Schweiz
Krankenkasse

Deutliche Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will Einheitskasse

Deutliche Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will Einheitskasse

Zwei Drittel der Bevölkerung sprechen sich in einer Umfrage für die Abschaffung der Krankenkassen zugunsten einer Einheitskasse aus.
12.06.2024, 06:2512.06.2024, 06:47
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Ein Drittel wechselte oder passte das Modell auf den Jahreswechsel 2024 hin an. 44 Prozent wollen im Herbst ihre Kasse überprüfen.

Diese erhöhte Wechselbereitschaft verstärkt den Druck auf den Krankenversicherungen, wie das Beratungsunternehmens Deloitte aufgrund seiner am Mittwoch veröffentlichten Umfrage vom März mitteilte. Diese müssten ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln, die Effizienz steigern und das Angebot an neue Vorschriften anpassen.

ARCHIVBILD ZUR MK SANTÉSUISSE: "ATEMPAUSE" ZUGUNSTEN DER PRAEMIENZAHLER, AM MITTWOCH, 19. SEPTEMBER 2018 ---- Versicherungskarten verschiedener Krankenkassen, aufgenommen am 5. Juni 2009 in  ...
Sind es zu viele und ist es deshalb zu teuer? Das scheint zumindest ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung über die Krankenkassen zu denken.Bild: KEYSTONE

Der Wunsch nach tieferen Prämien verstärkte neben der Wechselbereitschaft auch die Offenheit für die Digitalisierung. 43 Prozent verlangten attraktive und zeitgemässe digitale Angebote. Drei Viertel wollten das elektronische Patientendossier nutzen. In einer Deloitte-Umfrage 2022 waren erst 35 Prozent dazu bereit.

65 Prozent der Befragten befürworteten eine Abschaffung der heutigen Krankenkassen. Besonders hoch fiel die Zustimmung zu einer staatlichen Einheitskasse in der Romandie und im Tessin sowie unter den 30- bis 44-Jährigen aus.

Das wichtigste Argument dafür waren für 83 Prozent der Befürwortenden günstigere Prämien. 26 Prozent der Befragten erwarteten von einer Einheitskasse 20 Prozent tiefere Prämien.

Hauptverantwortlich für die steigenden Gesundheitskosten machten 63 Prozent der Befragten die Pharmaindustrie, gefolgt von den Patientinnen und Patienten selbst (59 Prozent), der Alterung (46) und teureren Behandlungen (43).

Deloitte führte seinen Angaben zufolge eine repräsentative Online-Umfrage mit 1246 Erwachsenen durch. (sda)

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253 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sättigungsbeilage
12.06.2024 07:20registriert August 2021
Einheitskasse:
1) plötzlich eine ganze (grosse) Gruppe von Lobbyisten weg aus dem Bundeshaus
2) Parlamentarier sitzen nicht mehr in Verwaltungsräten von Kassen, weniger „Interessenskonflikte“
3) bei Tarifverhandlungen ist eine Partei weniger am Tisch, Blokaden werden aufgehoben.
4) die jährliche Völkerwanderung von Kasse zu Kasse entfällt
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Neunauge
12.06.2024 06:43registriert November 2014
Nice. Endlich. Aus der Gesundheit ein Geschäftsmodel zu machen hätte gar nicht erst erlaubt werden dürfen.
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Bündn0r
12.06.2024 07:03registriert Januar 2018
"26 Prozent der Befragten erwarteten von einer Einheitskasse 20 Prozent tiefere Prämien."

Bei Verwaltungskosten von 3-7% je nach Kasse? Träumen darf man ja, aber nachher bitte nicht enttäuscht sein.

Die Einheitskasse kann ein kleiner Teil der Lösung sein, aber wenn man richtig sparen will, muss man auch beim Leistungskatalog und den Tarifen ansetzen. Der Widerstand wird imens sein, verdienen sich doch unzählige in der Gesundheitsindustrie eine goldene Nase.
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