Schweiz
Medien

Tamedia-Angestellte protestieren in Zürich gegen Entlassungen

Tamedia-Angestellte protestieren in Zürich gegen Entlassungen

20.10.2026, 15:0220.10.2026, 15:05

In Zürich haben sich am Dienstagmittag über 100 Tamedia-Angestellte zu einer Kundgebung gegen geplante Entlassungen versammelt. Auch der Zürcher Stadtpräsident zeigte sich besorgt.

Demonstration / Protestaktion wegen drohender Kündigung von 41 Personen bei Tamedia (TX Group) vor dem Hauptsitz in Zürich am 20. Oktober 2026.
Protestierende vor dem Tamedia-Hauptgebäude.bild: watson

Vor dem Hauptgebäude des Tamedia-Verlags an der Zürcher Werdstrasse forderten die Medienschaffenden einen sofortigen Kündigungsstopp. Unterstützt wurden die Protestierenden unter anderem vom Zürcher Stadtpräsidenten Raphael Golta (SP). In seiner Ansprache bezeichnete er sich als «Tagi-Kind», das auch heute noch jeden Morgen in dieser Zeitung lese, was in der Welt passiert.

Golta, der früher ebenfalls als Journalist arbeitete, betonte, er wolle weiterhin von lokalen Medienschaffenden produzierte Texte lesen und nicht solche von KI-Agenten.

Kritik an der Geschäftsleitung

Die Redaktionen werfen der Geschäftsleitung vor, die Folgen von Fehlentscheiden und nicht funktionierenden Strategien stets auf das Personal abzuwälzen. «Wo sollen denn überhaupt noch Entlassungen gemacht werden?», fragte eine Rednerin angesichts immer knapper werdenden Ressourcen. Auf Schildern wurde zudem klar «Journalismus statt KI» gefordert.

Demonstration / Protestaktion wegen drohender Kündigung von 41 Personen bei Tamedia (TX Group) vor dem Hauptsitz in Zürich am 20. Oktober 2026.
Die Protestierenden fordern «Journalismus statt KI».bild: watson

Mitarbeitende der Tamedia-Redaktionen in der Romandie solidarisierten sich am Dienstag in einem Schreiben mit ihren Kollegen und Kolleginnen in Zürich. Einzelne von ihnen waren an der Kundgebung in Zürich anwesend.

Das Verlagshaus Tamedia hatte vor rund zwei Wochen den Abbau von 34 Vollzeitstellen in den News-Redaktionen der Deutsch- und Westschweiz angekündigt. Insgesamt verlieren 41 Mitarbeitende ihre Stelle. Das Personal verlangt von der Unternehmensführung nun ein Konsultationsverfahren auch in der Deutschschweiz und nicht nur in der Romandie, die Berücksichtigung freiwilliger Abgänge sowie Investitionen in menschengemachten Journalismus. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Finma genehmigt ersten Schweizer Bitcoin-ETF
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma gibt grünes Licht für den ersten direkt in Bitcoins investierenden Publikumsfonds. Die Aufsichtsbehörde geht davon aus, dass dieser Entscheid den Anlegerschutz erhöht, betont aber auch gleichzeitig das mit Bitcoin-Investitionen verbundene Risiko.
Zur Story