Ein egoistisches Motiv», urteilte das Gericht.

Mit dem Strafmass folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Insgesamt hatten 37 junge Frauen Anzeige erstattet. Sie alle hatten beim Detailhändler am Bahnhof in Genf gearbeitet, um ihr Studium zu finanzieren.

Für das Polizeigericht sind die Schilderungen der Störungen, die sie nach der zufälligen Entdeckung der Kamera durch eine Kollegin entwickelt haben, glaubwürdig. Es sprach daher 19 von ihnen eine Entschädigung von 1000 Franken und den drei am stärksten betroffenen Klägerinnen eine Entschädigung von 2000 Franken zu.

Die Klägerinnen berichteten von Ängsten vor Umkleideräumen und öffentlichen Toiletten, Panikattacken und Misstrauen gegenüber Männern. (sda)

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