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Untersuchung zeigt: Kinderlebensmittel sind zu süss, salzig und fettig

Untersuchung zeigt: Kinderlebensmittel sind zu süss, salzig und fettig

30.05.2022, 18:2431.05.2022, 09:10

Auf dem Fruchtsaft winkt ein Apfelgesicht, auf dem Knuspermüsli macht ein Affe Kunststücke – Produkte, die sich mit ihrem Design gezielt an Kinder richten, enthalten zu viel Zucker. Dies zeigt eine Untersuchung der Allianz der Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen.

Laut der Untersuchung sind 94 Prozent der Kinderlebensmittel auf dem Schweizer Markt zu süss, zu salzig oder zu fettig und dürften gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht beworben werden. Das ergab eine Markterhebung der Allianz von drei Konsumentenschutz-Organisationen.

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bild: shutterstock

Im Durchschnitt enthalten die Produkte demnach fast einen Drittel Zucker. «Damit gefährdet die Lebensmittelindustrie die Gesundheit der jüngsten Konsumentinnen und Konsumenten», teilten die Organisationen Konsumentenschutz, FRC (Fédération romande des consommateurs) und ACSI (Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana) am Sonntag mit. Lediglich 20 Produkte erfüllten die WHO-Kriterien für ernährungsphysiologisch ausgewogene Lebensmittel.

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen fordert unter anderem, dass Kinderbewerbung nur für Produkte erlaubt wird, die den WHO-Richtlinien für ausgewogene Lebensmittel entsprechen. Zudem fordern sie, dass das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) von freiwilligen Massnahmen wegkomme und von der Lebensmittelindustrie verbindliche Anstrengungen verlange.

Schwer verdauliches Resultat

Insgesamt prüfte die Allianz 344 verschiedene Produkte von Aldi-, Coop-, Migros- und Lidl-Filialen darauf, ob sie dem Nährwertprofil der WHO für ausgewogene Kinderlebensmittel entsprechen und gemäss WHO beworben werden dürfen.

Darunter befinden sich vor allem sehr zuckerhaltige Produkte, wie Schokolade und Bonbons (37%), Frühstücksflocken (10%), Eiscreme (9%) sowie Kuchen und Kekse (8%). Auch untersucht wurden salzige Snacks sowie Joghurts, Getränke, Käse und Wurstwaren, Nudeln und Fertiggerichte. «Das Resultat ist erschreckend: 94 Prozent der Produkte enthalten zu viel Zucker, Salz und/oder Fett.»

Analysiert wurden Produkte, die sich mit ihrer Aufmachung speziell an Kinder richten: Snacks, Backwaren, Getränke, Milchprodukte oder Frühstücksflocken, die mit Personen, Tier- und Fantasiefiguren die Kinder ansprechen.

23 Prozent der Kinder von Übergewicht betroffen

Laut einem WHO-Bericht vom Mai sind in der Schweiz bereits 23 Prozent der 5- bis 9-jährigen Kinder von Übergewicht betroffen, wie die Allianz schrieb. Bei 10- bis 19-jährigen Jugendlichen seien es 21 Prozent. (Europäische Region: 30 Prozent beziehungsweise 25 Prozent).

Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder ist laut der Allianz fatal. Zudem seien übergewichtige Kinder oft auch als Erwachsene übergewichtig und erkrankten vorzeitig an Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten.

(cst/sda)

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