Schweiz
Klima

Klimastreiker im Bundeshaus: So tricksten sie die Sicherheitskontrolle aus

Die Aktion sorgte vor allem bei bürgerlichen Politikern für Ärger.
Die Aktion sorgte vor allem bei bürgerlichen Politikern für Ärger. bild: zvg

So trickste die Klimajugend die Sicherheitskontrolle im Parlament aus

61 Klimastreiker stürmten am Donnerstagmorgen ins Parlament und hängten ein Transparent an der Zuschauertribüne auf. Aber wie schafften sie es durch die Sicherheitskontrolle? Ein Klima-Aktivist erklärt, wie einfach sie die Security überlisten konnten.
19.09.2019, 12:2015.10.2019, 14:14

Wer als Besucher ins Parlament will, muss eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen passieren. Auch die 61 Klimajugendliche taten dies am Donnerstagmorgen. Wenige Minuten später hängten sie ein Transparent mit der Aufschrift «Final Countdown – 16 Monate verbleiben» ans Geländer der Zuschauertribüne. Dazu sangen sie eine Neuinterpretation des Widerstandslieds «Bella Ciao» und störten die Debatte während mehreren Minuten.

Doch wie schafften es die Klimaaktivisten überhaupt derart zahlreich und samt Transparenten ins Parlament? «Wir meldeten uns als Besuchergruppe an», erklärt Klimastreiker Andri Gigerl. Sie hätten sich bei der Anmeldung als Verein ausgegeben und mussten lediglich eine Kontaktperson angeben.

Die Transparente schmuggelten sie durch die Sicherheitskontrolle. «Wir haben sie so ins Gepäck eingebaut, dass sie im Scanner nicht erkannt und als normales Stück Stoff wahrgenommen wurden.» Eigentlich hätten die Jugendliche noch mehr Transparente aufrollen wollen. «Doch die Sicherheitskräfte erlaubten es nur den ersten paar Personen, den Rucksack mit auf die Tribüne zu nehmen», sagt der 19-jährige Andri Gigerl.

Für die Bundeshaus-Security ist der Vorfall peinlich. Zuständig für die Sicherheitskontrollen im Parlament ist das Bundesamt für Polizei (Fedpol). Sie wollen von Verfehlungen nichts wissen: «Die Kontrolle der angemeldeten Personen wurden gemäss internen Prozessen durchgeführt», sagt Sprecherin Anne-Florence Débois zu watson. Es sei wie immer überprüft worden, ob sie Waffen oder andere gefährliche Gegenstände bei sich tragen. Dies sei nicht der Fall gewesen.

Klimaaktivisten kurz bevor sie die Transparente in ihren Rucksäcken ins Bundeshaus schmuggelten.
Klimaaktivisten kurz bevor sie die Transparente in ihren Rucksäcken ins Bundeshaus schmuggelten. bild: zvg
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Schilder des Klimastreiks
1 / 29
Die besten Schilder des Klimastreiks
Zehntausende Klimaaktivisten gehen seit Monaten auf die Strassen, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren, und zeigen bei der Gestaltung ihrer Schilder viel Kreativität. Wir machten uns auf die Suche nach den besten Schildern.
quelle: epa/epa / neil hall
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schüler streiken weltweit für das Klima
Video: srf
Die Affäre Nina: Spionage im Genf der 1930er-Jahre
Eine Tänzerin, ein Genfer Kabarett und geheime Pläne für eine Waffe: Unter dem Namen «Nina» bewegte sich die Italienerin Virginie Rota zwischen Bühne, Diplomatie und Nachrichtendienst. Ihre Geschichte spielte im Genf des Völkerbunds, einer Stadt, in der internationale Politik und Spionage eng beieinanderlagen.
Virginie Rota wurde am 28. April 1907 in Lugano oder möglicherweise in Bergamo als Tochter von Albert Rota und Marie Arrigoni geboren. Schön, intelligent und abenteuerlustig trat Virginie in den 1930er-Jahren in den Dienst des faschistischen Italiens. Sie soll für die erste Abteilung des militärischen Nachrichtendienstes Servizio informazioni militari (SIM) tätig gewesen sein. Zwischen 1934 und 1935 wurde sie von ihren Vorgesetzten auf eine Mission nach Genf entsandt, wo sie in der Pension Clermont in Champel eine Unterkunft fand. Da sie von Beruf Tänzerin war, fiel es der jungen Frau nicht schwer, in einem Kabarett vor Ort engagiert zu werden, wo sie sich «Nina» nannte.
Zur Story