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Exemplare verschiedener Sonntagszeitungen liegen auf einem Tisch, aufgenommen in Zuerich, am Mittwoch, 30. Januar 2013. Die beiden Sonntagszeitungen

Hier ein Überblick zu den wichtigsten Meldungen der Sonntagspresse. Bild: KEYSTONE

Neuer Pass, Stau und Frauenfussball – darüber schreibt die Sonntagspresse



Stellenabbau bei der Post

Die Post plant bis 2020 «Sach- und Personalkosten in der Höhe von rund 30 Prozent» einzusparen. Das geht aus einem internen Schreiben der Konzernleitung von Anfang Dezember hervor, wie «SonntagsZeitung» und «SonntagsBlick» berichten. 1400 bis 1500 Personen der 62'000 Angestellten arbeiten in den betroffenen Bereichen. «In den nächsten Jahren ist mit Stellenabbau zu rechnen», wird Post-Sprecher Oliver Flüeler zitiert. Die angepeilten Einsparungen von 30 Prozent bedeuteten allerdings «in keiner Weise, dass jede dritte Stelle» des Personalbestandes abgebaut werde. Laut der «SonntagsZeitung» ist postintern die Rede von 300 gefährdeten Stellen. Im Oktober hatte die Post angekündigt, dass bis zu 600 Poststellen geschlossen würden. Laut der «Schweiz am Sonntag» geht die Gewerkschaft Syndicom aber davon aus, dass 1220 der 1400 Poststellen keine langfristige Zukunft haben. Gemäss Postgesetz und weiteren Kriterien können demnach lediglich 180 Poststellen nicht geschlossen werden. Postsprecher Flüeler kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft als «unseriös».

Neuer Pass im Jahr 2020

Um das Jahr 2020 soll der heutige Schweizer Pass durch ein neues Modell abgelöst werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 150 Millionen Franken. «Das neue Design und die neuen Sicherheitsmerkmale sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren entwickelt werden», sagt Christoph Flückiger, vom Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) der «Ostschweiz am Sonntag». Die Aargauer Gemalto AG sicherte sich laut der Zeitung den Auftrag «Erneuerung Schweizer Pass» bei einer öffentlichen Ausschreibung. Dieser beinhalte auch die Lieferung von Produktionsmaschinen. Der aktuelle Schweizer Pass wird seit dem 1. März 2010 herausgegeben. Im laufenden Jahr werden rund 700'000 Exemplare die Produktionsstätte verlassen.

ZUR ERHOEHUNG DER  AUFENHALTSDAUER BEI EINBUERGERUNGSGESUCHEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Mann haelt einen biometrischen Schweizer Pass in der Hand, aufgenommen am 10. Februar 2014 in Bern. Ein Einbuergerungsgesuch soll nur stellen dürfen, wer mindestens zehn Jahre in der Schweiz gelebt hat. Darauf haben sich National- und Staenderat geeinigt. Die kleine Kammer hat am Donnerstag nachgegeben und ist auf die haertere Linie des Nationalrates eingeschwenkt. (KEYSTONE/Christian Beutler)  *** NO SALES, NO ARCHIVES *** NO SALES, DARF NUR IM ZUSAMMENHANG MIT DER ERWAEHNTEN AUFFUEHRUNG VERWENDET WERDEN ***)

Der aktuelle Schweizer Pass ist seit dem 1. März 2010 im Umlauf.  Bild: KEYSTONE

Vorwürfe gegen Parmelin

Eine Arbeitsgruppe der parlamentarischen Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat die Sistierung des Bodluv-Projekts durch Verteidigungsminister Guy Parmelin untersucht. Die Resultate sollen offenbar am Dienstag vorgestellt werden, wie «SonntagsZeitung» und «NZZ am Sonntag» schreiben. Sie beinhalten zwei wesentliche Vorwürfe gegen den SVP-Bundesrat. Einerseits sei sein Entscheid «sachlich nicht nachvollziehbar», weil der Vertrag mit dem Anbieter für die Evaluation bereits fällig gewesen sei. Der Bund habe auf ein Angebot verzichtet, für das er sowieso bezahlen müsse. Von 20 Millionen Franken ist die Rede. Anderseits hätte Parmelin den Beschluss innerhalb seines Departements besser absprechen können. Letzteres hatte demnach bereits ein VBS-interner Untersuchungsbericht festgestellt.

