Schweiz
Justiz

Bündner Gericht verurteilt katholischen Pfarrer wegen Gewaltvideos

Bündner Gericht verurteilt katholischen Pfarrer wegen Gewaltvideos

01.04.2023, 09:4001.04.2023, 09:40

Das Kantonsgericht Graubünden hat einen katholischen Pfarrer wegen mehrfachen Gewaltdarstellungen schuldig gesprochen. Der Mann war im Besitz mehrerer Videos und Bilder von grausamen Gewalttätigkeiten und sendete diese teilweise auch weiter. Vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung wurde er freigesprochen.

katholischer priester
Bild: Shutterstock

In den 22 Bildern und sieben Videos, die 2018 bei dem Mann im Bündner Oberland gefunden worden waren, sind Gewaltszenen zu sehen, in denen Menschen getötet oder gequält werden. Das Kantonsgericht in Chur sprach ihn deshalb Ende März schuldig. Im Urteil, welches der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt, wurden ihm als Strafe 30 Tagessätze zu 30 Franken auferlegt. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

Freispruch bei Vergewaltigung

Die Anklage wegen der Gewaltdarstellungen war jedoch nur Nebenschauplatz der Verhandlung. Der Pfarrer, der mittlerweile nicht mehr in Graubünden tätig ist, war zudem wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt.

Eine Frau die sich ihm anvertraut hatte, warf ihm vor, sie unter Druck gesetzt und mehrfach zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Der Pfarrer habe ihr damit gedroht, den Zorn Gottes auf sie herabzurufen, sollte sie sich seinem Willen widersetzen. Zuvor hatte der Geistliche sie nach eigenen Angaben von «einer dämonischen Belastung» befreit, wie aus der Anklageschrift zu entnehmen ist.

Das Gericht folgte in dieser Sache jedoch der Vorinstanz - dem Regionalgericht Surselva - und sprach ihn frei. Der Entscheid kann jedoch bis Ende April ans Bundesgericht weitergezogen werden. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Fabian Molina wird wegen kritischer Russland-Fragen von Ems-Chemie abgemahnt
Ob die Ems-Chemie mit russischen Rüstungsfirmen geschäfte, wollte der SP-Nationalrat vom Bundesrat wissen. Nun hat ihm das Unternehmen in einem Brief den Marsch geblasen.
SP-Aussenpolitiker Fabian Molina hat Bundesrat Guy Parmelin in der Fragestunde des Nationalrats drei Fragen zu angeblichen Geschäften Schweizer Firmen mit Russland und diesbezüglichen Sanktionsverstössen gestellt. Konkret ging es Molina darum, ob die Eftec, eine Tochterfirma der Schweizer Ems-Chemie, von ihren russischen Fabriken aus «sanktionierte Rüstungsfirmen» beliefert.
Zur Story