Keine Entlassungen beim Bund

Die beschlossene Kürzung beim Bundespersonal von 50 Millionen Franken im Bundesbudget führt laut Finanzminister Ueli Maurer nicht zu Entlassungen. Der Betrag entspreche 0,8 Prozent der gesamten Personalausgaben. «Das können wir auffangen, indem wir unter anderem 2017 einige Stellen vorübergehend nicht neu besetzen», sagte Maurer in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Er kritisierte allerdings die Querschnittkürzungen als nicht nachhaltig. Besser wäre es, zu sagen, welche Ausgaben der Staat nicht mehr erfüllen soll. Als Beispiel nannte er das Bundesamt für Wohnungswesen: «Könnte man solche Aufgaben nicht privatisieren und einen Leistungsauftrag geben? Das könnte effizienter sein.» Aber es gebe überall Sparpotenzial.

Sommaruga soll MEI-Dossier abgeben

SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga soll das Dossier zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative abtreten. Das fordern laut «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» die Kantone und der Schweizerische Gewerbeverband. Nachdem die Bundesversammlung die gesetzliche Umsetzung der Initiative besiegelt hat, muss der Bundesrat nun in Verordnungen zu den Gesetzesänderungen Details festlegen. Der Gewerbeverband hat in einem Schreiben an den Bundesrat angeregt, die Umsetzung dem Wirtschaftsdepartement zu übergeben, zumal Arbeitsmarktmassnahmen traditionell von diesem überwacht würden. Die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) teilt diese Forderung und begründet sie damit, dass die ganze Arbeitslosenversicherung beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bearbeitet werde, das wiederum beim Wirtschaftsdepartement angesiedelt sei.

Deutlich mehr Stau befürchtet

Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) hat die Belastung der Strassen im Jahr 2040 mit einem neuen Modell ausgerechnet. Die Anzahl von Strassen mit einer Auslastung von über 80 Prozent in den Spitzenstunden erhöht sich gegenüber 2010 um 50 Prozent, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Stau wird es zu diesen Zeiten vor allem auf der A1 um Zürich, der Flughafenautobahn, auf der A1 im Limmattal, der A3 vor Basel und auf Strassen rund um Genf geben. Auch der Seedamm zwischen Rapperswil-Jona SG und Pfäffikon SZ wird verstopft sein. Die Anzahl Wege, welche im öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden, steigt um 42 Prozent – im Gegensatz zu einem Wachstum von nur 21 Prozent bei den Auto-Fahrten. In der morgendlichen Rush-Hour zwischen 7 und 8 Uhr sollte der ÖV seinen Marktanteil von heute 21 Prozent aller Wege auf künftig knapp 28 Prozent steigern können.

Der Pfingst-Rueckreiseverkehr Richtung Norden staut sich auf der Autobahn A2 vor dem Suedportal des Gotthard-Tunnels bis auf sechs Kilometer mit einer Wartezeit von etwa anderthalb Stunden, hier auf der Hoehe der Raststaette

Stau auf Schweizer Autobahnen: Im Jahr 2040 soll es nochmals deutlich enger sein.

Zu hohe Rechnungen für den Bund

Die Eidg. Finanzkontrolle (EFK) hat in den letzten zehn Jahren bei knapp zwei Dutzend Beschaffungen des Bundes eine Preisprüfung durchgeführt. Dabei kam sie laut «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» zum Schluss, dass etwa in der Hälfte der Fälle die Rechnungen an den Bund zu hoch waren. Sie verordnete einen Preisnachlass und sparte so über zwei Millionen Franken Steuergelder. EFK-Chef Michel Huissoud ist überzeugt, dass für den Bund noch mehr drin läge, denn der grösste Teil der Monopolgeschäfte wird nie geprüft. Wegen Ausnahmebestimmungen und Monopolstellungen kann der Bund laut den Zeitungen bei Beschaffungen oft nicht zwischen mehreren Anbietern auswählen.

20 Personen wegen Terrorfinanzierung verdächtigt

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) ermittelt gegen zwanzig Personen wegen des Verdachts auf Terrorfinanzierung. Insgesamt laufen sechs Strafverfahren, wie eine BA-Sprecherin der «NZZ am Sonntag» bestätigt. Demnach spielen Stiftungen, Vereine oder andere juristische Personen im Kontext der Terrorfinanzierung immer wieder eine Rolle. Laut der Zeitung stehen unter anderem eine Stiftung im Kanton Genf und ein Verein in der Stadt Bern unter Verdacht. Laut einem Bericht der internationalen «Financial Action Task Force» zur Bekämpfung von Geldwäscherei sind in der Schweiz bezüglich Terrorfinanzierung kleinere religiöse Stiftungen «besonderen Risiken ausgesetzt».

Infantino will Weltliga für Frauen

FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht grossen Nachholbedarf im Bezug auf Transparenz im Fussballgeschäft. «Wenn es um die Geldflüsse im Fussball geht, haben wir noch ziemlich viel Arbeit vor uns», sagte er im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Insbesondere das Transfergeschäft müsse transparenter gestaltet werden. «Erstmals vollkommen transparent» werden laut dem FIFA-Boss die Einnahmen durch die Fussball-WM zwischen 2015 und 2018 veröffentlicht. Der Weltverband rechnet hier mit 5.6 Milliarden Franken. Eine internationale Auditfirma sei damit beauftragt worden zu untersuchen, wohin die Gelder früher geflossen seien. Infantino äussert sich auch zum Thema Frauenfussball. Er möchte, dass dieser eine Weltliga bekommt.

FIFA President Gianni Infantino attends a news conference after the governing body's first Executive Football Summit in Roissy, France, November 23, 2016.  REUTERS/Charles Platiau

Will sich für den Frauenfussball einsetzen: Gianni Infantino. Bild: CHARLES PLATIAU/REUTERS

Kein Interesse an Auswirkung der Spendengelder

Die Mehrheit der Spender in der Schweiz interessiert sich nicht, ob ihr Geld auch etwas bewirkt. Laut einer Studie des Center for Development and Cooperation der ETH Zürich wollten lediglich 18 Prozent der Teilnehmer Informationen über die Wirkung ihrer Spende haben, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. «Den meisten ist beim Spenden offenbar das Wohlgefühl an sich, etwas gespendet zu haben, wichtiger», sagt Studienleiterin Isabel Günther der Zeitung. Dieses Phänomen nennt sich «warm-glow giving». Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung hat letztes Jahr Geld gespendet. Insgesamt gingen so rund 1,8 Milliarden Franken an Hilfswerke. 2015 investierte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) 51,3 Millionen Franken in die Entwicklungsforschung.

Hohe Frustrationstoleranz steigert Leistung

Kinder, die in der Schule zur Leistungsspitze gehören, weisen eine überdurchschnittliche Frustrationstoleranz auf. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung bei Schweizer Kindern, aufgrund einer Längsschnittstudie zu Frühlesern und Frührechnern, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Bei den Kindern mit den besten schulischen Leistungen lag der Anteil der Frusttoleranten bei 54 bis 61 Prozent, bei den weniger guten Schülern machten sie nur 20 bis 33 Prozent aus. Laut Experten sollten Eltern ihre Kinder also «nicht zu sehr verwöhnen und nicht für jede Kleinigkeit loben». Wichtig sei zudem das freie Spiel sowie Freundschaften mit Gleichaltrigen.

Babys machen unzufrieden

70 bis 80 Prozent der Elternpaare fühlen sich mit Baby unglücklicher als ohne. Zu diesem Befund kommt eine internationale Meta-Analyse von rund 60 Studien, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Oft trete die Beziehungsunzufriedenheit zuerst bei der Mutter auf und dann beim Vater. Bei jedem dritten Paar dränge sich eine Therapie auf. Unter anderem finanzielle Einschränkungen und die Abhängigkeit vom Partner wirkten sich negativ aus. (sda)

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